Nach Notdienst-Besuch in Schwerin:
Seniorin bestohlen und abkassiert
Zwei mutmaßliche falsche Handwerker sollen eine Seniorin in Schwerin bestohlen und betrogen haben. Ein aufmerksamer Nachbar bemerkte die Männer und half der Polizei entscheidend weiter.

In der Schweriner Gartenstadt haben mutmaßliche falsche Handwerker eine Seniorin bestohlen und mit einer überhöhten Rechnung betrogen. Nur dank eines aufmerksamen Nachbarn konnten die Tatverdächtigen noch in derselben Nacht identifiziert werden.
Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend. Ein 46-jähriger Nachbar war stutzig geworden, als er beobachtete, wie zwei Männer mit einem Werkzeugkoffer eine Nachbarwohnung betraten. Weil ihm die Situation ungewöhnlich vorkam, fragte er bei der 69-jährigen Bewohnerin nach. Diese erklärte zunächst, sie habe einen Elektronotdienst bestellt.
Nachdem die Arbeiten beendet waren, suchte der Nachbar erneut das Gespräch mit der Seniorin. Dabei bemerkte er, dass die Frau sichtlich aufgelöst war. Wie sich herausstellte, fehlten plötzlich 120 Euro Bargeld aus ihrem Portemonnaie. Zudem sollen die vermeintlichen Handwerker einen deutlich überhöhten Betrag für ihre Arbeiten verlangt haben.
Männer zeitweise unbeobachtet
Nach bisherigen Erkenntnissen hatte die 69-Jährige zuvor telefonisch einen Elektronotdienst erreichen wollen. Unter der gewählten Nummer sei zunächst niemand erreichbar gewesen. Kurz darauf erhielt die Frau jedoch mehrere Rückrufe von einer anderen Telefonnummer. Dabei wurde kurzfristig ein Termin vereinbart und die beiden Männer erschienen an ihrer Wohnanschrift.
Während der Arbeiten konnten sich die Männer zeitweise unbeobachtet in der Wohnung bewegen. Dies nutzten sie offenbar, um Bargeld aus dem Portemonnaie der Seniorin zu entwenden. Weil die Frau den geforderten Betrag nicht bar bezahlen konnte, boten die Männer eine Kartenzahlung an. Nach Angaben der Geschädigten wurde dabei allerdings ein Betrag eingegeben, der ein Vielfaches der ursprünglich genannten Summe betrug.
Als die Seniorin die Männer mit den Vorwürfen konfrontierte, verließen diese umgehend die Wohnung.
Foto vom Fahrzeug gemacht
Der aufmerksame Nachbar hatte inzwischen ein Foto des genutzten Fahrzeugs gemacht und dieses der Polizei zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der Fahndung konnte das Auto noch in derselben Nacht im Stadtgebiet festgestellt werden. Die Polizei identifizierte daraufhin zwei 19-jährige Tatverdächtige aus Essen mit afghanischer beziehungsweise türkischer Nationalität.
Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen des Verdachts des Betrugs und des Diebstahls. Die Polizei bedankte sich ausdrücklich bei dem Nachbarn für dessen umsichtiges Verhalten und die schnelle Weitergabe der entscheidenden Hinweise.
Im Zusammenhang mit dem Fall rät die Polizei, Handwerker nur nach vorheriger Terminvereinbarung in die Wohnung zu lassen, unbekannte Personen nicht unbeaufsichtigt zu lassen und Rechnungen sowie Kartenzahlungen sorgfältig zu prüfen. Bei verdächtigen Situationen sollte umgehend die Polizei verständigt werden.



