Worauf Kunden in der Eisdiele achten sollten:
Teures Eis in Schwerin – aber ist es wirklich „hausgemacht“?
Die Eispreise steigen auch in Schwerin. Doch teurer bedeutet nicht automatisch besser: Begriffe wie „hausgemacht“ sind rechtlich nicht geschützt. Woran Kunden echtes Handwerk erkennen und wann sich Nachfragen lohnt.

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Mit den ersten sommerlichen Temperaturen füllen sich auch in Schwerin wieder die Eisdielen. Ob auf dem Markt, am Pfaffenteich oder am Schweriner Schloss – eine Kugel Eis gehört für viele bei warmem Wetter einfach dazu. Doch während die Nachfrage steigt, sind in den vergangenen Jahren auch die Preise deutlich geklettert. In einigen Eisdielen kostet eine Kugel inzwischen mehr als zwei Euro.
Doch bedeutet ein höherer Preis automatisch auch eine bessere Qualität? Experten sagen: nicht unbedingt.
„Hausgemacht“ ist kein geschützter Begriff
Viele Eisdielen werben mit Formulierungen wie „aus eigener Herstellung“ oder „selbst gemacht“. Für Kunden klingt das nach frisch zubereitetem Eis, das direkt vor Ort hergestellt wurde. Tatsächlich gibt es für diese Begriffe jedoch keine klare rechtliche Definition.
Das kann dazu führen, dass Kunden Eis bekommen, das zwar in der Eisdiele verarbeitet wurde, aber nicht vollständig dort produziert ist. Laut Verbraucherzentrale kann „hausgemacht“ zum Beispiel auch bedeuten, dass ein industrielles Fertigpulver lediglich mit Wasser angerührt wird. Ebenso möglich ist, dass eine fertige Eisbasis verwendet und anschließend mit Zutaten wie Schokolade, Früchten oder Nüssen verfeinert wird.
Zutatenliste hilft nur bedingt
Wer sichergehen möchte, schaut häufig auf die Zutatenliste. Doch auch diese gibt nicht immer eindeutige Hinweise darauf, wie das Eis hergestellt wurde.
Eisdielen sind nämlich nicht verpflichtet, alle Inhaltsstoffe vollständig offenzulegen. Gesetzlich vorgeschrieben ist lediglich die Kennzeichnung von Allergenen sowie bestimmten Zusatzstoffen wie Farb- oder Konservierungsstoffen.
Farbe und Konsistenz können Hinweise geben
Einige Merkmale können jedoch auf Zusatzstoffe hinweisen. Dazu zählt zum Beispiel die Farbe. Leuchtet Erdbeereis grell-pink oder präsentiert sich sogenanntes „Schlumpfeis“ in intensivem Blau, deutet das häufig auf den Einsatz von Farbstoffen und eine industrielle Herstellung hin.
Auch besonders hoch aufgetürmte Eisberge in der Vitrine sind kein Qualitätsmerkmal. Die imposanten Formen entstehen häufig durch Emulgatoren, die die Eismasse stabil halten.
Diese Zusatzstoffe sorgen dafür, dass sich Fett und Wasser gut verbinden und das Eis langsamer schmilzt. Ein häufig verwendeter Emulgator ist Lecithin (E 322), das meist aus Soja oder Sonnenblumen gewonnen wird. Für die meisten Menschen gilt es als gesundheitlich unbedenklich – für Menschen mit Sojaallergie kann es jedoch problematisch sein.
Im Zweifel einfach nachfragen
Ein weiteres mögliches Indiz: Schmilzt das Eis in der Hand auffällig langsam, könnten ebenfalls Emulgatoren im Spiel sein.
Wer in Schwerin sicher sein möchte, wie das Eis hergestellt wird, sollte im Zweifel einfach nachfragen. Viele Eisdielen geben bereitwillig Auskunft über ihre Zutaten und die Produktion. Denn echtes handwerklich hergestelltes Eis erkennt man oft nicht nur am Geschmack – sondern auch daran, dass die Hersteller offen über ihre Herstellung sprechen.




