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Neue Perspektiven für das KIW-Gelände:
Erste Projektskizze für Landesgartenschau 2035

Das Gelände rund um den alten Güterbahnhof soll im Zuge der Landesgartenschau zu einem neuen urbanen Quartier entwickelt werden.

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  • Veröffentlicht April 30, 2026
Ein Entwurf für die geplante Lan­des­garten­schau. Foto: LHS

Die Lan­deshaupt­stadt Schw­erin treibt ihre Pläne für die Lan­des­garten­schau 2035 voran und hat nun erst­mals eine umfassende Pro­jek­t­skizze vorgestellt. Unter dem Leit­mo­tiv „Miteinan­der – Erbe bewahren – Wan­del gestal­ten“ sollen nicht nur Grün­flächen entste­hen, son­dern auch zen­trale Impulse für Stad­ten­twick­lung, Woh­nungs­bau und Infra­struk­tur geset­zt wer­den.

Die Stadtvertre­tung ste­ht nun vor ein­er rich­tungsweisenden Entschei­dung: Mit ein­er Absicht­serk­lärung gegenüber dem Land kön­nten För­der­mit­tel gebün­delt und der Weg für die weit­ere Pla­nung freigemacht wer­den. Par­al­lel dazu ist eine Mach­barkeitsstudie vorge­se­hen, deren Kosten in die Haushalt­s­pla­nun­gen der Jahre 2027 und 2028 ein­fließen sollen.

Ein Großprojekt mit vielen Chancen

Mit geschätzten Investi­tio­nen von rund 73 Mil­lio­nen Euro und zusät­zlichen Durch­führungskosten von knapp 10 Mil­lio­nen Euro zählt die geplante Garten­schau zu einem der größten Vorhaben der kom­menden Jahre. Fest ste­ht allerd­ings noch nicht, ob die Lan­des­garten­schau tat­säch­lich 2035 stat­tfind­et. Grund dafür ist, dass in dem­sel­ben Jahr auch die Bun­des­garten­schau in Dessau-Roßlau geplant ist. Dem­nach kön­nte sich die Stadt vorstellen, die Lan­des­garten­schau auf 2034 zu ter­minieren.

Für die Ver­anstal­tung wer­den rund 440.000 Besuch­er erwartet. Die BUGA 2009 hat­te im Ver­gle­ich 1,87 Mil­lio­nen Gäste. „Von der BUGA prof­i­tiert die Stadt auch noch nach mehr als 15 Jahren”, so Baudez­er­nent Bernd Not­te­baum. Dazu zählt vor allem die Investi­tion in die Infra­struk­tur – das will die Stadt auch mit der Lan­des­garten­schau wieder schaf­fen.

Im Fokus der Pla­nun­gen ste­hen das ehe­ma­lige KIW-„Vorwärts“-Gelände sowie der alte Güter­bahn­hof. Die rund 39 Hek­tar große Fläche gilt seit Jahren als bedeu­ten­des Entwick­lungs­ge­bi­et – allerd­ings auch als kost­spielige Her­aus­forderung auf­grund vorhan­den­er Alt­las­ten. Die Idee, das Are­al mith­il­fe der Garten­schau für den Bau bezahlbaren Wohn­raums vorzu­bere­it­en, stammt vom Vere­in Pro Schw­erin und fand schnell Unter­stützung in Ver­wal­tung und Lan­despoli­tik. Ziel ist es, einen neuen inner­städtis­chen Stadt­teil zu schaf­fen, der ins­beson­dere Fam­i­lien attrak­tiv­en Wohn­raum bietet. „Außer­dem steigert eine Lan­des­garten­schau die Bekan­ntheit Schw­erins und unseres Weltkul­turerbes. Wir freuen uns, dass unser ehre­namtlich­es Engage­ment so großen Wider­hall find­et”, betont der Vor­sitzende des Vere­ins Pro Schw­erin Wern­er Hinz.

Grünes Band verbindet zentrale Orte

Neben dem Hauptare­al sollen auch die Schwim­mende Wiese sowie der ehe­ma­lige Küchen­garten in das Konzept einge­bun­den wer­den. Die etwa zwei Kilo­me­ter voneinan­der ent­fer­n­ten Flächen sollen durch ein soge­nan­ntes „Grünes Band“ ver­bun­den wer­den – mit tem­porären Grün­flächen, Aufen­thalt­sorten und Aktions­bere­ichen. Dieses Konzept ver­fol­gt gle­ich mehrere Ziele: Besuch­er sollen gezielt in die Innen­stadt gelenkt, der Einzel­han­del gestärkt und neue Wege­beziehun­gen – ins­beson­dere für Rad­fahrer und Fußgänger – dauer­haft etabliert wer­den. Darüber hin­aus greift die Pla­nung auf Erfahrun­gen und Struk­turen der Bun­des­garten­schau 2009 zurück, deren Effek­te bis heute im Stadt­bild sicht­bar sind.

Impulse weit über die Innenstadt hinaus

Die Lan­des­garten­schau soll nicht auf das Zen­trum beschränkt bleiben. Auch im Umland sind Pro­jek­te geplant: Ent­lang der Fahrradroute „Blaue Acht“ rund um den Schw­er­iner See sollen acht Stan­dorte zur „Grü­nen Acht“ weit­er­en­twick­elt wer­den – darunter touris­tisch und land­schaftlich bedeu­tende Orte wie der Zip­pen­dor­fer Strand oder das Freilicht­mu­se­um Mueß.

Ziel des Gesamt­pro­jek­ts ist es, Schw­erin im Kon­text seines Wel­terbe-Titels nach­haltig zu stärken, ökol­o­gis­che Stad­ten­twick­lung voranzutreiben und neue touris­tis­che Ange­bote zu schaf­fen. Gle­ichzeit­ig sollen neue Frei- und Begeg­nungsräume entste­hen, die den sozialen Zusam­men­halt in der Stadt fördern.