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Mehr Rechenleistung:
Neues Rechenzentrum in Schwerin – Das steckt hinter dem Millionenprojekt

In Schwerin entsteht ein neues Rechenzentrum für die Landesverwaltung. Es soll mehr Kapazität, höhere Ausfallsicherheit und zusätzliche Möglichkeiten für digitale und KI-basierte Anwendungen schaffen.

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  • Veröffentlicht September 21, 2026
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Beim Richt­fest für das neue DVZ-Rechen­zen­trum in Schw­erin kamen Vertreter des Lan­des, des DVZ sowie der beteiligten Bau- und Pro­jek­tun­ternehmen zusam­men. Foto: DVZ

 


In Kürze:

  • In Schw­erin entste­ht ein neues Rechen­zen­trum für zen­trale IT-Sys­teme der Lan­desver­wal­tung mit 236 Serv­er-Racks und rund 11.000 Höhenein­heit­en.
  • Aus­fall­sichere Stromver­sorgung, effizien­tere Küh­lung und zusät­zliche Kapaz­itäten sollen die Lan­des-IT auf wach­sende Anforderun­gen vor­bere­it­en.
  • Ursprünglich war die Inbe­trieb­nahme bere­its für 2026 vorge­se­hen. Aktuell nen­nt das DVZ das zweite Quar­tal 2027 als Fer­tig­stel­lung­ster­min.

 

Das neue Rechen­zen­trum des Lan­des in Schw­erin ist im Rohbau weit­ge­hend fer­tig. An der Lübeck­er Straße wurde jet­zt Richt­fest gefeiert. Nach rund drei Jahren Pla­nung entste­ht dort zusät­zliche IT-Infra­struk­tur für die Lan­desver­wal­tung. Fer­tiggestellt wer­den soll der Neubau im zweit­en Quar­tal 2027.

Das Gebäude umfasst drei Geschosse sowie ein zusät­zlich­es Tech­nikgeschoss. In vier getren­nten Com­put­er­räu­men entste­hen 236 Serv­er-Racks mit ins­ge­samt rund 11.000 Höhenein­heit­en. Die max­i­male IT-Last gibt das Daten­ver­ar­beitungszen­trum Meck­len­burg-Vor­pom­mern (DVZ) mit rund 1,3 Megawatt an.

Für Finanz- und Dig­i­tal­isierungsmin­is­ter Heiko Geue geht es bei dem Neubau auch um die Kon­trolle über die dig­i­tale Infra­struk­tur des Lan­des. „Wir wollen selb­st über den Ein­satz von dig­i­tal­en Tech­nolo­gien und den Schutz unser­er Dat­en entschei­den kön­nen“, sagte Geue beim Richt­fest. Das neue Rechen­zen­trum schaffe zudem Kapaz­itäten, die das Land für eine KI-basierte dig­i­tale Ver­wal­tung benötige.

Das DVZ ist der zen­trale IT-Dien­stleis­ter des Lan­des. Es betreibt und entwick­elt IT-Infra­struk­turen und Fachver­fahren für die Ver­wal­tung und bindet diese in beste­hende Sys­teme ein. DVZ-Geschäfts­führer Hubert Lud­wig sieht im Neubau die Voraus­set­zung dafür, die Lan­des-IT langfristig weit­erzuen­twick­eln. „Hohe Leis­tungs­fähigkeit und ein ver­ant­wor­tungsvoller Umgang mit Ressourcen gehören für uns dabei zusam­men“, erk­lärte Lud­wig.

Mehr Kapazität für die Landesverwaltung

Der Neubau soll vor allem einen sicheren und möglichst aus­fall­sicheren Betrieb der IT-Sys­teme der Lan­desver­wal­tung ermöglichen. Damit unter­schei­det sich das Pro­jekt von pri­vat finanzierten Rechen­zen­tren, die eben­falls in Meck­len­burg-Vor­pom­mern entste­hen. Das DVZ ver­weist darauf, dass bei­de Entwick­lun­gen unter­schiedliche Auf­gaben erfüllen.

