Ermland und Masuren – weltweit bekannt

Es gibt einige Bauwerke im Ermland und Masuren, die weltweit bekannt sind. Dazu gehört in erster Linie der Oberländische Kanal.

Er wurde von 1844 bis 1860 erbaut unter Leitung des königlichen preußischen Baurats entwickelt, um die Wirtschaft der Region mit einem Schifffahrtsweg zu verbessern. Unter anderem war der Ingenieur Carl Lentze an dem Bau beteiliget, der auch die Weicheselbrücke in Dirschau gebaut hat und an dem Bau des Sueskanals beteiligt war.

Der Kanal ist 182 Kilometer lang und wird heutzutage hauptsächlich für den Tourismus genutzt. Die Hauptattraktionen sind die fünf Rollberge, mit denen Schiffe über Land transportiert werden können um die teilweise bis zu 99 Meter Höhenunterschiede zu bewältigen. Die Strandseilbahnen für den Antrieb werden mit Wasserrädern angetrieben. Sie sind heute noch in Betrieb, da über die vielen Jahren hinweg fast alle Zahnräder und Gleitlager erneuert wurden, um die antike Technik weiter betreiben zu können.

Ein weiterer internationaler Höhepunkt sind die Kreuzgänge auf der Burg Lidzbark in Heilsberg. Die Burg Heilsberg diente bis 1795 als Residenz der ermländischen Bischöfe und der berühmteste Bewohner war wohl Nikolaus Kopernikus, der hier als Leibarzt des Bischofs Lukas Watzenrode von 1504 bis 1510 wohnte.

In den letzten zweihundert Jahren wurde die Burg unter anderem als Kaserne und Krankenhaus genutzt. Obwohl die Stadt Heilsberg im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde, blieb die Burganlage fast unbeschädigt. Heute beherbergt sie das Regionalmuseum. Die Kreuzgänge der Burg gelten heute als die Ältesten in ganz Polen.

Einer der markantesten Charakteristiken von Emsland und Masuren sind die Bildstöcke. Im ganzen Ermland können bis zu 1400 dieser Bilder gefunden werden, die auch als gelebte Religion bezeichnet werden. Die Ältesten von Ihnen stammen aus dem 17. Jahrhundert und sie wurden bis Ende des 19. Jahrhunderts angefertigt und aufgestellt.

Einer der berühmtesten Vertreter von Ermland und Masuren ist Nikolaus Kopernikus. Obwohl er weltweit als Astronom, Arzt und Mathematiker bekannt wurde, war er auch Domherr des Fürstbistums Emsland. Er wurde 1473 in Thorn in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern geboren, verbrachte aber den größten Teil seines Lebens im Ermland.

Als Wissenschaftler ist Kopernikus für das heliozentrische Weltbild veranwortlich, dass er in seinem Hauptwerk „De revolutionibus orbium coelestium“ veröffentlichte. Darin wird beschrieben, dass die Erde ein Planet ist und sich mit den anderen Planeten um die Sonne bewegt. Die „Kopernische Wende“ wird heute als der Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit bezeichnet.

Touristen können heute die Lebensgeschichte des berühmten Wissenschaftlers nachreisen. Er wurde von 1488 bis 1491 in der Sankt-Johannes-Schule in Thorn ausgebildet und besuchte danach eine Schule in Leslau. 1496 wurde er dann zum Kanoniker der ermländischen Domschule in Frauenburg berufen. Als Administrator der Regierungsgeschäfte für seinen Onkel Lucas Watzenrode war Kopernikus auch für das preußische Münzwesen zuständig. Er veröffentlichte ein Schreiben, das heute noch als wegweisend für die Geldtheorie angesehen wird. Kopernikus praktizierte noch bis in das hohe Alter von 69 als Arzt und starb am 24. Mai 1543 in Frauenburg.

In dieser kleinen Aufzählung dürfen natürlich auch nicht die malerischen Seen fehlen, durch die die Region in der ganzen Welt bekannt wurde. Unter den vielen Seen sticht der Łuknajno-See heraus, der 1976 in die UNESCO-Liste der Biosfera-Reservate aufgenommen wurde.

 

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