Falsche Vergewaltigungs-Meldung:
Polizei widerspricht Fake-Post
In den sozialen Medien kursiert eine angebliche Polizeifahndung aus Schwerin – doch die Meldung ist falsch.

In den sozialen Medien kursiert gerade ein Beitrag, der bereits über 1.000 Mal geteilt wurde. Aber Achtung: Bei dem Beitrag handelt es sich „um eine Falschmeldung”, wie nun die Polizei auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte. Angeblich soll sich im Raum Schwerin – vermutlich Pampow- ein dramatischer Vorfall ereignet haben: In einer „Aktuellen Fahndung”, wie es in dem Beitrag heißt, sucht die Polizei einen Täter, der am 3. September um 4:39 Uhr eine angeblich 46-Jährige Zeitungszustellerin überfallen und vergewaltigt haben soll. Das Opfer konnte sich im Anschluss schwer verletzt zu einer Haustür „schleppen” und um entsprechende Hilfe bitten. Die Polizei habe daraufhin am Nachmittag des nächsten Tages die Frau befragen können, die sich, wie die Falschmeldung beschreibt, in einem Schweriner Krankhaus aufhielt.
Erneute Falschmeldung
Das Internet hat viele Vorteile, aber auch einige Nachteile, wie die Verbreitung von Desinformationen. Eine passende Überschrift gewählt, mit einem Bild und einer detaillierten Rekonstruktion des Tathergangs versehen und schon ist sie da – eine angeblich offizielle Fahndung der Polizei. Leider ist der Post kein Einzelfall, sondern „reiht sich in eine Vielzahl von Falschmeldungen, die in unterschiedlichen Regionen unseres Bundeslandes und auch deutschlandweit in Sozialen Netzwerken verbreitet werde”, so die Polizei. Die Meldungen wirken zum Teil echt, Bilder und Inhalt sind aber frei erfunden oder werden aus dem Kontext gerissen. So auch in diesem Fall.
Hier kommt das Bild her
Lässt man die Bildersuchfunktion von Google über das Bild, das dem Beitrag anhängt, laufen, stellt man schnell fest: Bei dem Mann handelt es sich um den zum damaligen Zeitpunkt 24-jährigen Yousif Cherif, der nach seinem Ausbruch aus der Psychiatrie in Weinsberg von Beamten in Frankreich gefasst wurde. Scheinbar scheint der Ersteller der besagten „Fahndung” sich dieses Bild für seine schwerwiegende Falschbehauptung zu eigen gemacht zu haben.

So erkennt man echte Meldungen
Die Falschmeldungen sehen teilweise so echt aus, dass es schwierig ist, sie von offiziellen Fahndungen der Polizei zu unterscheiden. In ihrem Antwortschreiben verweist die Polizei aber darauf, dass „Fahndungsaufrufe, Vermisstenmeldungen und sonstige polizeiliche Pressemitteilungen immer offiziell über das Presseportal sowie über die Social Medial Kanäle der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht werden.”
Um echte von unechten Meldungen zu unterscheiden, sollte man, so die Polizei, auf einige Hinweise achten: Alle Infos sind auf der offiziellen Website, im Presseportal sowie auf den offiziellen Social-Media Kanälen zu finden. Falls sich Bürgerinnen und Bürger dennoch unsicher sind, kann im Zweifel „bei der nächsten Polizeidienststelle nachfragen”, so eine Sprecherin der Polizei.
Falschmeldungen nicht verbreiten
Ungeprüfte Meldungen sollten nicht verbreitet werden. „Das schürt Angst und schafft Verunsicherung”, so die Polizei. Das Motiv des Erstellers bleibt bislang unklar. Ein Blick auf seine weiteren Beiträge verrät aber, dass er auch in der Vergangenheit einen Drang zu einer unseriösen und populistischen Darstellung von Ausländerkriminalität hegte.