Der Bedarf an Rechen­leis­tung wächst. Ver­wal­tungsver­fahren wer­den dig­i­tal­isiert, Anwen­dun­gen zen­tral betrieben und Dat­en in gemein­samen Infra­struk­turen ver­ar­beit­et. Hinzu kom­men Cloud-Dien­ste und zunehmend Anwen­dun­gen kün­stlich­er Intel­li­genz.

Frühere Pro­jek­tun­ter­la­gen des DVZ zeigen zudem, warum eine Erweiterung der vorhan­de­nen Infra­struk­tur nicht ohne Weit­eres aus­re­icht. Beim beste­hen­den Rechen­zen­trum stoßen ins­beson­dere Stromver­sorgung und Küh­lleis­tung an Gren­zen. Eine Erweiterung des Bestands wäre auf­grund der baulichen Gegeben­heit­en aufwendig.

 

 Gemein­sam nach dem tra­di­tionellen Richt­spruch: Der Zim­mer­mann, Dachdeck­erei Ben­der, mit Ralf Siefen, CEO und Vor­sitzen­der der Geschäfts­führung der Data Cen­ter Group, DVZ-Geschäfts­führer Hubert Lud­wig und Finanz- und Dig­i­tal­isierungsmin­is­ter Dr. Heiko Geue (v. l. n. r.). Foto: DVZ

 

Bere­its im März 2025 erk­lärte die Lan­desregierung gegenüber dem Land­tag, dass sich die Kapaz­ität­s­pla­nung des DVZ in erster Lin­ie am Bedarf der Lan­desver­wal­tung ori­en­tiert. Dazu gehören unter anderem Fachver­fahren der Behör­den, zen­trale Kom­mu­nika­tions­di­en­ste und dig­i­tale Ver­wal­tungsleis­tun­gen.

Ausfallsicherheit spielt zentrale Rolle

Beson­dere Anforderun­gen gel­ten für die Betrieb­ssicher­heit. Nach Angaben des DVZ wer­den die tech­nis­chen Sys­teme redun­dant aus­gelegt. Vere­in­facht bedeutet das: Wichtige Kom­po­nen­ten sind mehrfach vorhan­den, sodass beim Aus­fall eines Sys­tems ein anderes übernehmen kann.

Das Rechen­zen­trum wird nach der europäis­chen Norm DIN EN 50600 in Ver­füg­barkeit­sklasse 3 aus­gelegt. Diese definiert Anforderun­gen an die tech­nis­che Infra­struk­tur von Rechen­zen­tren und soll unter anderem sich­er­stellen, dass Wartungsar­beit­en nicht zwangsläu­fig zu ein­er Unter­brechung des IT-Betriebs führen.

Frühere Pro­jek­t­pla­nun­gen sehen dafür unter anderem getren­nte Stromver­sorgungswege und eine Not­stromver­sorgung vor. Ger­ade für ein Rechen­zen­trum, über das zen­trale Anwen­dun­gen von Lan­des­be­hör­den laufen, soll so das Risiko größer­er Aus­fälle reduziert wer­den.

Weniger Energie für die Kühlung

Auch der Energie­ver­brauch spielt bei dem Neubau eine Rolle. Zur Küh­lung soll unter anderem soge­nan­ntes Free Cool­ing einge­set­zt wer­den. Dabei kön­nen geeignete niedrige Außen­tem­per­a­turen genutzt wer­den, sodass weniger Energie für die tech­nis­che Erzeu­gung von Kälte benötigt wird. Außer­dem wird das Gebäude für eine Wärmerück­gewin­nung vor­bere­it­et.

Nach Angaben des DVZ gegenüber dem NDR soll die Küh­lung mit einem geschlosse­nen Kreis­lauf arbeit­en. Für den laufend­en Kühl­prozess werde dadurch kein zusät­zlich­es Wass­er benötigt. Die entste­hende Abwärme kön­nte grund­sät­zlich weit­er­ver­wen­det wer­den. Ein konkreter Abnehmer dafür ist bis­lang allerd­ings nicht öffentlich bekan­nt.

