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Falsche Vergewaltigungs-Meldung:
Polizei widerspricht Fake-Post

In den sozialen Medien kursiert eine angebliche Polizeifahndung aus Schwerin – doch die Meldung ist falsch.

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  • Veröffentlicht September 5, 2025
Die Falschmel­dung wurde über Face­book ver­bre­it­et. Foto: Screen­shot

In den sozialen Medi­en kur­siert ger­ade ein Beitrag, der bere­its über 1.000 Mal geteilt wurde. Aber Achtung: Bei dem Beitrag han­delt es sich „um eine Falschmel­dung”, wie nun die Polizei auf Anfrage unser­er Redak­tion bestätigte. Ange­blich soll sich im Raum Schw­erin – ver­mut­lich Pam­pow- ein drama­tis­ch­er Vor­fall ereignet haben:  In ein­er  „Aktuellen Fah­n­dung”, wie es in dem Beitrag heißt, sucht die Polizei einen Täter, der am 3. Sep­tem­ber um 4:39 Uhr eine ange­blich 46-Jährige Zeitungszustel­lerin über­fall­en und verge­waltigt haben soll. Das Opfer kon­nte sich im Anschluss schw­er ver­let­zt zu ein­er Haustür „schlep­pen” und um entsprechende Hil­fe bit­ten. Die Polizei habe daraufhin am Nach­mit­tag des näch­sten Tages die Frau befra­gen kön­nen, die sich, wie die Falschmel­dung beschreibt, in einem Schw­er­iner Krankhaus aufhielt.

Erneute Falschmeldung

Das Inter­net hat viele Vorteile, aber auch einige Nachteile, wie die Ver­bre­itung von Desin­for­ma­tio­nen. Eine passende Über­schrift gewählt, mit einem Bild und ein­er detail­lierten Rekon­struk­tion des Tather­gangs verse­hen und schon ist sie da – eine ange­blich offizielle Fah­n­dung der Polizei. Lei­der ist der Post kein Einzelfall, son­dern „rei­ht sich in eine Vielzahl von Falschmel­dun­gen, die in unter­schiedlichen Regio­nen unseres Bun­des­lan­des und auch deutsch­landweit in Sozialen Net­zw­erken ver­bre­it­et werde”, so die Polizei. Die Mel­dun­gen wirken zum Teil echt, Bilder und Inhalt sind aber frei erfun­den oder wer­den aus dem Kon­text geris­sen. So auch in diesem Fall.

Hier kommt das Bild her

Lässt man die Bilder­such­funk­tion von Google über das Bild, das dem Beitrag anhängt, laufen, stellt man schnell fest: Bei dem Mann han­delt es sich um den zum dama­li­gen Zeit­punkt 24-jähri­gen Yousif Cherif, der nach seinem Aus­bruch aus der Psy­chi­a­trie in Weins­berg von Beamten in Frankre­ich gefasst wurde. Schein­bar scheint der Ersteller der besagten „Fah­n­dung” sich dieses Bild für seine schw­er­wiegende Falschbe­haup­tung zu eigen gemacht zu haben.

Screen­shot der Google Bilder­suche. Foto: pri­vat

So erkennt man echte Meldungen

Die Falschmel­dun­gen sehen teil­weise so echt aus, dass es schwierig ist, sie von offiziellen Fah­n­dun­gen der Polizei zu unter­schei­den. In ihrem Antwortschreiben ver­weist die Polizei aber darauf, dass „Fah­n­dungsaufrufe, Ver­mis­sten­mel­dun­gen und son­stige polizeiliche Pressemit­teilun­gen immer offiziell über das Presse­por­tal sowie über die Social Medi­al Kanäle der Lan­despolizei Meck­len­burg-Vor­pom­mern veröf­fentlicht wer­den.”

Um echte von unecht­en Mel­dun­gen zu unter­schei­den, sollte man, so die Polizei, auf einige Hin­weise acht­en: Alle Infos sind auf der offiziellen Web­site, im Presse­por­tal sowie auf den offiziellen Social-Media Kanälen zu find­en. Falls sich Bürg­erin­nen und Bürg­er den­noch unsich­er sind, kann im Zweifel „bei der näch­sten Polizei­di­en­st­stelle nach­fra­gen”, so eine Sprecherin der Polizei.

Falschmeldungen nicht verbreiten

Ungeprüfte Mel­dun­gen soll­ten nicht ver­bre­it­et wer­den. „Das schürt Angst und schafft Verun­sicherung”, so die Polizei. Das Motiv des Erstellers bleibt bis­lang unklar. Ein Blick auf seine weit­eren Beiträge ver­rät aber, dass er auch in der Ver­gan­gen­heit einen Drang zu ein­er unser­iösen und pop­ulis­tis­chen Darstel­lung von Aus­län­derkrim­i­nal­ität hegte.