Auftakt am Pfaffenteich
De Zuariner gewinnen Sprint Cup beim Drachenbootfestival in Schwerin
De Zuariner entscheiden den Sprint Cup in Schwerin für sich. Rund 2.000 Aktive und 77 Teams werden beim 33. Drachenbootfestival auf dem Pfaffenteich erwartet.

In Kürze:
- De Zuariner gewinnen den Sprint Cup zum Auftakt des 33. Drachenbootfestivals in Schwerin vor den Sternburger Paletten und den neu.sw Stromschnellen.
- Für das Festival vom 14. bis 16. August sind 77 Teams und rund 2.000 Aktive gemeldet; die Veranstalter erwarten etwa 35.000 Besucher.
- Auf dem Pfaffenteich stehen Rennen über 100, 200 und 1.000 Meter sowie ein Rahmenprogramm mit Open-Air-Partys und Höhenfeuerwerk auf dem Programm.
Das Team de Zuariner hat am Freitagabend den Sprint Cup beim Drachenbootfestival in Schwerin gewonnen. Auf der 100 Meter langen Strecke auf dem Pfaffenteich setzte sich die Schweriner Mannschaft gegen sechs weitere Teams durch. Insgesamt wurden zum Auftakt des dreitägigen Festivals 21 Rennen ausgetragen.
Den zweiten Platz belegten die Sternburger Paletten, Rang drei ging an die neu.sw Stromschnellen der Stadtwerke Neubrandenburg. Dahinter folgten die Stadtwerke Parchim, die Agridragons, HochTouriG und Die Hexenjäger. Die sieben Mannschaften mussten jeweils sechsmal aufs Wasser und traten dabei in direkten Duellen gegeneinander an.
De Zuariner knüpften dabei an ihre Leistung aus dem vergangenen Jahr an. Im zweiten Rennen benötigte die Mannschaft 30,72 Sekunden für die 100 Meter und blieb damit lediglich fünf Hundertstelsekunden über ihrer Vorjahresbestzeit. „Das ist nicht mal ein Wimpernschlag“, erklärten Michael Nowack und Chris Richter von der gastgebenden Kanurenngemeinschaft Schwerin (KRG). Sie sprachen von einem „überzeugenden Auftritt“ des Teams.

Der Sprint Cup bildete am Freitag den Auftakt des 33. Drachenbootfestivals, das noch bis Sonntag, 16. August, auf dem Pfaffenteich läuft. Insgesamt sind nach Angaben der Veranstalter 77 Teams gemeldet. Rund 2.000 Aktive aus dem Freizeit- und leistungsorientierten Bereich sollen an den drei Festivaltagen aufs Wasser gehen. Die Veranstalter rechnen mit etwa 35.000 Besuchern.
21 Rennen beim Sprint Cup in Schwerin
Gefahren wurde der Sprint Cup im sogenannten Last-Man-Standing-Modus. Dabei traten jeweils zwei Boote auf der 100-Meter-Strecke direkt gegeneinander an. Der Start befand sich auf Höhe des Arsenals, gefahren wurde parallel zum Südufer des Pfaffenteichs.
Bei Temperaturen von noch rund 30 Grad beim letzten Start kurz vor 19.30 Uhr verlangten die kurzen Rennen den Mannschaften einiges ab. Weil keine Stechen notwendig waren, konnte der Wettbewerb schneller als vorgesehen beendet werden.
Neben erfahrenen Teams gingen auch Neulinge an den Start. Dazu gehörten Die Hexenjäger aus Schwerin, deren Mitglieder aus der Pflegebranche kommen. Für die Mannschaft stand nach eigenen Angaben vor allem das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund.
Nach den Rennen wurden alle sieben Mannschaften auf der Bühne geehrt. Axel Schulz von den Stadtwerken Schwerin überreichte Preise und Wanderpokal. Die Stadtwerke kündigten zugleich an, den Drachenbootsport und das Festival weiterhin unterstützen zu wollen.
77 Teams beim Drachenbootfestival
Nach dem Sprint Cup stehen am Wochenende die weiteren Wettbewerbe auf dem Pfaffenteich an. Für die regulären Rennen sind sechs Bahnen mit jeweils 200 Metern Länge eingerichtet. Hinzu kommen die 100-Meter-Querstrecke für die Sprints sowie eine 1.000-Meter-Runde für die Langstreckenrennen.

Eine Besonderheit des Schweriner Festivals ist die Mischung aus Freizeitmannschaften und leistungsorientierten Teams. Zahlreiche Mannschaften werden von Unternehmen und anderen Einrichtungen aus der Region gestellt. Die Rennen werden von einer Bühne aus moderiert und zusätzlich auf eine LED-Leinwand übertragen.
Auch abseits der Rennen gibt es ein umfangreiches Programm. Für Freitag- und Samstagabend sind Open-Air-Partys vorgesehen. Am Samstag soll um 22.45 Uhr ein Höhenfeuerwerk über dem Pfaffenteich gezündet werden.
Drachenboote wiegen rund 250 Kilogramm
Ein Drachenboot ist ein langes, schmales Paddelboot, das traditionell mit einem Drachenkopf am Bug und einem Drachenschwanz am Heck versehen wird. Ein Standardboot ist rund 12,5 Meter lang, 1,16 Meter breit und wiegt etwa 250 Kilogramm.
Zur Mannschaft gehören 20 Paddler sowie eine Person am Steuerruder und ein Trommler, der den Takt vorgibt. Mit vollständiger Besatzung kann ein Drachenboot ein Gesamtgewicht von bis zu zwei Tonnen erreichen und Geschwindigkeiten von etwa 20 Kilometern pro Stunde erzielen.
Seine historischen Wurzeln hat der Drachenbootsport in China. Einer Überlieferung zufolge stehen die Rennen mit dem Tod des chinesischen Dichters und Politikers Qu Yuan im Jahr 278 vor Christus in Verbindung. Heute wird der Sport weltweit betrieben.
Nach Angaben des Deutschen Kanu-Verbandes gibt es in Deutschland etwa 100 organisierte sowie rund 2.000 nicht organisierte Drachenbootteams mit insgesamt schätzungsweise 35.000 Sportlern.
Lange Tradition in Schwerin
Auch in Schwerin hat der Drachenbootsport inzwischen eine mehr als 30-jährige Geschichte. 1993 wurde der Drachenbootverein Schwerin gegründet. Nach Angaben der Veranstalter war er der erste Verein dieser Sportart in Mecklenburg-Vorpommern.
Aus zunächst kleineren Rennen auf dem Pfaffenteich entwickelten sich bis Ende der 1990er-Jahre regelmäßige Wettbewerbe. Sie bildeten die Grundlage für das heutige Drachenbootfestival.
Veranstaltet wird das Festival von der Kanurenngemeinschaft Schwerin. Nach Angaben der KRG sind neben Vereinsmitgliedern mehr als 100 freiwillige Helfer an der Organisation beteiligt.



