Wie Kunst und Politik sich trafen:
Ein Abschiedsgeschenk mit Geschichte von Welk, Kollwitz und Schwerin
Ein Abschiedsgeschenk mit Geschichte: Das Forum.STADT.Geschichte startet mit einem Vortrag über Ehm Welk, Käthe Kollwitz und ihre Verbindung zu Schwerin ins Jahr 2026.

Mit einem historischen Vortrag startet das Forum.STADT.Geschichte des Historischer Verein Schwerin ins neue Veranstaltungsjahr. Am 28. Januar 2026 um 19 Uhr referiert der Landeshistoriker und Publizist Dr. Wolf Karge im Schleswig-Holstein-Haus in Schwerin über „Ehm Welk und sein Abschiedsgeschenk 1948 vom Kulturbund Schwerin“.
Im Mittelpunkt des Vortrags steht eine besondere historische Quelle: eine Mappe, die dem Schriftsteller Ehm Welk am 22. September 1948 von der Schweriner Wirkungsgruppe des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands überreicht wurde. Die Mappe enthält Drucke der „Einundzwanzig Zeichnungen der späten Jahre“ der Künstlerin Käthe Kollwitz sowie ein Widmungsblatt mit den Namen des damaligen Schweriner Vorstandes.
Ehm Welk als prägende Figur der Stadt
Diese Personen gehörten zu den engen Weggefährten Welks während seiner Zeit in Schwerin und repräsentierten zugleich das gesellschaftliche Umfeld des Kulturbundes in der Nachkriegszeit. Dabei handelte es sich überwiegend um Vertreter aus intellektuellen, bürgerlichen und humanistisch geprägten Kreisen, die sich für eine kulturelle und demokratische Erneuerung engagierten.
Ehm Welk war nach 1945 in Schwerin eine prägende Persönlichkeit des kulturellen Lebens. Er wirkte als erster Direktor der Volkshochschule und engagierte sich ehrenamtlich im Kulturbund. Als erfolgreicher Bestsellerautor genoss er in der Nachkriegszeit hohes Ansehen und Einfluss. Dennoch zog er sich in den folgenden Jahren zunehmend aus der aktiven Kulturpolitik zurück. Die Kollwitz-Mappe nahm er mit nach Bad Doberan, wo sie sich heute zusammen mit dem Widmungsblatt im Ehm-Welk-Haus befindet.
Der Vortrag von Dr. Wolf Karge beleuchtet nicht nur die persönliche Beziehung zwischen Welk, Kollwitz und Schwerin, sondern ordnet das Abschiedsgeschenk auch in den kulturpolitischen Kontext der Nachkriegszeit ein. Der Eintritt beträgt zwei Euro, Mitglieder des Historischen Vereins Schwerin haben freien Eintritt.



