Sport, Party, Feuerwerk:
Drachenbootfestival begeistert 35.000 Besucher
Schwerin feierte drei Tage lang am Pfaffenteich: 2.500 Paddler lieferten packende Rennen, 35.000 Besucher jubelten, tanzten und staunten – beim 32. Drachenbootfestival mit Sport, Party und Feuerwerk.

Drei Tage lang bebte der Pfaffenteich: Mit sportlichem Ehrgeiz, ausgelassener Stimmung und einem Höhenfeuerwerk als glanzvollem Höhepunkt hat das 32. Drachenbootfestival in Schwerin am Wochenende rund 2.500 Paddler und 35.000 Besucherinnen und Besucher in die Landeshauptstadt gelockt.
Bereits der Auftakt am Freitag ließ die Festivalstimmung hochkochen. Beim Stadtwerke Sprint Cup kämpften sieben Teams in insgesamt 23 Duellen um Bestzeiten – und das erfolgreichste Team hieß „De Zuariner“ aus Schwerin.

Alle sechs Rennen entschieden sie souverän für sich und setzten mit Zeiten unter 31 Sekunden ein erstes Ausrufezeichen. Auch im letzten Lauf mobilisierten die Paddler noch einmal alle Kräfte und siegten mit 30,67 Sekunden. Damit waren sie die klaren Gewinner des Cups und sorgten früh für Begeisterung am Ufer. Platz zwei belegte das Team „Sternburg Paletten“ vor den „Agridragons“, ebenfalls aus Schwerin. Nach der Siegerehrung gehörte die Bühne am Südufer ganz dem Partyvolk: Power-DJ Christage brachte mit „Beat the Night“ und vielen weiteren Hits die Menge zum Tanzen und Mitsingen. Bis Mitternacht bebte das Festivalgelände, und viele Besucher wechselten später noch in die Clubs der Stadt, um die Nacht fortzusetzen.
Wetterkapriolen am Samstag – große Sieger auf der Langstrecke
Der zweite Festivaltag forderte die Sportler besonders. Bereits am Morgen starteten die ersten Vorläufe, doch eine steife Brise kräuselte die Wasseroberfläche und machte die Rennen unberechenbar. In der Mittagszeit zogen dunkle Wolken auf, kurze Regenschauer drohten den Ablauf zu stören. Veranstalter und Sicherheitskräfte beobachteten die Wetterlage akribisch, die Wasserwacht stand bereit. Doch trotz Wind, Wellen und Gischt ließen sich die Teams nicht bremsen. „Das war eine echt starke Leistung von allen Beteiligten. Es ist großartig, wie verantwortungsvoll alle bei unserem Drachenbootfestival mitwirken“, sagte Michael Nowack, Vorsitzender der Kanurenngemeinschaft Schwerin (KRG).
Nach einer kurzen Pause setzte sich die Sonne wieder durch, und so konnten die 1.000-Meter-Rennen planmäßig durchgeführt werden. 74 Teams gingen an den Start, in den Kategorien Business, Damen, Mixed und Open wurden die Sieger ermittelt. Die Strecke verlangte Kondition, Koordination und eine perfekte Taktik – und sie bot den Zuschauern packende Duelle.
Die Ergebnisse über 1.000 Meter:
Business: 1. Platz T&T Pumps (04:32,37) | 2. Platz Die Greisheiligen (04:42,87) | 3. Platz Rebus Torpedos (04:44,41)
Damen: 1. Platz HKC21 United Women Hannover (04:35,57) | 2. Platz Arabros (04:51,42) | 3. Platz KfRG BalticBären (04:52,04)
Mixed: 1. Platz ABC Team (04:16,29) | 2. Platz HKC21 All Sports Team Hannover (04:20,08) | 3. Platz BDC Mixed (04:20,13)
Open: 1. Platz Thunder Dragons (04:08,23) | 2. Platz Wannsea Dragons (04:12,12) | 3. Platz Amber (04:18,11)
Am frühen Abend wurden die Sieger auf der großen Bühne gebührend gefeiert – ein Spalier aus jubelnden Sportlern würdigte ihre Leistungen. Kaum verklungen, übernahm erneut DJ Christage die Turntables.