Auf dem Gelände des DVZ wird bere­its ein Teil des benötigten Stroms selb­st pro­duziert. Eine Pho­to­voltaikan­lage soll nach Unternehmen­sangaben jährlich bis zu 585.000 Kilo­wattstun­den Strom erzeu­gen. Sie deckt damit allerd­ings nur einen Teil des Energiebe­darfs des Stan­dorts.

Ursprünglich war 2026 vorgesehen

Dem Richt­fest gin­gen nach Angaben des DVZ rund drei Jahre Pla­nung voraus. Der Bauantrag wurde im März 2025 ein­gere­icht. Anfang 2026 lag die Bau­genehmi­gung vor, am 13. Mai 2026 wurde der Grund­stein gelegt. Für die Umset­zung des Neubaus ist als Gen­er­alauf­trag­nehmer die Data Cen­ter Group ver­ant­wortlich.

 

So soll das Rechen­zen­trum ein­mal ausse­hen. Foto: DVZ

 

Der ursprüngliche Zeit­plan sah allerd­ings eine frühere Inbe­trieb­nahme vor. Noch im März 2025 teilte die Lan­desregierung dem Land­tag mit, das neue Rechen­zen­trum solle 2026 in Betrieb gehen. Frühere Pro­jek­tun­ter­la­gen des DVZ nan­nten den 30. Juni 2026 als Ziel­ter­min. Nun ist die Fer­tig­stel­lung für das zweite Quar­tal 2027 vorge­se­hen. Einen konkreten Grund für die Ver­schiebung nen­nt das DVZ in sein­er Mit­teilung zum Richt­fest nicht.

Ralf Siefen, Geschäfts­führer der mit dem Bau beauf­tragten Data Cen­ter Group, beze­ich­nete das Richt­fest als „wichti­gen Meilen­stein auf dem Weg zu einem zukun­fts­fähi­gen und hochver­füg­baren Rechen­zen­trum“. Nach dem Rohbau ver­lagern sich die Arbeit­en nun zunehmend auf die tech­nis­che Ausstat­tung.

Technik wird jetzt eingebaut

Nach dem Richt­fest sollen zunächst Energie‑, Kälte- und Sicher­heit­stech­nik instal­liert wer­den. Danach fol­gt die eigentliche IT-Infra­struk­tur. Anschließend ist vorge­se­hen, die Sys­teme aus dem bish­eri­gen Rechen­zen­trum schrit­tweise in den Neubau zu über­tra­gen.

Damit bedeutet die für das zweite Quar­tal 2027 angekündigte Fer­tig­stel­lung noch nicht zwangsläu­fig, dass zu diesem Zeit­punkt sämtliche Sys­teme bere­its im Neubau laufen. Einen Ter­min, bis wann die Migra­tion voll­ständig abgeschlossen sein soll, nen­nt das DVZ bis­lang nicht.

Das Pro­jekt wird vom Min­is­teri­um für Finanzen und Dig­i­tal­isierung und dem DVZ gemein­sam umge­set­zt. Nach Angaben des Unternehmens gibt das Min­is­teri­um die strate­gis­chen Rah­menbe­din­gun­gen vor, während das DVZ für die tech­nis­che Seite des Pro­jek­ts zuständig ist.

Aktuelle Gesamtkosten nicht genannt

Wie hoch die Investi­tion­skosten inzwis­chen sind, geht aus der Pressemit­teilung zum Richt­fest nicht her­vor. Frühere öffentlich zugängliche Pro­jek­tun­ter­la­gen nan­nten eine Kalku­la­tion von rund 21,3 Mil­lio­nen Euro net­to. Da diese Zahl aus ein­er früheren Pla­nungsphase stammt, lässt sie keinen sicheren Rückschluss auf die heuti­gen Gesamtkosten zu.

Auch die späteren Betrieb­skosten und der konkrete Stromver­brauch des Neubaus wer­den bis­lang nicht bez­if­fert. Offen ist außer­dem, ob und wie die bei den Servern entste­hende Abwärme tat­säch­lich außer­halb des Rechen­zen­trums genutzt wer­den soll.