Dynamik um Hochschulstandort Schwerin nutzen

Am vergangenen Dienstag fand die Mitgliederversammlung des Vereins "Förderer von Hochschulen in Schwerin e.V." statt. Das Thema Hochschulstandort hätte in letzter Zeit an Dynamik gewonnen. Diese gilt es jetzt zu nutzen, lautet der Tenor an diesem Tag.

07 Mitgliederversammlung des Förderer von Hochschulen in Schwerin e.V.
Foto: Schwerin-Lokal.de

Nicht zuletzt der zurückliegende Kommunalwahlkampf hat gezeigt, dass inzwischen über Parteigrenzen hinweg Wege zur Stärkung und Entwicklung des Hochschul- und Wissenschaftsstandortes Schwerin gesucht werden. In vielen Wahlprogrammen fanden sich verschiedene Ideen und Forderungen wieder, die eine Entwicklung der Landeshauptstadt in diesem Bereich auf die Tagesordnung setzten. Schwerin-Lokal berichtete bereits darüber.

Für die „Förderer von Hochschulen in Schwerin e.V.“ ist diese Entwicklung ein großer Erfolg. Seit vielen Jahren kämpfen die derzeit 76 Mitglieder mit viel – überwiegend ehrenamtlichem – Engagement um genau diese thematische Priorisierung in der politischen und gesamt-gesellschaftlichen Diskussion zur Stadtentwicklung Schwerins. Lange wurden der Verein und vor allem auch sein Vorsitzender, Dr. Joachim Wegrad, eher dafür belächelt, wenn sie wiederholt Anlauf nahmen, das Thema „Entwicklung des Hochschul- und Wissenschaftsstandorts Schwerin“ auf die Agenda zu bringen. Nun aber sei „eine Dynamik entstanden, die es jetzt und in den nächsten Jahren zu nutzen gilt“, erklärte Dr. Wegrad im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung des Vereins in der Aula der Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) am Pfaffenteich.

 

Bestehende Hochschulen involvieren

 

Der frühere Staatssekretär und Vereinsvorsitzende verwies im Bericht des Vorstandes erneut auf die „ausnahmslos gute Zusammenarbeit mit den bereits bestehenden Hochschulen“ sowie mit verschiedenen wissenschaftlich arbeitenden Institutionen und Unternehmen. Er unterstrich damit erneut, dass es darum gehen muss, die bestehenden Strukturen zu stärken und gemeinsam eine im Interesse aller Beteiligten positive Entwicklung Schwerins weiter zu forcieren.

Als einen wichtigen Meilenstein auf diesem Weg benannte Dr. Wegrad auch die in jüngerer Vergangenheit entstandene enge Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin, die mit der Wahl des Hauptgeschäftsführers Siegbert Eisenach in den Vereinsvorstand 2018 bereits auch nach außen deutlich erkennbar wurde. Seither sei die Thematik auch durch die IHK erkennbar aufgegriffen und auf verschiedenste Weise spürbar vorangetrieben worden.

 

Beirat organisiert wichtige Prozessschritte

 

Ein wesentlicher Pfeiler der gemeinsamen Arbeit von IHK und des Fördervereins sei der zum 1. Januar 2019 gegründete Beirat unter Leitung von Dr. Dorothee Wetzig, der mit den Zielen einer Unterstützung der bestehenden sowie dem Aufbau neuer privater und öffentlicher Hochschul- und Wissenschaftseinrichtungen sowie der langfristig angelegten Schaffung erforderlicher Grundlagen zur Ansiedlung bzw. Gründung einer staatlichen Hochschuleinrichtung in Schwerin angetreten ist. Schwerin müsse, so konkretisierte Dr. Wegrad in seinen Ausführungen eines der Ziele, fester Bestandteil des Hochschulpaktes II und der nächsten Hochschulplanung des Landes Mecklenburg-Vorpommern werden. Hier sei noch viel Arbeit erforderlich, aber man sei auf einem sehr guten Weg.

