Rückzug des Antrags:
Dr. K bleibt: Das Jugendhaus wird weitergeführt
Die AfD zieht ihren Antrag zum Verkauf zurück, die Stadt hat keinen einschlägigen finanziellen Vorteil durch die Einnahmen.

Die Debatte um das Schweriner Jugendhaus Dr. K ist nach Monaten politischer Auseinandersetzungen entschieden: Das Haus bleibt in kommunaler Verantwortung und wird weiterhin als Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und Kulturveranstaltungen betrieben. Geplant ist eine Sanierung, bei der unter anderem das Café und der Spiegelsaal des Hauses in eine Nutzung überführt werden sollen. Die Gesamtkosten von rund 300.000 Euro können durch die Einnahmen der Nutzung gedeckt werden: die Vermietungen des Cafés und des Spiegelsaals belaufen sich auf geschätzte 20.000 Euro im Jahr. Um eine weitere Nutzung erst zu ermöglichen, sind die Baumaßnahmen zur Barrierefreiheit notwendig.
Vom Verkaufsantrag zum Erhalt
Im Februar 2025 hatten die Unabhängigen Bürger (UB) und die FDP auf der Sitzung des Hauptausschusses der Stadtvertretung einen Verkauf des Dr. K vorgeschlagen. Die Ursache dafür ist die Insolvenz des ursprünglichen Betreibers des Schweriner Jugendrings im Frühjahr 2024. Der Hauptausschuss diskutierte anschließend über die Erhaltung des Dr. K, indem es die Stadt künftig selbst betreibt. Die FDP rechnete vor, dass die Stadt durch einen Verkauf rund 35.000 Euro pro Jahr einsparen könnte und ein Verkauf den angespannten Haushalt entlasten würde. Außerdem sollten alternative Jugendangebote wie „Westclub One“, „JAMpoint“ oder der „Komplex“ genutzt und das Dezernat 5 als möglicher neuer Standort geprüft werden.
Die Stadtverwaltung sprach sich gegen den Antrag zum Verkauf aus. Sie verwies auf mögliche Rückforderungen von Fördermitteln, die für den ersten Bauabschnitt der Modernisierung des Dr. K eingesetzt wurden. Die Investition beläuft sich bereits auf etwa 1,3 Millionen Euro. Dazu kommt die mögliche fehlende Eignung von Ersatzstandorten für die Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen. Um das Dezernat 5 nutzbar zu machen, wären tiefgreifende Baumaßnahmen unabdingbar und durch den Bau würde es langfristige Eingriffe in die kulturelle Nutzung geben.
Daraufhin legte die CDU einen Ersetzungsantrag vor, der eine Weiterentwicklung des Dr. K zu einem soziokulturellen Zentrum mit Angeboten für Jugend- und Seniorenarbeit sowie Kulturveranstaltungen vorsah. Obwohl dieser zunächst Zustimmung in der Stadtverwaltung erhielt, wurde er letztlich abgelehnt – das Dr. K soll in seiner Nutzung als Jugendhaus gleichbleiben.
Durch Sanierung zukunftsfähig gemacht
Nachdem das Verkaufsvorhaben der UB und FDP verworfen wurde, brachte die AfD einen erneuten Verkaufsantrag ein – mit der Begründung wirtschaftlicher Vorteile durch den Verkauf und der geringen Nutzung des Dr. K. Die Stadtverwaltung widerspricht auch diesem Antrag. In der Stellungnahme heißt es, dass die Angebote im Dr. K trotz bestehender Einschränkungen durch Bauarbeiten qualitativ hochwertig sind, der Verkauf würde kaum spürbare Auswirkungen auf den Haushalt haben und zudem bleibt das Risiko einer enormen Rückzahlung der Fördermittel bestehen.
Parallel stellte der fraktionslose Heiko Steinmüller einen Antrag auf Erhalt des Dr. K, indem die Sanierung im Haushaltsplan 2027/2028 verankert wird und fordert die Erstellung eines langfristigen Betreiberkonzepts.
Die Stadt legte anschließend die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zur Sanierung des Dr. K vor. Diese zeigt: Das Dr. K kann wieder wie früher genutzt werden und durch die Sanierung zukunftsfähig gemacht werden.
Am 16. September 2025 zogen sowohl die AfD als auch Steinmüller ihre Anträge zurück.



