Nach Mitgliederversammlung:
AfD-Spitzenmann fordert Schwesig heraus
Nach der AfD-Mitgliederversammlung am 20. September wurden Holm und Federau als Direktkandidaten für Schwerin nominiert.

Leif-Erik Holm (AfD) und Petra Federau (AfD) wurden als Direktkandidaten für die jeweiligen Wahlkreise der Landeshauptstadt nominiert. Das entschied am vergangenen Samstag der AfD-Kreisverband auf einer Mitgliederversammlung.
Federau im Wahlkreis 9
Petra Federau, seit 2021 Mitglied des Landtags, wird wieder im Wahlkreis 9 (Schwerin 2) um die Stimmen der Schwerinerinnen und Schweriner werben. Der Wahlkreis reicht von Ostorf bis Mueß über Großer Dreesch, Haselholz, Krebsförden, Görries, Wüstmark, Göhrener Tannen, Zippendorf, Neu Zippendorf und Mueßer Holz – deckt damit also einen großen Teil des südlichen Stadtgebiets ab.
Bei der letzten Landtagswahl konnte Federau 17,5 Prozent der Erststimmen auf sich vereinen – wahlberechtigt waren zu dem Zeitpunkt 27.508 Schwerinerinnen und Schweriner. Damals unterlag die AfD-Politikerin, die auch Vorsitzende der AfD-Stadtfraktion ist, ihrer direkten Kontrahentin Mandy Pfeifer (SPD), die den Wahlkreis noch ein Jahr im Landtag vertreten wird.
Nun glaubt Federau, das Blatt zu wenden und nächstes Jahr das Direktmandat zu erlangen. Die Schweriner AfD kündigt schon jetzt einen „knackigen Wahlkampf“ an.
Holm vs. Schwesig
In weniger als einem Jahr wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Im Wahlkreis 8 – also im Bereich der Schweriner Innenstadt – will sich dann der Bundestagsabgeordnete und Stadtvertreter der Aufgabe stellen, der amtierenden Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ihren Wahlkreis streitig zu machen.
Schwesig hatte den Wahlkreis 2021 mit 46,4 Prozent klar gewonnen. Auch sie will 2026 erneut kandidieren und sich am kommenden Wochenende von der Schweriner SPD nominieren lassen.

Holm auch Kandidat auf Ministerpräsidenten-Amt?
Holm setzt mit seiner Wahl alles auf eine Karte: Nach eigenen Angaben will er sich nicht über die Landesliste absichern und konzentriert sich somit ausschließlich auf den Gewinn des Direktmandats. Normalerweise wäre mit seinen Ambitionen auf das Amt des Ministerpräsidenten auch der Spitzenplatz auf der Landesliste verbunden. Doch der AfD-Landesvorstand erteilt dem Bundestagsabgeordneten eine Absage – stattdessen entschied er sich im Juli mehrheitlich für Holms internen Konkurrenten Enrico Schult.
Aktuell führen Holm und Schult gemeinsam die Landes-AfD in einer Doppelspitze an, doch intern herrscht offenbar Uneinigkeit, wer als Spitzenkandidat für das Amt des Regierungschefs gelten soll. Holm selbst hat dabei ein Argument, das er öffentlich immer wieder betont, um die Entscheidung um den Posten nach der Wahl noch zu beeinflussen:
Sollte der AfD-Politiker, für den sich 60 der 68 anwesenden Parteimitglieder aussprachen, den Wahlkreis gegen die amtierende Regierungschefin gewinnen, hofft Holm seine Partei überzeugen zu können, auch Ministerpräsident zu werden. Klappt das nicht, wird Holm nicht in den Landtag einziehen und weiterhin im Bundestag vertreten sein.
Aber der frühere Radiomoderator zeigt sich zielstrebig. “Ich darf direkt gegen Schwesig in meiner Heimatstadt in Schwerin antreten, denn wir wissen, wenn Manuela Schwesig hier im Wahlkreis Nord verliert, werden wir so stark sein, dass wir auch regieren können”, so Holm kurz nach seiner Nominierung.
Wahl am 20.September 2026
Die nächste Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern findet am 20. September 2026 statt. In landesweit 36 Wahlkreisen sind dann die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.
Einer Umfragen zufolge läge die AfD derzeit bei 29 Prozent, die SPD bei 21 Prozent und die CDU bei 17 Prozent. Die Linke käme auf 15 Prozent und auch das BSW würde mit 6 Prozent in den Landtag einziehen.



