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FDP-Schwerin vor Zerreißprobe:
Kreisvorsitzender fordert AfD-Koalition – Junge Liberale reagieren empört

Nach dem AfD-Vorstoß von Kreischef Paul Bressel bröckelt die Schweriner FDP: Zwei Vorstandsmitglieder treten zurück und pochen auf die „Brandmauer“ als unverrückbares Versprechen der Liberalen.

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  • Veröffentlicht September 4, 2025
FDP Schwerin
FDP-Kreis­chef Paul Bres­sel gerät nach sein­er Äußerung zu ein­er Koali­tion mit der AfD unter Beschuss. Foto: pri­vat

 

Ein Vorstoß des FDP-Kreisvor­sitzen­den in Schw­erin sorgt für mas­siv­en Stre­it inner­halb der Lib­eralen: Paul Bres­sel, der auch Schw­er­iner Stadtvertreter ist, hat offen eine Zusam­me­nar­beit mit der AfD ins Gespräch gebracht – und damit nicht nur für Schlagzeilen gesorgt, son­dern auch inner­halb der eige­nen Partei einen Sturm der Entrüs­tung aus­gelöst.

„Die Brand­mauer gehört ein­geris­sen. Nur in einem Bünd­nis mit CDU und AfD hat die FDP über­haupt noch eine Zukun­ft im Land. Alles andere führt in die Bedeu­tungslosigkeit“, erk­lärte Bres­sel gegenüber der „Ost­see-Zeitung” (OZ). Die Lib­eralen stün­den am Abgrund, ohne Kur­swech­sel dro­he der poli­tis­che Unter­gang.

Scharfe Reaktionen der Jungen Liberalen

Der Kon­ter der Jun­gen Lib­eralen (JuLis) ließ nicht lange auf sich warten. In ein­er am Dien­stag veröf­fentlicht­en Pressemit­teilung erteilte ihr Kreisvor­sitzen­der Johann Breust­edt den Plä­nen eine klare Absage:
„Eine Koali­tion mit der AfD käme einem Bruch mit fun­da­men­tal­en Prinzip­i­en lib­eraler Poli­tik gle­ich. Men­schen­würde, indi­vidu­elle Frei­heit und Gle­ich­heit vor dem Gesetz sind nicht ver­han­del­bar.“

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Breust­edt betonte zudem, dass Bres­sel inner­halb des FDP-Kreisver­ban­des isoliert sei und ohne Rück­halt agiere. Die JuLis fordern deshalb die Ein­beru­fung eines Kreis­parteitags, um die Frage demokratisch abzus­tim­men.

Rücktritte im Kreisvorstand

Als direk­te Kon­se­quenz erk­lärten die Beisitzer Patrick Eis­ing und Paul Schulz ihren Rück­tritt aus dem Kreisvor­stand. „Wer öffentlich eine Zusam­me­nar­beit mit Radikalen fordert, hat sowohl den Glauben an die Partei als auch an ihre Inhalte ver­loren. Die Brand­mauer ist keine Fes­sel, sie ist unser Ver­sprechen für Frei­heit, Wohl­stand und Men­schen­rechte“, so Eis­ing. Schulz ergänzt: „Eine Koali­tion mit der AfD wäre ein fataler Irrweg. Statt uns an Radikale anzunäh­ern, soll­ten wir mit klaren lib­eralen Werten überzeu­gen.“

FDP-Lan­deschef René Domke hat­te schon im Mai bekräftigt, dass eine Koali­tion mit der AfD für ihn aus­geschlossen sei: „Der Lan­desvor­stand trägt das nicht mit. Ich sehe dafür auch keine Mehrheit in der Partei.“

Der Stre­it in Schw­erin zeigt, wie groß die Verun­sicherung bei den Lib­eralen ist. Bun­desweit liegt die FDP in Umfra­gen bei drei bis vier Prozent, in Meck­len­burg-Vor­pom­mern sog­ar nur noch unter „Son­stige“. Im kom­menden Jahr dro­ht der Partei der Wiedere­inzug in den Land­tag zu misslin­gen.

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