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Nach Mitgliederversammlung:
AfD-Spitzenmann fordert Schwesig heraus

Nach der AfD-Mitgliederversammlung am 20. September wurden Holm und Federau als Direktkandidaten für Schwerin nominiert.

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  • Veröffentlicht September 22, 2025
Petra Federau und Leif-Erik Holm nach ihrer Nominierung. Foto AfD-Schwerin
Petra Fed­er­au und Leif-Erik Holm nach ihrer Nominierung. Foto AfD-Schw­erin

 

Leif-Erik Holm (AfD) und Petra Fed­er­au (AfD) wur­den als Direk­tkan­di­dat­en für die jew­eili­gen Wahlkreise der Lan­deshaupt­stadt nominiert. Das entsch­ied am ver­gan­genen Sam­stag der AfD-Kreisver­band auf ein­er Mit­gliederver­samm­lung. 

Federau im Wahlkreis 9 

Petra Fed­er­au, seit 2021 Mit­glied des Land­tags, wird wieder im Wahlkreis 9 (Schw­erin 2) um die Stim­men der Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner wer­ben. Der Wahlkreis reicht von Ostorf bis Mueß über Großer Dreesch, Hasel­holz, Kreb­s­för­den, Gör­ries, Wüst­mark, Göhren­er Tan­nen, Zip­pen­dorf, Neu Zip­pen­dorf und Mueßer Holz – deckt damit also einen großen Teil des südlichen Stadt­ge­bi­ets ab.

Bei der let­zten Land­tagswahl kon­nte Fed­er­au 17,5 Prozent der Erst­stim­men auf sich vere­inen – wahlberechtigt waren zu dem Zeit­punkt 27.508 Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner. Damals unter­lag die AfD-Poli­tik­erin, die auch Vor­sitzende der AfD-Stadt­frak­tion ist, ihrer direk­ten Kon­tra­hentin Mandy Pfeifer (SPD), die den Wahlkreis noch ein Jahr im Land­tag vertreten wird. 

Nun glaubt Fed­er­au, das Blatt zu wen­den und näch­stes Jahr das Direk­t­man­dat zu erlan­gen. Die Schw­er­iner AfD kündigt schon jet­zt einen „knack­i­gen Wahlkampf“ an.

Holm vs. Schwesig

In weniger als einem Jahr wird in Meck­len­burg-Vor­pom­mern ein neuer Land­tag gewählt. Im Wahlkreis 8 – also im Bere­ich der Schw­er­iner Innen­stadt – will sich dann der Bun­destagsab­ge­ord­nete und Stadtvertreter der Auf­gabe stellen, der amtieren­den Min­is­ter­präsi­dentin Manuela Schwe­sig (SPD) ihren Wahlkreis stre­it­ig zu machen. 

Schwe­sig hat­te den Wahlkreis 2021 mit 46,4 Prozent klar gewon­nen. Auch sie will 2026 erneut kan­di­dieren und sich am kom­menden Woch­enende von der Schw­er­iner SPD nominieren lassen.

Leif Erik Holm
AfD-Lan­desvor­sitzende Leif Erik Holm. Foto: Dario Rochow

Holm auch Kandidat auf Ministerpräsidenten-Amt?

Holm set­zt mit sein­er Wahl alles auf eine Karte: Nach eige­nen Angaben will er sich nicht über die Lan­desliste absich­ern und konzen­tri­ert sich somit auss­chließlich auf den Gewinn des Direk­t­man­dats. Nor­maler­weise wäre mit seinen Ambi­tio­nen auf das Amt des Min­is­ter­präsi­den­ten auch der Spitzen­platz auf der Lan­desliste ver­bun­den. Doch der AfD-Lan­desvor­stand erteilt dem Bun­destagsab­ge­ord­neten eine Absage – stattdessen entsch­ied er sich im Juli mehrheitlich für Holms inter­nen Konkur­renten Enri­co Schult. 

Aktuell führen Holm und Schult gemein­sam die Lan­des-AfD in ein­er Dop­pel­spitze an, doch intern herrscht offen­bar Uneinigkeit, wer als Spitzenkan­di­dat für das Amt des Regierungschefs gel­ten soll. Holm selb­st hat dabei ein Argu­ment, das er öffentlich immer wieder betont, um die Entschei­dung um den Posten nach der Wahl noch zu bee­in­flussen:

Sollte der AfD-Poli­tik­er, für den sich 60 der 68 anwe­senden Parteim­it­glieder aussprachen, den Wahlkreis gegen die amtierende Regierungschefin gewin­nen, hofft Holm seine Partei überzeu­gen zu kön­nen, auch Min­is­ter­präsi­dent zu wer­den. Klappt das nicht, wird Holm nicht in den Land­tag einziehen und weit­er­hin im Bun­destag vertreten sein.

Aber der frühere Radiomod­er­a­tor zeigt sich ziel­stre­big. “Ich darf direkt gegen Schwe­sig in mein­er Heimat­stadt in Schw­erin antreten, denn wir wis­sen, wenn Manuela Schwe­sig hier im Wahlkreis Nord ver­liert, wer­den wir so stark sein, dass wir auch regieren kön­nen”, so Holm kurz nach sein­er Nominierung.

Wahl am 20.September 2026

Die näch­ste Land­tagswahl in Meck­len­burg-Vor­pom­mern find­et am 20. Sep­tem­ber 2026 statt. In lan­desweit 36 Wahlkreisen sind dann die Bürg­erin­nen und Bürg­er aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

Ein­er Umfra­gen zufolge läge die AfD derzeit bei 29 Prozent, die SPD bei 21 Prozent und die CDU bei 17 Prozent. Die Linke käme auf 15 Prozent und auch das BSW würde mit 6 Prozent in den Land­tag einziehen.