Überraschung am Pfaffenteich:
Drachenbootfestival macht 2027 Pause
Das Drachenbootfestival Schwerin endet mit einer Rekordzeit und einer überraschenden Nachricht: 2027 soll das Festival pausieren. Die langjährigen Cheforganisatoren ziehen sich zurück.

In Kürze:
- Das Drachenbootfestival Schwerin soll 2027 pausieren; ein Termin für eine Rückkehr steht bislang nicht fest.
- Die langjährigen Cheforganisatoren Michael Nowack und Chris Richter ziehen sich aus der Festivalleitung zurück, die KRG muss sich organisatorisch neu aufstellen.
- Fette Motte and Friends aus Neubrandenburg gewann die Championsklasse Mixed in 45,73 Sekunden – laut Veranstalter Rekord beim Festival.
Das Drachenbootfestival Schwerin wird im kommenden Jahr voraussichtlich nicht stattfinden. Zum Abschluss der diesjährigen Auflage am Sonntag kündigten die Cheforganisatoren Michael Nowack und Chris Richter eine Pause an. Zuvor hatten Tausende Zuschauer am Pfaffenteich die letzten Rennen des dreitägigen Festivals verfolgt.
Nach Angaben der Veranstalter kamen über das Wochenende insgesamt rund 35.000 Zuschauer an den Pfaffenteich. Sportlich setzte das Team Fette Motte and Friends aus Neubrandenburg den Schlusspunkt: Im A‑Finale der Championsklasse Mixed benötigte die Mannschaft für die 200 Meter 45,73 Sekunden – laut Veranstalter die schnellste bislang beim Festival gefahrene Zeit. Damit ging auch der seit 2011 vergebene Wanderpokal erneut nach Neubrandenburg.
Die größere Nachricht folgte bei der Siegerehrung. Nowack und Richter, die das Festival seit elf Jahren federführend organisiert haben, werden diese Aufgabe abgeben. Wie lange die angekündigte Pause dauern wird und wann die Veranstaltung zurückkehren könnte, ist bislang offen.
Veranstalter ist die Kanurenngemeinschaft Schwerin (KRG). Sie steht nun vor der Aufgabe, die Organisation neu aufzustellen. Mehr als 2.000 Teilnehmer und Zehntausende Besucher bedeuteten einen erheblichen Aufwand, der zu großen Teilen ehrenamtlich bewältigt werde, erklärte Nowack.
KRG sucht neue Struktur
Nowack verwies zudem auf schwieriger gewordene Rahmenbedingungen. Richter machte deutlich, dass aus Sicht der Organisatoren neben den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern auch Unterstützung von anderer Seite notwendig sei, um eine Veranstaltung dieser Größenordnung künftig wieder auszurichten. Welche konkreten Veränderungen oder Hilfen damit gemeint sind, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Oberbürgermeister Sebastian Ehlers (CDU) dankte den bisherigen Organisatoren bei der Abschlussveranstaltung. Das Festival sei Werbung für Schwerin, erklärte er und lud die Drachenbootsportler dazu ein, wieder in die Landeshauptstadt zu kommen. Eine konkrete Zusage der Stadt für eine Neuauflage oder zusätzliche Unterstützung wurde in der Mitteilung nicht genannt.
Nowack und Richter wurden bei der abschließenden Siegerehrung von Teilnehmern und Publikum mit Applaus verabschiedet.
Rekordzeit auf dem Pfaffenteich
Sportlich hatte der Sonntag zuvor noch einmal enge Entscheidungen gebracht. Hinter Fette Motte and Friends belegte das HKC21 All Sports Team Hannover in 47,16 Sekunden den zweiten Platz der Championsklasse Mixed. Das ABC Team folgte mit 47,34 Sekunden auf Rang drei.
Auch in anderen Rennen lagen die Mannschaften dicht beieinander. Im B‑Finale der Championsklasse trennten den Zweit- und Drittplatzierten nach Angaben der Veranstalter lediglich zwei Hundertstelsekunden.
In der Sportklasse Mixed gewann SCN Icebreaker mit 51,59 Sekunden vor den WBodden Dragons (51,71) und dem KV Neuruppin (51,82). Bei den Business Races setzte sich Die Greisheiligen in 50,32 Sekunden vor rebus Torpedo’s (50,96) und der Ypsomed High Volume Crew (52,44) durch.
Das Frauenfinale entschieden die Ladykracher in 52,19 Sekunden für sich. HKC21 United Woman erreichte mit 52,37 Sekunden Platz zwei, Spree Sister mit 52,74 Sekunden Rang drei. In der Open-Klasse gewann das HKC21 All Sports Team Hannover in 46,29 Sekunden vor den Wann Sea Dragons (46,59) und Amber Szczecin (47,24).
Drachenboot kentert nach Kollision
Einen Zwischenfall gab es im 86. Rennen. Zwei Drachenboote kollidierten, eines davon kenterte. Nach Angaben der Veranstalter blieben alle Paddler unverletzt.
Die Rennen wurden für knapp eine halbe Stunde unterbrochen. Das gekenterte Boot wurde geborgen und anschließend aus dem weiteren Rennbetrieb genommen, das zweite beteiligte Boot überprüft. Die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes war bei dem Zwischenfall im Einsatz.
Später musste ein weiterer Sportler medizinisch versorgt werden. Nähere Angaben zu dessen Zustand machten die Veranstalter nicht. Damit endet das Drachenbootfestival am Pfaffenteich vorerst ohne Termin für eine nächste Auflage. Ob die Veranstaltung bereits 2028 zurückkehrt, ist derzeit offen.




