Nach Vorfällen im Jugendbereich:
Dynamo Schwerin trennt sich von Jugendtrainer – Eltern fordern Rückkehr
Der Schweriner Fußballverein SG Dynamo hat seinen Jugendtrainer nach wiederholten Verstößen ausgeschlossen. Eltern protestieren mit einer Petition und fordern die Rücknahme des Beschlusses.

Die SG Dynamo Schwerin hat sich nach erneuten Vorfällen von einem seiner Jugendtrainer getrennt. Der Vereinsvorstand beschloss einstimmig den Ausschluss des langjährigen Übungsleiters.
Vorfall im Mai führte zu Auflagen
Bereits im Mai dieses Jahres war es im Nachwuchsbereich zu einem Vorfall gekommen, bei dem der Trainer im Umfeld einer Trainingseinheit die Kontrolle verlor. Der Verein sprach damals strenge Auflagen aus. Eine Weiterbeschäftigung war nur unter klar definierten Bedingungen möglich.
In einer Stellungnahme erklärte die SG Dynamo Schwerin: „Dem betroffenen Vereinsmitglied wurde unmissverständlich mitgeteilt, dass es bei weiteren Verstößen zu sofortiger Beendigung der Mitgliedschaft führen würde.“
Erneuter Verstoß nach Sommerpause
Nach der Sommerpause und der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs kam es zu einem weiteren Vorfall. Details nannte der Verein nicht. In der offiziellen Mitteilung heißt es, dass „wiederholte Verstöße gegen die satzungsgemäßen Anforderungen keine Zweifel an der Notwendigkeit dieser Maßnahme ließen“.
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Der Vorstand trat daraufhin zusammen, beriet über die Situation und beschloss einstimmig den Ausschluss. Dieser wurde dem Trainer in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt.
Die SG Dynamo Schwerin veröffentlichte eine ausführliche Erklärung zum Ausschluss. Darin heißt es: „Der jetzt erfolgte Ausschluss fiel dem Verein nicht leicht. Wiederholte Verstöße gegen die satzungsgemäßen Anforderungen ließen jedoch keine Zweifel an der Notwendigkeit dieser Maßnahme.“
Der Verein betonte zudem: „Der Schritt war notwendig, um die Grundwerte und die Integrität des Vereins zu wahren. Insbesondere im Nachwuchsbereich trägt der Verein eine besondere Verantwortung und Vorbildwirkung gegenüber den jungen Sportlerinnen und Sportlern sowie den Eltern.“
Die betroffene Mannschaft werde nach Angaben des Vereins künftig von anderen qualifizierten Nachwuchstrainern betreut.
Verdienste des Trainers
Der ausgeschlossene Trainer, Daniel Klein, ist seit 18 Jahren Mitglied der SG Dynamo Schwerin. Er war als Spieler, Jugendtrainer und Gründer der Jugendabteilung aktiv. Seit 2022 leitete er den Aufbau der Nachwuchsarbeit.
In dieser Zeit wuchs die Abteilung von einem einzelnen Team auf elf Mannschaften an. Viele Kinder und Jugendliche fanden in den vergangenen Jahren im Verein eine sportliche Heimat. Auch der Verein hob in seiner Stellungnahme die Verdienste des Trainers hervor.
Elterninitiative fordert Rücknahme
Parallel zum Ausschluss hat sich eine Elterninitiative gegründet. Diese startete eine Online-Petition unter dem Titel „Unsere Kinder brauchen ihren Trainer!“. Stand heute, haben 106 Unterstützer die Petition unterschrieben. In der Petition wird betont, dass der Jugendtrainer maßgeblich zum Aufbau der Jugendabteilung beigetragen habe. „Mit großem persönlichen Einsatz hat Daniel vielen Kindern und Jugendlichen eine sportliche Heimat gegeben. Für Spielerinnen, Spieler und Eltern war er stets ein verlässlicher Ansprechpartner und Vorbild“, heißt es in dem Aufruf.
Die Initiative kritisiert, dass der Ausschluss ohne vorherige Anhörung erfolgt sei. Der Schritt habe bei vielen Mitgliedern Irritationen ausgelöst und Fragen nach Transparenz und Fairness aufgeworfen. Darüber hinaus äußern die Unterzeichner die Sorge, dass die erfolgreiche Jugendarbeit ohne den bisherigen Jugendleiter erheblich geschwächt werde.
Die Petition fordert „Nachvollziehbarkeit, Transparenz und einen offenen Dialog im Umgang mit diesem Beschluss“. Ziel sei es, den Ausschluss zurückzunehmen.
Weiterhin qualifiziert betreut
Die SG Dynamo Schwerin, ehemals als PSV Schwerin bekannt, erreichte 1990 das FDGB-Pokalfinale gegen Dynamo Dresden (0:2). In den vergangenen Jahren konzentrierte sich der Verein stark auf die Entwicklung seiner Nachwuchsarbeit.
Der Ausschluss des Trainers bedeutet für die Jugendabteilung einen Einschnitt. Einerseits betont der Verein die Einhaltung seiner Grundwerte, andererseits war der Trainer maßgeblich am Ausbau der Abteilung beteiligt.
Ob die Petition Einfluss auf die Entscheidung haben wird, ist derzeit offen. Der Verein erklärte, dass die Maßnahme nach interner Beratung und einstimmigem Vorstandsbeschluss erfolgt sei. Damit steht die SG Dynamo Schwerin vor der Aufgabe, die Nachwuchsarbeit ohne den bisherigen Jugendleiter fortzuführen. „Die Mannschaft des betroffenen Trainers wird weiterhin von qualifizierten Nachwuchstrainern der SG Dynamo Schwerin betreut”, verspricht der Verein allerdings in seiner Stellungnahme.




