Elektroautos in Mecklenburg-Vorpommern: Zahlen und Ranking
Mecklenburg-Vorpommern gehört beim Anteil von Elektroautos weiterhin zu den Schlusslichtern in Deutschland. Gleichzeitig ist die Ladeinfrastruktur im Nordosten vergleichsweise gut ausgebaut, auch für Städte wie Schwerin.

eim Ausbau der Elektromobilität liegt Mecklenburg-Vorpommern weiterhin im hinteren Teil des bundesweiten Rankings. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Analyse: Die Ladeinfrastruktur im Nordosten ist im Verhältnis zur Zahl der Fahrzeuge vergleichsweise gut ausgebaut – eine mögliche Chance für die kommenden Jahre. Das geht aus der Studie „Autonation im Wandel 2026“ hervor, die den deutschen E‑Auto-Markt sowie regionale Unterschiede bei Verbreitung und Infrastruktur untersucht.
Mecklenburg-Vorpommern auf Platz 15 im Bundesvergleich
Beim Anteil rein batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) am gesamten Pkw-Bestand belegt Mecklenburg-Vorpommern Platz 15 von 16 Bundesländern.
Der BEV-Anteil liegt aktuell bei 2,06 Prozent aller zugelassenen Pkw. Insgesamt sind im Land 18.347 Elektroautos registriert. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das allerdings ein deutliches Wachstum: Der Bestand an Elektroautos ist um 25,5 Prozent gestiegen. Bundesweit sind inzwischen mehr als zwei Millionen E‑Autos zugelassen. Ihr Anteil am Pkw-Bestand liegt bei 4,11 Prozent.
Die Studie zeigt, wie unterschiedlich sich Elektromobilität innerhalb Deutschlands entwickelt. Während Hamburg mit 5,29 Prozent den höchsten Anteil an Elektroautos hat, bildet Sachsen-Anhalt mit 1,98 Prozent das Schlusslicht. Mecklenburg-Vorpommern liegt mit seinen 2,06 Prozent nur knapp darüber.
Ein deutliches West-Ost-Gefälle bleibt damit bestehen: In vielen westdeutschen Bundesländern liegt der Anteil elektrischer Pkw bereits deutlich über drei Prozent, während die ostdeutschen Länder meist zwischen zwei und 2,3 Prozent erreichen.
Strukturelle Gründe für den Rückstand
Experten sehen mehrere Ursachen für diese Unterschiede. In ostdeutschen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern sind Durchschnittseinkommen niedriger, große Unternehmensflotten seltener und Dienstwagen mit Elektroantrieb weniger verbreitet. Dabei spielen gerade Firmenwagen und gewerbliche Fuhrparks eine wichtige Rolle für die Elektromobilität: Bundesweit gehen rund zwei Drittel aller neuen E‑Auto-Zulassungen auf gewerbliche Flotten zurück.
Während Mecklenburg-Vorpommern beim Fahrzeugbestand hinterherhinkt, sieht es bei der Ladeinfrastruktur deutlich besser aus. Rechnerisch teilen sich im Bundesland nur etwa 6,8 Elektroautos einen öffentlichen Ladepunkt. Damit gehört Mecklenburg-Vorpommern zu den Regionen mit der besten Versorgung pro Fahrzeug.
Im Bundesdurchschnitt sind es etwa neun E‑Autos pro Ladepunkt. In einigen westdeutschen Bundesländern müssen sich deutlich mehr Fahrzeuge eine Ladesäule teilen.
Dieses sogenannte Infrastruktur-Paradox zeigt sich besonders im Osten: Die Ladepunkte sind vorhanden – die Zahl der Elektroautos wächst jedoch langsamer.
Chancen für Städte wie Schwerin
Gerade für Städte wie Schwerin könnte diese Entwicklung künftig Vorteile bringen. Experten erwarten, dass der Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos stark wächst.
Viele drei Jahre alte Leasingfahrzeuge aus Firmenflotten kommen derzeit auf den Markt – häufig zu deutlich niedrigeren Preisen als Neuwagen. Dadurch könnten Elektroautos auch für Haushalte in strukturschwächeren Regionen erschwinglicher werden.
Wenn der Bestand an günstigen E‑Autos steigt, könnte Mecklenburg-Vorpommern von seiner bereits vorhandenen Ladeinfrastruktur profitieren – und beim Umstieg auf Elektromobilität schneller aufholen.




