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Zukunft des Drachenbootfestivals:
Wie es nach dem Rückzug der Organisatoren weitergehen könnte

2027 pausiert das Drachenbootfestival Schwerin. Nun beginnt die Suche nach einer neuen Organisationsstruktur. Stadt und Stadtwerke signalisieren Unterstützung für eine Rückkehr.

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  • Veröffentlicht August 19, 2026
Feuer­w­erk über dem Pfaf­fen­te­ich: Das Drachen­boot­fes­ti­val gehört seit Jahrzehn­ten zu den großen Pub­likums­mag­neten in Schw­erin – 2027 soll die Ver­anstal­tung pausieren. Foto (Archiv): Niklas Rühl

 


In Kürze:

  • Das Drachen­boot­fes­ti­val Schw­erin pausiert 2027 nach dem Rück­zug der langjähri­gen Chefor­gan­isatoren Michael Nowack und Chris Richter.
  • Ober­bürg­er­meis­ter Sebas­t­ian Ehlers will die Beteiligten zusam­men­brin­gen. Im Mit­telpunkt dürfte die Frage ste­hen, wie die Organ­i­sa­tion kün­ftig auf mehrere Schul­tern verteilt wer­den kann.
  • Die Stadtwerke sind grund­sät­zlich zu weit­er­er Unter­stützung bere­it. Ob das Fes­ti­val bere­its 2028 zurück­kehrt, ist noch offen.

 

Nach der angekündigten Pause 2027 begin­nt die Suche nach ein­er Zukun­ft für das Drachen­boot­fes­ti­val Schw­erin. Ober­bürg­er­meis­ter Sebas­t­ian Ehlers (CDU) will die Beteiligten in den kom­menden Wochen an einen Tisch holen. Auch die Stadtwerke Schw­erin sig­nal­isieren grund­sät­zlich Bere­itschaft, eine Neuau­flage weit­er­hin zu unter­stützen.

Aus­lös­er ist der Rück­zug der langjähri­gen Chefor­gan­isatoren Michael Nowack und Chris Richter. Bei­de hat­ten am Son­ntag nach Abschluss des diesjähri­gen Fes­ti­vals angekündigt, nach elf Jahren die Ver­ant­wor­tung abzugeben. Die Kanuren­nge­mein­schaft Schw­erin (KRG) ste­ht damit vor der Auf­gabe, die Organ­i­sa­tion neu aufzustellen.

 


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Eine schnelle Lösung zeich­net sich bis­lang nicht ab. Die KRG ließ eine Anfrage von SNO zur kün­fti­gen Organ­i­sa­tion zunächst unbeant­wortet. Offen ist deshalb vor allem, ob inner­halb des Vere­ins neue Ver­ant­wortliche übernehmen kön­nen oder ob das Fes­ti­val kün­ftig auf eine bre­it­ere organ­isatorische Basis gestellt wer­den muss. Dabei kön­nte es nicht nur um die Organ­i­sa­tion gehen, son­dern auch um die grund­sät­zliche Form der Ver­anstal­tung. Im Raum ste­hen unter­schiedliche Möglichkeit­en, von ein­er Fort­set­zung des bish­eri­gen Fes­ti­vals über eine stärk­er auf den Sport konzen­tri­erte Vari­ante bis hin zu einem anderen Ver­anstal­tung­sort. Selb­st die Frage, ob das Fes­ti­val dauer­haft in sein­er bish­eri­gen Form fortbeste­hen kann, ist damit noch nicht beant­wortet.

Ober­bürg­er­meis­ter Sebas­t­ian Ehlers (CDU) macht deut­lich, dass die Stadt an ein­er Rück­kehr inter­essiert ist. „Als Stadt respek­tieren wir die Entschei­dung der KRG, ein Jahr auszuset­zen und sich neu zu organ­isieren. Ich habe den Organ­isatoren bere­its am Son­ntag die Unter­stützung der Stadt für den weit­eren Aus­tausch zugesichert“, erk­lärte er auf Anfrage von SNO.

Stadt will Beteiligte zusammenbringen

In den kom­menden Wochen soll es Gespräche über die Zukun­ft des Fes­ti­vals geben. „Wir wer­den uns mit allen Beteiligten an meinem Tisch zusam­menset­zen“, kündigte Ehlers an. Wer genau daran teil­nehmen soll und wann das Tre­f­fen stat­tfind­en wird, ist im Moment offen. Konkrete Vorschläge für die kün­ftige Organ­i­sa­tion gibt es von der Ver­wal­tung bis­lang eben­falls nicht. Dafür sei es nach der Ankündi­gung der Pause noch zu früh. Ehlers for­muliert jedoch das Ziel der Stadt klar: „Mir ist wichtig, dass dieses tra­di­tion­sre­iche Fes­ti­val auch kün­ftig Teil des sportlichen und kul­turellen Lebens in Schw­erin bleibt.“

Die Dimen­sion der Auf­gabe ist beträchtlich. Nach Angaben der Ver­anstal­ter kamen in diesem Jahr rund 35.000 Besuch­er an den Pfaf­fen­te­ich, mehr als 2.000 Teil­nehmer waren dabei. Hin­ter den drei Ver­anstal­tungsta­gen ste­ht entsprechend viel Vor­bere­itung. Das Fes­ti­val ist dabei längst mehr als ein rein­er Sportwet­tbe­werb. Rund um die Ren­nen gehören Gas­tronomie, Unter­hal­tung und weit­ere Pro­gramm­punk­te zum Ver­anstal­tungskonzept. Eine Verkleinerung würde deshalb nicht nur den organ­isatorischen Aufwand reduzieren, son­dern auch den Charak­ter des Fes­ti­vals verän­dern.

