„Die Grünen sind nicht nur Öko-Freaks“

Denkt man an die Grünen, dann geht bei manchen Menschen immer noch die Schublade "Öko-Freaks" auf. Für Nastassja Schlenker und Rasmus Rutsch von der Grünen Jugend in Schwerin ist das eine völlig falsche Verkürzung. Grüne Politik ist für beide sehr viel mehr.

Rasmus Rutsch (16) und Nastassja Schlenker (17) Vorsitzende der Grünen Jugend | Foto: Dario Rochow

 

 „Schüler sind politisch nicht interessiert!“, das ist eine Aussage, die man sehr häufig von der älteren Generation hört. Wir wollten wissen ob das wirklich stimmt, deshalb trafen wir die Mitglieder der Jungen Union (JU), Junge Liberale (Julis), der Linksjugend solid, den Jusos und der Grünen Jugend.

 

„Die Gruppierung der Bezirke ist ein Problem“

 

Die vor zwei Jahren aus Braunschweig zugezogene Nastassja Schlenker und den im Schweriner Umfeld aufgewachsene Rasmus Rutsch stört es, dass die Grünen nur als „Öko-Freaks“ abgestempelt werden. Für die beiden Schüler war es vor allem das sozialpolitische Programm der Grünen, das sie überzeugt hat. Ein großes Problem für die 17-jährige Vorsitzende sei, das die Menschen in Gruppen dargestellt werden und es „kein Gemeinschaftsgefühl“ gibt. Rasmus Rutsch, der auch seit seinem 11. Lebensjahr im Kinder- und Jugendrat aktiv ist, spricht von einer Aufteilung in Schwerin. Den 16-jährigen Schüler stört es, dass Gebiete wie den Dreesch oder Lankow als eigene Bezirke wahrgenommen werden und sich dort ausschließlich die Leute aufhalten, die dort wohnen. Die Grüne Jugend möchte auf dieses Problem hinweisen.

 

„Ökologie, Massentierhaltung und gesellschaftliche Ausgrenzungen sind für die Grüne Jugend wichtige Themen“

 

Rasmus Rutsch interessierte schon immer die Ökologie und Energiepolitik. Für ihn sind das wichtige Themen. Deshalb hat er sich vor gut eineinhalb Jahren mit Gleichgesinnten zusammengetan und die Grüne Jugend in Schwerin gegründet. Für die 17-jährige Nastassja Schlenker war das  damals ein perfekter Zeitpunkt mitzumachen. Gerade erst war sie aus Braunschweig nach Schwerin gekommen. Für sie waren das Thema Tierschutz und Ungerechtigkeit zwischen den Schichten entscheidend, um bei der Grünen Jugend einzutreten. Die junge Vegetarierin hält die Massentierhaltungen und auch die „übertriebene Fleischproduktion“ für ein großes Problem. Für sie isst die Gesellschaft zu viel Fleisch und sie sagt, es wäre gesünder, weniger Fleisch zu essen, schon  aufgrund des ganzen Antibiotikums, was den Tieren gegeben wird. Schlenker möchte der Gesellschaft aufzeigen was es für Alternativen es zum Fleischessen gibt, damit die Fleischproduktion verringert wird.

 

„Sport und Spaß mit politischen Inhalten“

 

Beide haben sich in Zukunft viel vorgenommen. Durch Veranstaltungen wie zum Beispiel Fußball spielen mit Flüchtlingen, möchten beiden Vorsitzenden zeigen, dass alle miteinander können, wenn sie es wollen.

„Als Jugendliche können wir andere in unserem Alter leichter ansprechen als Erwachsene“ sagt Rasmus Rutsch. „Bei Debatte wie genetisch veränderten Mais sehen es Jugendlichen etwas lockerer was vielleicht bei unseren Erwachsenen nicht der Fall ist.“ Doch durch diese Lockerheit, mit der die Grüne Jugend umgehen kann, können sie doch ihre politischen Inhalte vermitteln und die Jugendlichen vielleicht dazu anspornen, sich politisch zu interessieren oder zu engagieren. „Aktionen und Gespräche mit vielen Ideen macht uns Spaß“ so Nastassja Schlenker. In den kommenden Monaten wollen sie noch mehr junge Menschen für die Grüne Jugend gewinnen. 

 

 

 

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