Mo, 9. Februar 2026
Close

Wie Kunst und Politik sich trafen:
Ein Abschiedsgeschenk mit Geschichte von Welk, Kollwitz und Schwerin

Ein Abschiedsgeschenk mit Geschichte: Das Forum.STADT.Geschichte startet mit einem Vortrag über Ehm Welk, Käthe Kollwitz und ihre Verbindung zu Schwerin ins Jahr 2026.

Avatar-Foto
  • Veröffentlicht Januar 27, 2026
Heft 8 der "Blätter zur Schweriner Geschichte". Grafik: Bernd Kasten.
Heft 8 der „Blät­ter zur Schw­er­iner Geschichte”. Grafik: Bernd Kas­ten.

 

Mit einem his­torischen Vor­trag startet das Forum.STADT.Geschichte des His­torisch­er Vere­in Schw­erin ins neue Ver­anstal­tungs­jahr. Am 28. Jan­u­ar 2026 um 19 Uhr referiert der Lan­deshis­torik­er und Pub­lizist Dr. Wolf Karge im Schleswig-Hol­stein-Haus in Schw­erin über „Ehm Welk und sein Abschieds­geschenk 1948 vom Kul­tur­bund Schw­erin“.

Im Mit­telpunkt des Vor­trags ste­ht eine beson­dere his­torische Quelle: eine Mappe, die dem Schrift­steller Ehm Welk am 22. Sep­tem­ber 1948 von der Schw­er­iner Wirkungs­gruppe des Kul­tur­bun­des zur demokratis­chen Erneuerung Deutsch­lands über­re­icht wurde. Die Mappe enthält Drucke der „Ein­undzwanzig Zeich­nun­gen der späten Jahre“ der Kün­st­lerin Käthe Koll­witz sowie ein Wid­mungs­blatt mit den Namen des dama­li­gen Schw­er­iner Vor­standes.

 

Ehm Welk als prägende Figur der Stadt

Diese Per­so­n­en gehörten zu den engen Wegge­fährten Welks während sein­er Zeit in Schw­erin und repräsen­tierten zugle­ich das gesellschaftliche Umfeld des Kul­tur­bun­des in der Nachkriegszeit. Dabei han­delte es sich über­wiegend um Vertreter aus intellek­tuellen, bürg­er­lichen und human­is­tisch geprägten Kreisen, die sich für eine kul­turelle und demokratis­che Erneuerung engagierten.

Ehm Welk war nach 1945 in Schw­erin eine prä­gende Per­sön­lichkeit des kul­turellen Lebens. Er wirk­te als erster Direk­tor der Volk­shochschule und engagierte sich ehre­namtlich im Kul­tur­bund. Als erfol­gre­ich­er Best­seller­autor genoss er in der Nachkriegszeit hohes Anse­hen und Ein­fluss. Den­noch zog er sich in den fol­gen­den Jahren zunehmend aus der aktiv­en Kul­tur­poli­tik zurück. Die Koll­witz-Mappe nahm er mit nach Bad Dober­an, wo sie sich heute zusam­men mit dem Wid­mungs­blatt im Ehm-Welk-Haus befind­et.

Der Vor­trag von Dr. Wolf Karge beleuchtet nicht nur die per­sön­liche Beziehung zwis­chen Welk, Koll­witz und Schw­erin, son­dern ord­net das Abschieds­geschenk auch in den kul­tur­poli­tis­chen Kon­text der Nachkriegszeit ein. Der Ein­tritt beträgt zwei Euro, Mit­glieder des His­torischen Vere­ins Schw­erin haben freien Ein­tritt.