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Fahrradboom mit Schattenseite:
Unfallzahlen steigen weiter

Fahrradfahren liegt im Trend – doch in Mecklenburg-Vorpommern bleibt es gefährlich. 701 verunglückte Radfahrer im ersten Halbjahr 2025 zeigen: Die Situation auf den Straßen spitzt sich zu.

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  • Veröffentlicht August 4, 2025
Die Unfälle, in die Rad­fahrer ver­wick­elt sind, häufen sich.| Foto: Stephan Wusows­ki

Das Fahrrad ist zu einem beliebten Verkehrsmit­tel gewor­den. Ob sportlich unter­wegs, bei ein­er Aus­fahrt mit der Fam­i­lie oder auf dem täglichen Weg zur Arbeit- Fahrrad­fahren macht Spaß. Nur sich­er muss es sein. Das ist in MV lei­der nicht der Fall, denn die Zahl der verunglück­ten Rad­fahrer liegt auf Reko­rd­niveau:

Unfälle mit tödlicher Folge

Wie aus vor­läu­fi­gen Dat­en des Innen­min­is­teri­ums her­vorge­ht, waren im ersten Hal­b­jahr (2025) 701 Rad­fahrer in einen Unfall ver­wick­elt. Damit nimmt die Zahl im Ver­gle­ich zum Vor­jahreszeitraum, in dem ins­ge­samt 688 Unfälle im Zusam­men­hang mit Fahrrädern reg­istri­ert wur­den, um 13 zu. Einige dieser Unfälle enden tragisch: Erst zu Beginn des Jahres erlag ein Mann, der mit seinem E‑Bike in Parchim unter­wegs war, seinen Ver­let­zung. Wie die Polizei mit­teilte, kol­li­dierte der 61-Jährige mit dem Heck eines abbiegen­den Fahrzeugs.

Obwohl der Rad­verkehr in den let­zten Jahren deut­lich zugenom­men hat, bleibt die Sicher­heit­slage auf vie­len Streck­en kri­tisch. Zu den Todes­fällen, die im Zusam­men­hang mit Rad­fahrern ste­hen, macht das Innen­min­is­teri­um keine Angaben. Aber wie jüngst angestellte dpa-Recherchen ergaben, sind seit Jahres­be­ginn min­destens 6 Rad­fahrer ums Leben gekom­men. Damit set­zt sich die trau­rige Bilanz aus dem Reko­rd­jahr 2024 fort, als ins­ge­samt 14 Men­schen tödlich auf ihrem Rad verunglück­ten. Zum Ver­gle­ich: Im gesamten Jahr 2023 waren es nur zwei.

Pegel ruft zur gegenseitigen Rücksichtnahme auf

Innen­min­is­ter Chris­t­ian Pegel (SPD), der sich bere­its mit Blick auf die Verkehrsun­fall­sta­tis­tik 2024 besorgt zeigte, erneuert nun seinen Appell:
„Der Anstieg ist nicht nur eine sta­tis­tis­che Entwick­lung – er bedeutet mehr ver­let­zte und getötete Men­schen auf unseren Straßen. Daher appel­liere ich an alle Verkehrsteil­nehmer, beson­ders aufmerk­sam und rück­sichtsvoll zu sein. Rad­fahrer sind im Straßen­verkehr beson­ders gefährdet – oft reicht ein kurz­er Moment der Unacht­samkeit für schwere Fol­gen.“

Weil es beson­ders an gefährlichen Kreuzun­gen, auf unüber­sichtlichen Land­straßen oder in Städten ohne durchgängige Rad­in­fra­struk­tur immer wieder zu schw­eren Unfällen kommt, ruft der Innen­min­is­ter Rad­fahrer auf, einen Helm zu tra­gen, um das Risiko schw­er­er Kopfver­let­zun­gen zu ver­ringern. „Ein Helm kann im Ern­st­fall Leben ret­ten – und das mit einem ver­gle­ich­sweise kleinen Aufwand, der aber im entschei­den­den Moment den entschei­den­den Unter­schied machen kann“, so Pegel.

Nach eige­nen Angaben fuhren neun der 2024 tödlich verunglück­ten Rad­fahrer ohne Helm – ein Fakt, der zum Nach­denken anre­gen soll, nicht zur Schuldzuweisung.