Unter dem Motto „Legends on the Dancefloor“ verwandelte er das Südufer in einen Open-Air-Club, bevor das große Höhenfeuerwerk das Highlight des Abends setzte: zehn Minuten lang erstrahlten bunte Lichter über dem Pfaffenteich und spiegelten sich im Wasser. Für viele Besucher ist dieses Spektakel der eigentliche Höhepunkt des Festivals.
Finals am Sonntag: Spannung, Emotionen und große Wertschätzung
Am Sonntagmorgen zeigten sich die Paddler trotz der langen Partynacht hochmotiviert. Um 9 Uhr starteten die Zwischenläufe der Mixed Sport- und Championsklasse. Schlag auf Schlag, im Acht-Minuten-Takt, folgte ein Rennen dem nächsten. Insgesamt 107 Mal hieß es „Are you ready? Attention! Go!“. Die beiden langjährigen Festivalmoderatoren Christian Mashen und Robert Witt führten mit Charme und Fachwissen durch das Programm, informierten über Teams, Zeiten und Taktiken – und sorgten mit Musikbeats für Stimmung auf den Rängen.
Beim A‑Finale der Championsklasse Mixed kam es sogar zu einem seltenen Fehlstart, der für Gelächter bei Teams und Zuschauern sorgte. Danach aber wurde es ernst: Sechs Boote lieferten sich ein hochklassiges Duell, alle erreichten Zeiten unter 50 Sekunden. „Das unterstreicht den hohen Anspruch dieser Teams. Die Zeiten sind wirklich Spitze“, erklärte Chris Richter von der KRG.

Die anschließende Siegerehrung dauerte mehr als eine Stunde. Neben den besten Teams der B- und A‑Finals über 200 Meter wurde auch das inklusive Vielfalter-Team der Dreescher Werkstätten geehrt. Unter großem Jubel und tosendem Applaus betraten die Sportlerinnen und Sportler die Bühne. Viele waren zu Tränen gerührt, als Chris Richter die Zuschauer aufforderte: „Danke für den Respekt und den Applaus. Das macht Sport aus.“ Dieser Moment war einer der emotionalsten des gesamten Wochenendes.
Festival mehr als nur Sportereignis
Doch das Drachenbootfestival bot nicht nur Sport. Am Ufer reihte sich ein Teamzelt ans nächste, die Gastronomie lockte mit regionalen Spezialitäten und kühlen Getränken, das AWO-Kinderland bot Spiele und Kinderschminken, dazu sorgte ein Fahrgeschäft am Nordufer für Spaß. So entstand eine Rundum-Atmosphäre, die Familien ebenso begeisterte wie Sportfans und Partygänger.
„Ich wollte eigentlich nur ein bisschen Drachenboote gucken. Jetzt bin ich schon seit zwei Stunden hier“, meinte eine Besucherin lachend – stellvertretend für viele, die sich spontan von der Festivalstimmung mitreißen ließen.
Auch die Veranstalter zeigten sich zufrieden: „Wir sind durchaus stolz, dass abermals 35.000 Gäste zum diesjährigen Drachenbootfestival gekommen sind. Tolle sportliche Leistungen und ausgelassenes, friedliches Feiern machen unser Festival zu einem begeisternden Event in der Welterbe- und Lebenshauptstadt. Ein Dankeschön geht an alle, die uns dabei unterstützen“, erklärten Chris Richter und Michael Nowack.
Helfer im Hintergrund – und Ausblick auf 2026
Ein großes Dankeschön ging auch an die rund 100 freiwilligen Helferinnen und Helfer, die von der Versorgung über die Sicherheit bis hin zur Organisation an den Stegen für reibungslose Abläufe sorgten. Ohne sie wäre ein Festival dieser Größenordnung kaum denkbar.
Mit der Abschlussfeier am Sonntagnachmittag endete ein Wochenende, das Sport, Emotion und Lebensfreude vereinte.
Transparenzhinweis:
In einer älteren Version unseres Artikels gaben wir schon einen Termin für 2026 bekannt. Das war ein Fehler der Redaktion. Ein Termin für das Drachenbootrennen im kommenden Jahr steht noch nicht fest.



