Erster EHEC-Fall in Schwerin:
20 Monate alter Junge schwer erkrankt
Ein 20 Monate alter Junge aus dem Schweriner Umland ist schwer an EHEC erkrankt und wird in der Kinderklinik behandelt. Das Gesundheitsamt prüft die Infektionsquelle und ergreift Kita-Maßnahmen.

Das Schweriner Gesundheitsamt meldete am Dienstag einen bestätigten Fall von EHEC bei einem 20 Monate alten Jungen aus dem Schweriner Umland. Das Kind befindet sich mit dem klinischen Bild eines Nierenversagens in der Kinderklinik Schwerin in intensivmedizinischer Behandlung. Eltern und ein vierjähriges Geschwisterkind sind symptomfrei, stehen jedoch unter Beobachtung.
Die behandelnden Ärzte, die Krankenhaushygiene der Helios Kliniken Schwerin sowie die Gesundheitsämter der Landkreise Schwerin und Ludwigslust-Parchim arbeiten eng zusammen, um die Infektionsquelle zu ermitteln. Bislang konnte noch nicht geklärt werden, wie sich der Junge angesteckt hat. Klar ist jedoch, dass sich die Familie in den vergangenen Wochen nicht in den Landkreisen Vorpommern-Rügen oder Vorpommern-Greifswald aufgehalten hat – Regionen, in denen aktuell mehrere EHEC-Infektionen bekannt sind.
Maßnahmen in Schweriner Kita
Der erkrankte Junge besuchte zuletzt am Freitag, den 29. August 2025, eine Kinderkrippe in Schwerin. Die Kinder derselben Krippengruppe gelten nun als enge Kontaktpersonen. Sie dürfen die Einrichtung vorerst nicht besuchen. Das Gesundheitsamt Schwerin kündigte an, hierzu eine Allgemeinverfügung zu erlassen.
Die Eltern der betroffenen Kinder wurden informiert und gebeten, ihre Kinder zu Hause genau auf Symptome einer Magen-Darm-Erkrankung zu beobachten. Sollte bei einem der Kinder ein Arztbesuch erforderlich sein, muss die Kinderarztpraxis vorab telefonisch informiert werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass mögliche EHEC-Verdachtsfälle entsprechend behandelt und hygienische Maßnahmen eingehalten werden.
Hintergrund: Was ist EHEC?
EHEC (enterohämorrhagische Escherichia coli) sind Bakterien, die schwere Durchfallerkrankungen auslösen können. Übertragen werden sie vor allem über verunreinigte Lebensmittel oder den direkten Kontakt von Mensch zu Mensch. Besonders gefährdet sind kleine Kinder und ältere Menschen, da die Infektion in schweren Fällen zum sogenannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) führen kann – eine Erkrankung, die mit akutem Nierenversagen einhergeht.
Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, aufmerksam zu bleiben und bei entsprechenden Symptomen frühzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.



