Fahrradboom mit Schattenseite:
Unfallzahlen steigen weiter
Fahrradfahren liegt im Trend – doch in Mecklenburg-Vorpommern bleibt es gefährlich. 701 verunglückte Radfahrer im ersten Halbjahr 2025 zeigen: Die Situation auf den Straßen spitzt sich zu.

Das Fahrrad ist zu einem beliebten Verkehrsmittel geworden. Ob sportlich unterwegs, bei einer Ausfahrt mit der Familie oder auf dem täglichen Weg zur Arbeit- Fahrradfahren macht Spaß. Nur sicher muss es sein. Das ist in MV leider nicht der Fall, denn die Zahl der verunglückten Radfahrer liegt auf Rekordniveau:
Unfälle mit tödlicher Folge
Wie aus vorläufigen Daten des Innenministeriums hervorgeht, waren im ersten Halbjahr (2025) 701 Radfahrer in einen Unfall verwickelt. Damit nimmt die Zahl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem insgesamt 688 Unfälle im Zusammenhang mit Fahrrädern registriert wurden, um 13 zu. Einige dieser Unfälle enden tragisch: Erst zu Beginn des Jahres erlag ein Mann, der mit seinem E‑Bike in Parchim unterwegs war, seinen Verletzung. Wie die Polizei mitteilte, kollidierte der 61-Jährige mit dem Heck eines abbiegenden Fahrzeugs.
Obwohl der Radverkehr in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat, bleibt die Sicherheitslage auf vielen Strecken kritisch. Zu den Todesfällen, die im Zusammenhang mit Radfahrern stehen, macht das Innenministerium keine Angaben. Aber wie jüngst angestellte dpa-Recherchen ergaben, sind seit Jahresbeginn mindestens 6 Radfahrer ums Leben gekommen. Damit setzt sich die traurige Bilanz aus dem Rekordjahr 2024 fort, als insgesamt 14 Menschen tödlich auf ihrem Rad verunglückten. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2023 waren es nur zwei.
Pegel ruft zur gegenseitigen Rücksichtnahme auf
Innenminister Christian Pegel (SPD), der sich bereits mit Blick auf die Verkehrsunfallstatistik 2024 besorgt zeigte, erneuert nun seinen Appell:
„Der Anstieg ist nicht nur eine statistische Entwicklung – er bedeutet mehr verletzte und getötete Menschen auf unseren Straßen. Daher appelliere ich an alle Verkehrsteilnehmer, besonders aufmerksam und rücksichtsvoll zu sein. Radfahrer sind im Straßenverkehr besonders gefährdet – oft reicht ein kurzer Moment der Unachtsamkeit für schwere Folgen.“
Weil es besonders an gefährlichen Kreuzungen, auf unübersichtlichen Landstraßen oder in Städten ohne durchgängige Radinfrastruktur immer wieder zu schweren Unfällen kommt, ruft der Innenminister Radfahrer auf, einen Helm zu tragen, um das Risiko schwerer Kopfverletzungen zu verringern. „Ein Helm kann im Ernstfall Leben retten – und das mit einem vergleichsweise kleinen Aufwand, der aber im entscheidenden Moment den entscheidenden Unterschied machen kann“, so Pegel.
Nach eigenen Angaben fuhren neun der 2024 tödlich verunglückten Radfahrer ohne Helm – ein Fakt, der zum Nachdenken anregen soll, nicht zur Schuldzuweisung.



