Do, 18. Juli 2024
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Grün-Weiß Schwerin:
Es fehlte nur der krönende Abschluss

Die Drittliga-Handballerinnen von Grün-Weiß Schwerin wollten eine tolle Saison mit dem Aufstieg in Liga 2 beenden. Aber daraus wurde nichts.

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  • Veröffentlicht Mai 27, 2024
Die Entttäuschung über den verpassen Aufstieg war den Grün-Weißen im Gesicht abzulesen. Foto: Dietmar Albrecht

„Grün-Weiß, Grün-Weiß“, skandierten die Fans in der restlos ausverkauften Reiferbahn-Sporthalle. Wenige Meter weiter sah man reihenweise weinende junge Frauen, die gerade einen großen Traum verpasst haben. Noch ein paar Meter weiter zogen die Spielerinnen des Bergischen HC die T-Shirts mit der Aufschrift „Aufsteiger 2. Liga 2024“ aus den Taschen.

Mit 27:22 hatten sich die Gäste aus Nordrhein-Westfalen in der „Hölle“, wie es der Hallensprecher zu Spielbeginn formulierte, durchgesetzt. Grün-Weiß Schwerin hatte das Nachsehen, die Krönung einer äußerst erfolgreichen Spielzeit blieb verwehrt. Da half auch die prominente Unterstützung von OB Rico Badenschier und Stadtpräsident Sebastian Ehlers nicht. Und das Höllen-Spektakel, das die gut 200 Fans während der gesamten Partie ablieferten, auch nicht.

Schon nach fünf Minuten waren die Weichen gestellt

Sportlich war für die Grün-Weißen an diesem Spätnachmittag schlicht und ergreifend nichts zu holen. Fünf Minuten und 21 Sekunden dauerte es, bis Schwerin die unübersehbare Anfangs-Nervosität halbwegs im Griff hatte und der Ball erstmals im gegnerischen Netz landete. Aber der hatte bis dahin schon dreimal getroffen.

„Der Bergische HC war abgezockter, hat abgeklärter und cleverer gespielt als wir und dementsprechend auch verdient mit fünf Toren Unterschied gewonnen“, brachte es Grün-Weiß-Trainer Johannes Prothmann später auf den Punkt. Dass seine Mannschaft gegen eine starke Deckung nur selten die richtigen Mittel fand, war ein weiterer wichtiger Punkt für den Spielverlauf.

Die Gäste hatten immer die richtige Antwort

Den kleinen Vorsprung aus der Anfangsphase ließ sich der Gast nicht mehr nehmen. Selbst wenn Grün-Weiß mal auf einen Treffer herankam und die Halle wieder förmlich kochte, hatten die Bergischen die richtige Antwort und lagen wenig später wieder mit drei, vier Treffern vorn. So wurden beim Stand von 10:13 die Seiten gewechselt.

„Der Bergische HC war einfach besser besetzt als wir“, analysierte GW-Geschäftsstellenleiter Steffen Franke, der als Trainerschein-Inhaber durchaus kompetent urteilt. Und als nach 35 Minuten eine der besten BHC-Akteurinnen wegen Foulspiels mit Roter Karte vom Feld musste, konnten die Gäste diesen Verlust problemlos kompensieren. Mit einem Fünf-Tore-Vorsprung eine Viertelstunde vor Abpfiff hatte der Bergische HC die Fronten endgültig geklärt.

Neues Spieljahr, neuer Versuch

„Ich bin natürlich traurig“, gestand Johannes Prothmann nach Spielschluss ein. „Wir haben eine tolle Saison in der 2. Liga gespielt, sind dort souverän Zweiter geworden. Ich mache meiner Mannschaft keinerlei Vorwurf, sie hat sich die ganze Spielzeit über toll präsentiert. Das haben auch die Fans heute honoriert. Es fehlte eigentlich nur noch die Krönung mit dem Aufstieg. Aber egal, wir greifen wieder an!“.

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Volker Beier

Volker Beier ist freier Sportjournalist. Mail: redaktion@sn-o.de

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