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Rückzug des Antrags:
Dr. K bleibt: Das Jugendhaus wird weitergeführt

Die AfD zieht ihren Antrag zum Verkauf zurück, die Stadt hat keinen einschlägigen finanziellen Vorteil durch die Einnahmen.

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  • Veröffentlicht November 17, 2025
Sondersitzung der Stadtvertretung am 16.01.2025
Sitzung in der Stadtvertre­tung. Sym­bol­bild: Stef­fen Holz

 

Die Debat­te um das Schw­er­iner Jugend­haus Dr.K ist nach Monat­en poli­tis­ch­er Auseinan­der­set­zun­gen entsch­ieden: Das Haus bleibt in kom­mu­naler Ver­ant­wor­tung und wird weit­er­hin als Tre­ff­punkt für Kinder, Jugendliche und Kul­turver­anstal­tun­gen betrieben. Geplant ist eine Sanierung, bei der unter anderem das Café und der Spiegel­saal des Haus­es in eine Nutzung über­führt wer­den sollen. Die Gesamtkosten von rund 300.000 Euro kön­nen durch die Ein­nah­men der Nutzung gedeckt wer­den: die Ver­mi­etun­gen des Cafés und des Spiegel­saals belaufen sich auf geschätzte 20.000 Euro im Jahr. Um eine weit­ere Nutzung erst zu ermöglichen, sind die Bau­maß­nah­men zur Bar­ri­ere­frei­heit notwendig. 

 

Vom Verkaufsantrag zum Erhalt

Im Feb­ru­ar 2025 hat­ten die Unab­hängi­gen Bürg­er (UB) und die FDP auf der Sitzung des Haup­tauss­chuss­es der Stadtvertre­tung einen Verkauf des Dr.K vorgeschla­gen. Die Ursache dafür ist die Insol­venz des ursprünglichen Betreibers des Schw­er­iner Jugen­drings im Früh­jahr 2024. Der Haup­tauss­chuss disku­tierte anschließend über die Erhal­tung des Dr. K, indem es die Stadt kün­ftig selb­st betreibt. Die FDP rech­nete vor, dass die Stadt durch einen Verkauf rund 35.000 Euro pro Jahr eins­paren kön­nte und ein Verkauf den anges­pan­nten Haushalt ent­las­ten würde. Außer­dem soll­ten alter­na­tive Jugen­dan­ge­bote wie „West­club One“, „JAM­point“ oder der „Kom­plex“ genutzt und das Dez­er­nat5 als möglich­er neuer Stan­dort geprüft wer­den.

 

Die Stadtver­wal­tung sprach sich gegen den Antrag zum Verkauf aus. Sie ver­wies auf mögliche Rück­forderun­gen von För­der­mit­teln, die für den ersten Bauab­schnitt der Mod­ernisierung des Dr. K einge­set­zt wur­den. Die Investi­tion beläuft sich bere­its auf etwa 1,3 Mil­lio­nen Euro. Dazu kommt die mögliche fehlende Eig­nung von Ersatz­s­tan­dorten für die Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen. Um das Dez­er­nat 5 nutzbar zu machen, wären tief­greifende Bau­maß­nah­men unab­d­ing­bar und durch den Bau würde es langfristige Ein­griffe in die kul­turelle Nutzung geben. 

Daraufhin legte die CDU einen Erset­zungsantrag vor, der eine Weit­er­en­twick­lung des Dr.K zu einem soziokul­turellen Zen­trum mit Ange­boten für Jugend- und Seniore­nar­beit sowie Kul­turver­anstal­tun­gen vor­sah. Obwohl dieser zunächst Zus­tim­mung in der Stadtver­wal­tung erhielt, wurde er let­ztlich abgelehnt – das Dr. K soll in sein­er Nutzung als Jugend­haus gle­ich­bleiben.

Durch Sanierung zukunftsfähig gemacht  

Nach­dem das Verkaufsvorhaben der UB und FDP ver­wor­fen wurde, brachte die AfD einen erneuten Verkauf­santrag ein – mit der Begrün­dung wirtschaftlich­er Vorteile durch den Verkauf und der gerin­gen Nutzung des Dr. K. Die Stadtver­wal­tung wider­spricht auch diesem Antrag. In der Stel­lung­nahme heißt es, dass die Ange­bote im Dr. K trotz beste­hen­der Ein­schränkun­gen durch Bauar­beit­en qual­i­ta­tiv hochw­er­tig sind, der Verkauf würde kaum spür­bare Auswirkun­gen auf den Haushalt haben und zudem bleibt das Risiko ein­er enor­men Rück­zahlung der För­der­mit­tel beste­hen. 

Par­al­lel stellte der frak­tion­slose Heiko Stein­müller einen Antrag auf Erhalt des Dr.K, indem die Sanierung im Haushalt­s­plan 2027/2028 ver­ankert wird und fordert die Erstel­lung eines langfristi­gen Betreiberkonzepts. 

Die Stadt legte anschließend die Wirtschaftlichkeits­be­tra­ch­tung zur Sanierung des Dr. K vor. Diese zeigt: Das Dr.K kann wieder wie früher genutzt wer­den und durch die Sanierung zukun­fts­fähig gemacht wer­den. 

Am 16. Sep­tem­ber 2025 zogen sowohl die AfD als auch Stein­müller ihre Anträge zurück.