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Interview mit dem Vorsitzenden des Welterbefördervereins:
Ein Jahr UNESCO-Welterbe

Am Sonntag feiert Schwerin ein Jahr UNESCO-Weltkulturerbe. Joachim Brenncke, Vorsitzender des Welterbefördervereins blickt auf die Zeit zurück und spricht auch über die Entwicklung der Stadt.

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  • Veröffentlicht Juli 26, 2025
Joachim Brennke, Vor­sitzen­der des Wel­ter­bev­ere­ins schaut im SNO-Inter­view auf den Weg zum Kul­turerbe zurück. Foto: pri­vat

 

Am Son­ntag gehört das Res­i­den­zensem­ble Schw­erin offiziell seit einem Jahr zur UNESCO-Wel­ter­beliste. Im Rah­men dieses beson­deren Jubiläums wird der neue „Wel­ter­be­platz” an der Graf-Schack-Allee feier­lich eingewei­ht. Besuch­er erwartet ein stim­mungsvolles Nach­mit­tagspro­gramm mit musikalis­chen Beiträ­gen, Führun­gen durch aus­gewählte Schloss­bere­iche und kuli­nar­ischen Ange­boten im his­torischen Innen­hof.

Ein­er, der den Weg bis zum Titel UNESCO-Weltkul­turerbe inten­siv begleit­et hat, ist Joachim Bren­ncke. Im Inter­view mit der SNO-Redak­tion blickt der Vor­sitzende des Wel­ter­be­fördervere­ins auf die Zeit zurück, spricht aber auch darüber, wie sich die Stadt seit­dem entwick­elt hat.

SNO: Wie lang hat der Weg zum Wel­terbe für den Vere­in ins­ge­samt gedauert und wie wür­den Sie ihn beschreiben?

Joachim Bren­ncke: Der Weg des Schw­er­iner Res­i­den­zensem­bles zum UNESCO-Weltkul­turerbe war schon ein langer und in Teilen beschw­er­lich­er. Von der Idee bis zum Titel­er­halt erscheinen mehr als 20 Jahre ein sehr langer Zeitraum zu sein. Gemessen an der Bedeu­tung des Weltkul­turerbe-Titels rel­a­tiviert sich das aber wieder.

SNO: Wie hat sich der pos­i­tive Bescheid für Sie ange­fühlt?

Joachim Bren­ncke: Den Moment der Anerken­nung als Weltkul­turerbe am 27. Juli 2024 haben sehr viele Bewohn­er dieser Stadt live erlebt. Es war damals eine sehr emo­tionale Sit­u­a­tion, das Gefühl ist bis heute geblieben.

SNO: Die Förderung des Wel­terbes ist ja nun mit dem Bescheid streng genom­men vor­bei. Was sind jet­zt die Auf­gaben des Fördervere­ins?

Joachim Bren­ncke: Ja, das stimmt. Mit dem Erhalt des Weltkul­turerbe-Titels war des Satzungszwecks unseres Fördervere­ins erre­icht. In der Mit­gliederver­samm­lung unseres Fördervere­ins im Dezem­ber 2024 haben wir aber gemein­sam entsch­ieden, dass es im Zusam­men­hang mit dem Wel­ter­beti­tel auch im bürg­er­schaftlichen Engage­ment noch genug konkrete Auf­gaben gibt. Hier sehen wir als Haupt­the­ma die Unter­stützung der Stadt bei der Errich­tung des Wel­terbe-Infor­ma­tion­szen­trums, aber auch eine weit­erge­hende Ein­beziehung der soge­nan­nten „sozialen Rand­grup­pen“. Wir wollen, dass immer mehr Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner stolz auf unsere Stadt sind, auch ver­mit­telt durch das Weltkul­turerbe.

SNO: Was hat sich aus Ihrer Sicht sei­ther in der Stadt verän­dert?

Joachim Bren­ncke: Augen­schein­lich nicht viel. Im Detail wird aber immer mehr an der Kom­mu­nika­tion des The­mas von unter­schiedlichen Akteuren gear­beit­et. Was aber im Stadt­bild zu bemerken ist, dass die Zahl der inter­na­tionalen Touris­ten mehr gewor­den ist.

SNO: Wo sehen Sie noch Bedarfe. Was wün­schen Sie sich für Schw­erin als Wel­terbestadt?

Joachim Bren­ncke: Bedarf gibt es sicher­lich in ein­er ver­stärk­ten Kom­mu­nika­tion zum Wel­ter­bethe­ma, ins­beson­dere mit einem Wel­ter­be­in­for­ma­tion­szen­trum. Ja und wün­schen: immer aus­re­ichend Herzblut bei allen Akteuren.

SNO: Wie schätzen Sie die Iden­ti­fika­tion der Schw­er­iner mit dem Wel­terbe ein?

Joachim Bren­ncke: Die Frage, die sich stellt: Was ist in diesem Zusam­men­hang Iden­ti­fika­tion? Was sich in den let­zten Jahren in der Stadt­ge­sellschaft pos­i­tiv verän­dert hat, ist das Wis­sen um das Wel­terbe-The­ma. Woran wir als Fördervere­in zukün­ftig aber auch weit­er­ar­beit­en wollen, ist das im pos­i­tiv­en Sinn „stolz sein“ auf unsere Stadt, befördert durch das Weltkul­turerbe.