Nachfolger allein könnten nicht reichen

Die zen­trale Her­aus­forderung dürfte darin liegen, die bish­er bei weni­gen Ver­ant­wortlichen gebün­delte Arbeit kün­ftig anders zu verteilen. Nowack und Richter haben über elf Jahre Erfahrun­gen, Kon­tak­te und Wis­sen über die Abläufe aufge­baut. Bei ein­er Großver­anstal­tung dieser Dimen­sion müssen unter anderem Renn­be­trieb, Helfer, Sicher­heit, Genehmi­gun­gen, Tech­nik, Infra­struk­tur und Spon­soren koor­diniert wer­den. Ein erhe­blich­er Teil dieser Arbeit wird ehre­namtlich geleis­tet.

Bere­its bei der Ankündi­gung ihres Rück­zugs hat­ten die bish­eri­gen Organ­isatoren auf diesen Aufwand hingewiesen. Damit geht es nicht nur um die Frage, wer Nowack und Richter erset­zt. Zu klären ist auch, ob die bish­erige Struk­tur ohne die bei­den langjähri­gen Organ­isatoren noch funk­tion­iert. Eine Möglichkeit wäre, einzelne Auf­gaben stärk­er zwis­chen der KRG, weit­eren Part­nern und exter­nen Dien­stleis­tern aufzuteilen. Eine andere Vari­ante kön­nte darin beste­hen, Umfang und Konzept des Fes­ti­vals zu verän­dern. Auch ein Wech­sel vom Pfaf­fen­te­ich an den Faulen See, wo die Kanuren­nge­mein­schaft ihr Vere­ins­gelände hat, wäre grund­sät­zlich denkbar. Damit würde sich allerd­ings eine der Beson­der­heit­en der Ver­anstal­tung verän­dern: Der Pfaf­fen­te­ich bringt den Drachen­boot­sport unmit­tel­bar in die Schw­er­iner Innen­stadt.

Stadtwerke bleiben grundsätzlich dabei

Zum Kreis möglich­er Part­ner gehören weit­er­hin die Stadtwerke Schw­erin. Das kom­mu­nale Unternehmen unter­stützt das Drachen­boot­fes­ti­val seit vie­len Jahren als Spon­sor. Die Nachricht von der Pause sei über­raschend gekom­men und werde bedauert, teil­ten die Stadtwerke auf SNO-Anfrage mit.

Für die Zukun­ft gibt es ein klares Sig­nal: „Grund­sät­zlich beste­ht in unserem Haus die Bere­itschaft, einen Beitrag für zukün­ftige Drachen­boot­fes­ti­vals zu leis­ten“, so ein Sprech­er der Stadtwerke. Sollte sich die Ver­anstal­ter- und Organ­i­sa­tion­sstruk­tur ändern, wolle das Unternehmen dies allerd­ings zunächst bew­erten und in seine Entschei­dung über ein kün­ftiges Engage­ment ein­fließen lassen. Auch die Stadt unter­stützt das Fes­ti­val bis­lang finanziell und organ­isatorisch. Von 2019 bis 2024 erhielt die KRG ins­ge­samt 7.000 Euro an direk­ten För­der­mit­teln. Für dieses Jahr wur­den weit­ere 1.000 Euro beantragt. Hinzu kom­men Vergün­s­ti­gun­gen etwa bei der Nutzung städtis­ch­er Flächen und bei Aus­nah­megenehmi­gun­gen für das Parken.

Die Finanzierung ist damit ein Fak­tor bei ein­er möglichen Neuauf­stel­lung, aber nicht die einzige offene Frage. Für die Zukun­ft dürfte zunächst entschei­dend sein, wer die organ­isatorische Ver­ant­wor­tung übern­immt, wie die zahlre­ichen Auf­gaben verteilt wer­den und in welch­er Form das Fes­ti­val über­haupt fort­ge­führt wer­den soll.

Pause als Jahr für einen Neustart

Die Pause 2027 ver­schafft der KRG Zeit, die Organ­i­sa­tion neu aufzustellen. Dabei wird zu klären sein, welche Auf­gaben der Vere­in weit­er­hin selb­st übernehmen kann und wo zusät­zliche Part­ner oder pro­fes­sionelle Unter­stützung notwendig sind. Auch Größe, Konzept und möglicher­weise der Ver­anstal­tung­sort kön­nten Teil der Neuauf­stel­lung wer­den. Auch die kün­ftige Rolle der Stadt dürfte bei den angekündigten Gesprächen eine Rolle spie­len.

Ob bere­its 2028 wieder Drachen­boote beim Fes­ti­val über den Pfaf­fen­te­ich fahren, ist deshalb offen. Die Voraus­set­zun­gen für Gespräche sind zumin­d­est vorhan­den: Die Stadt will die Beteiligten zusam­men­brin­gen, die Stadtwerke sig­nal­isieren weit­ere Unter­stützung. Nun kommt es darauf an, ob die KRG und ihre Part­ner eine Struk­tur find­en, die das Fes­ti­val auch ohne die bei­den langjähri­gen Chefor­gan­isatoren tra­gen kann.

Die Pause kön­nte damit mehr wer­den als nur ein Jahr ohne Drachen­boot­fes­ti­val. Sie kön­nte darüber entschei­den, ob die Ver­anstal­tung in ihrer bish­eri­gen Form zurück­kehrt, sich grundle­gend verän­dert oder ein anderes Konzept für den Schw­er­iner Drachen­boot­sport entste­ht.