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Fahrraddemo in Schwerin -
“Wer einen SUV hat, muss dafür auch einen eigenen Parkplatz haben!”

Eine Fahrraddemo und der Start der “Tour de Verkehrswende” und zwischendrin noch eine Prüf-Demo. Das war in der Innenstadt los.

  • Veröffentlicht August 10, 2026
Die Route der Fahrraddemo führte über die Werderstraße und den Obotritenring um die Innenstadt herum. (Foto: Chris Loose)
Die Route der Fahrrad­de­mo führte über die Werder­straße und den Obotriten­ring um die Innen­stadt herum. (Foto: Chris Loose)

Auch diesen Sam­stag (08. August 2026) wurde in Schw­erin demon­stri­ert. Dies­mal aber ohne “Gen­er­a­tion Deutsch­land” und “Gen­er­a­tion Antifa”. Dafür mit dem Fahrrad. Erst gab es eine Fahrrad­de­mo rund um die Innen­stadt, Ziel und Start war der Alte Garten. Laut Polizeiangaben nah­men 80 Men­schen an dieser Ver­samm­lung teil. Zwis­chen­fälle gab es nicht. Danach ging die Ver­samm­lung über in die monatliche Prüf-Demo und um 14 Uhr startete die “Tour de Verkehr­swende”. Bei dieser Tour fährt auch ein Schw­er­iner ein Stück mit.

Fahrraddemo rund um die Innenstadt

Die Fahrrad­de­mo wurde von Johannes angemeldet. Er kommt aus Lud­wigslust und sagt von sich selb­st: “Ich bin ein Aktivist der auf vie­len Hochzeit­en tanzt.” Für die Fahrrad­de­mo hat­te er bis zu 150 Rad­fahrerin­nen und Rad­fahrer erwartet. Der Demo-Zug war am Ende rund 200 bis 300 Meter lang und es kam nur zu leicht­en Verkehr­sein­schränkun­gen.

Johannes aus Ludwigslust hat die Fahrraddemo organisiert. (Foto: Chris Loose)
Johannes aus Lud­wigslust hat die Fahrrad­de­mo organ­isiert. (Foto: Chris Loose)

Die Demo sollte sich für einen Umbau der Städte ein­set­zen. Johannes erk­lärt das so: “Autos ver­brauchen viel Fläche. Dabei sind auch Flächen, die für ökol­o­gis­che Sachen genutzt wer­den kön­nen. Stadt­be­grü­nung zum Beispiel. Und eben auch mehr Fahrrad­wege. Und es geht auch darum Möglichkeit­en für Men­schen und Kinder zu schaf­fen um den öffentlichen Raum zu nutzen, anstatt für Autos.”

Changing Cities

Viele der Teil­nehmer der Fahrrad­de­mo tru­gen graue T‑Shirts von der Organ­i­sa­tion “Chang­ing Cities”. Unter dem Dach von “Chang­ing Cities” wer­den viele Pro­jek­te gesam­melt, die sich für eine Verän­derung von Städten in Deutsch­land ein­set­zen. Die Organ­i­sa­tion kommt aus Berlin und ist aus dem dor­ti­gen Radentscheid von 2018 her­vorge­gan­gen.

Eine der Forderungen von "Changing Cities": Mehr Fahrradwege. (Foto: Chris Loose)
Eine der Forderun­gen von „Chang­ing Cities”: Mehr Fahrrad­wege. (Foto: Chris Loose)

“Chang­ing Cities” organ­isiert jedes Jahr die “Tour de Verkehr­swende”. In diesem Jahr geht es von Schw­erin bis in die Region um Magde­burg. Dabei wird durch Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Nieder­sach­sen und Sach­sen-Anhalt gefahren. Das Mot­to in diesem Jahr: Straßen fair teilen. Mit der “Tour de Verkehr­swende” fordern die Rad­fahrerin­nen und Rad­fahrer, dass alle Verkehrsteil­nehmer auf öffentlichen Straßen gle­ich­berechtigt wer­den und allen die gle­iche Menge an Fläche zur Ver­fü­gung ste­ht.

Christoph aus Schwerin fährt mit

Von Schw­erin über Lüneb­urg bis nach Han­nover fährt Christoph aus Schw­erin bei der “Tour de Verkehr­swende” mit. Wie ste­ht es um die Infra­struk­tur für Rad­fahrer in Schw­erin? Christophs Antwort: „Touris­tis­che Wege sind okay. Zum Beispiel der Fran­zosen­weg. Aber durch die Innen­stadt ist es schw­er. Entwed­er ist die Straße eine Fußgänger­zone oder hat Kopf­steinpflaster, das ist nicht gut. Die aktuelle Lösung mit der Schrittgeschwindigkeit auf dem Marien­platz, die ist ganz gut.”

Christoph möchte sein Gesicht nicht zeigen: "Das gibt in Schwerin immer soviel Hass." (Foto: Chris Loose)
Christoph möchte sein Gesicht nicht zeigen: „Das gibt in Schw­erin immer soviel Hass.” (Foto: Chris Loose)

Einige Leute sagen: „Ohne Auto klappt für mich alles nicht. Wir brauchen eher mehr Park­plätze in der Stadt.” Das sieht der Rad­fahrer anders: “Wir haben immer größere Autos, damit parken wir die Innen­stadt zu. Und dann wer­den mehr Park­plätze gefordert, wenn ein SUV soviel Platz wie zwei Klein­wa­gen braucht. Wer einen SUV hat, muss dafür halt einen eige­nen Park­platz haben. Anson­sten ist das irgend­wo auch ungerecht.”

Kennzeichen und rote Ampeln

Fahrrad­fahrer, die über rote Ampeln fahren, oder Aut­o­fahrer, die Rad­fahrer mit zu geringem Abstand über­holen: Solche Sit­u­a­tio­nen ken­nt auch Christoph. Er betont, dass indi­vidu­elles Fehlver­hal­ten unab­hängig vom Verkehrsmit­tel vorkommt. „Men­schen sind nicht per­fekt, alle machen Fehler“, sagt er dazu. Mit einem Kennze­ichen am Fahrrad hätte er kein Prob­lem: „Dafür bräucht­en wir eben eine Hal­ter­haf­tung – beim Auto wie auch beim Fahrrad. Dann kann sich nie­mand mehr her­ausre­den und behaupten, er sei nicht selb­st gefahren.“

Die Teilnehmer der Fahrraddemo sammelten sich auf dem Alten Garten. (Foto: Chris Loose)
Die Teil­nehmer der Fahrrad­de­mo sam­melten sich auf dem Alten Garten. (Foto: Chris Loose)

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