 

Durchaus Diskussionsbedarf bei Ausrichtung

 

Frau Dr. Wetzig gab zudem einen ersten Einblick in die bisherige Arbeit und die ersten Ergebnisse der Beiratsarbeit. In zahlreichen Gesprächs- und Diskussionsrunden sei unter anderem herausgearbeitet worden, dass man die gewünschten Entwicklungen unter den vier Begriffen „International, Interdisziplinär, Masterstudiengänge, Dual-Studiengänge“ zusammenfassen könne. In diese Richtung wolle man nun arbeiten. Die anschließende Diskussionsrunde wie auch verschiedene Randgespräche zeigten aber auch, dass dies durchaus auch kritisch bewertet wird. Dies seien „Rosinen, die sich jeder gern herauspicken würde“, hieß es unter anderem. Auch wurde hinterfragt, ob diese Konzentration auch tatsächlich spätere Arbeitsmarktchancen der Studierenden vor Ort bringen würde, da es doch Ziel sein müsse, auch konkret den Bedürfnissen der regionalen Wirtschaft mit einem neuen Hochschulstandort gerecht zu werden. Dr. Wegrad verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass man bereits mehrfach Anlauf genommen hätte, konkrete Erwartungen der Unternehmen aber auch so etwas wie Zusagen der Übernahme späterer Studierender aus entsprechenden Studiengängen zu bekommen. Dies sei bisher nicht gelungen. Dass man dies so konkret auch nicht erwarten könne, war eine prompte Reaktion aus dem Publikum.

Es besteht also, trotz positiver Entwicklungen, durchaus noch viel Gesprächsbedarf gerade auch in Richtung der regionalen Unternehmen, um eine wirklich gemeinsame Schlagkraft mit dem Ziel einer tatsächlich nachhaltigen Entwicklung des Hochschul- und Wissenschaftsstandortes Schwerin zu entwickeln.

 

Neue Stiftung braucht Unterstützer

 

Um aber schon heute weitere konkrete Schritte einzuleiten und zukünftig noch besser konkrete Projekte im Hochschul- und Wissenschaftsbereich unterstützen zu können, haben die „Förderer von Hochschulen in Schwerin e.V.“ die Gründung einer Stiftung „Studieren und Forschung in Schwerin“ gegründet. Die vorgesehene Startsumme soll 25.000 € betragen – die ersten 5.000,-€ wurden bereits durch die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin zur Verfügung gestellt. Nun gelte es, so der Schatzmeister des Vereins Maik Jensen, gesamtgesellschaftlich bei der Wirtschaft, bei Vereinen und Verbänden aber auch bei Privatpersonen um entsprechende Stiftungsunterstützungen zu werben. Da der Mindeststiftungsbetrag bei 1.000,-€ liegt, hat der Verein die zusätzliche Möglichkeit geschaffen, dass kleinere Unterstützungssummen dem Verein zur Verfügung gestellt werden können. Dieser sammelt sie separat, und sobald 1.000,-€ zusammengekommen sind, wird der Betrag dem Stiftungskapital zugeführt.

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Staatswissenschaften -Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein war er angestellt tätig in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Über mehrere Jahre organisierte und realisierte er mit dem von ihm entwickelten Fashionevent LOOK eine kreative Plattform für junge Designerinnen und Designer der Modebranche mit eigener großer Schau. Nebenberuflich arbeitet(e) er freiberuflich als Texter, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als kommunikativer Partner in verschiedenen Projekten. Seine Kunden und Partner sind dabei Werbeagenturen, Unternehmen verschiedener Branchen, staatliche Institutionen, Parteien sowie Privatpersonen. Neben alledem gilt sein Interesse der großen vor allem aber der lokalen Politik, den gewollten und ungewollten Pflanzen im Garten und dem Immobilienbereich. In Letzterem war er haupt- und nebenberuflich im Bereich der Projektentwicklung von Wohn- und Gewerbeimmobilien, sowie unterstützend beim Aufbau einer heute etablierten Hausverwaltung tätig.

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