Betrug an Haustür:
Betrugsverdacht in Schwerin: Polizei warnt vor falschen Fensterputzern
Nach Fällen in Nordwestmecklenburg ermittelt die Polizei nun auch in Schwerin und Ludwigslust-Parchim. Kunden sollen statt kleiner Rechnungen vierstellige Beträge gezahlt haben.

In Kürze:
- In Schwerin und Ludwigslust-Parchim ermittelt die Polizei nach mutmaßlichen Betrugsfällen durch Fensterputzer.
- Statt vereinbarter zweistelliger Preise sollen Betroffenen teilweise Beträge im unteren vierstelligen Bereich abgebucht worden sein.
- Die Polizei sucht weitere Geschädigte und Hinweise zu den Tatverdächtigen sowie einem auffällig beschrifteten weißen Transporter.
In Schwerin und im Landkreis Ludwigslust-Parchim sind mehrere Fälle bekannt geworden, bei denen mutmaßliche Betrüger ihre Dienste als Fensterputzer angeboten haben. Nach Angaben der Polizei wurden Geschädigten anschließend über ein mobiles Kartenlesegerät deutlich höhere Beträge abgebucht als vereinbart. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts des Betruges.
Bereits in der vergangenen Woche hatte die Polizei vor ähnlichen Fällen in Nordwestmecklenburg gewarnt. Nun sind weitere Vorfälle hinzugekommen. Nach bisherigem Ermittlungsstand ähneln sich die Fälle in ihrem Ablauf.
Die mutmaßlichen Fensterputzer sprechen demnach Menschen direkt an deren Wohnanschrift an und bieten eine Fensterreinigung zu einem vergleichsweise niedrigen Preis an. Bei der Bezahlung akzeptieren sie nach Angaben der Polizei jedoch kein Bargeld, sondern verlangen eine Zahlung mit Bankkarte über ein mobiles Kartenlesegerät.
Besonders auffällig ist die Differenz zwischen vereinbartem Preis und späterer Abbuchung: Während für die Reinigung lediglich zweistellige Beträge vereinbart worden sein sollen, bemerkten Betroffene anschließend Abbuchungen im unteren vierstelligen Bereich.
Fensterputzer sollen Fehlermeldungen vorgetäuscht haben
In einigen Fällen sollen die Tatverdächtigen behauptet haben, die erste Kartenzahlung sei wegen einer Fehlermeldung nicht erfolgreich gewesen. Die Betroffenen wurden daraufhin aufgefordert, den Bezahlvorgang zu wiederholen. Die Polizei prüft nun, wie die hohen Abbuchungen zustande kamen und ob die einzelnen Fälle miteinander zusammenhängen. Angaben zur genauen Zahl der Geschädigten und zur bislang bekannten Gesamtschadenshöhe machte sie zunächst nicht.
Nach der bisherigen Beschreibung waren die Verdächtigen mit einem weißen Transporter unterwegs, der großflächig beschriftet gewesen sein soll. Teilweise traten zwei Personen gemeinsam auf.
Polizei warnt vor Betrug an der Haustür
Die Polizei rät dazu, bei unangekündigten Dienstleistungsangeboten an der Haustür vorsichtig zu sein. Vor Beginn der Arbeiten sollten sowohl der Preis als auch die möglichen Zahlungsarten eindeutig vereinbart werden. Wer mit Karte bezahlt, sollte insbesondere den auf dem Lesegerät angezeigten Betrag kontrollieren, bevor die Zahlung bestätigt wird. Die PIN sollte ausschließlich selbst eingegeben und keinesfalls anderen Personen mitgeteilt werden.
Behauptet ein Anbieter, eine Zahlung sei fehlgeschlagen, empfiehlt die Polizei, sich die entsprechende Fehlermeldung auf dem Gerät zeigen zu lassen. Auch bei einem zweiten Bezahlvorgang sollte der angezeigte Betrag erneut überprüft werden. Misstrauisch sollten Kunden zudem werden, wenn erst nach Abschluss der Arbeiten plötzlich andere Zahlungsbedingungen verlangt werden. Wer sich unter Druck gesetzt fühlt oder einen Betrugsversuch vermutet, sollte sich Unterstützung holen und gegebenenfalls die Polizei verständigen.
Polizei sucht weitere Geschädigte
Die Ermittler wollen nun auch klären, ob es weitere bislang nicht gemeldete Fälle gibt. Menschen, die in den vergangenen Wochen auf ähnliche Weise geschädigt wurden, sollen sich bei der Polizei melden. Das gilt ebenso für Zeugen, die Angaben zu den Tatverdächtigen oder dem beschriebenen weißen Transporter machen können. Hinweise nimmt unter anderem das Polizeihauptrevier Schwerin unter 0385 5180–2224 entgegen. Auch jede andere Polizeidienststelle kann informiert werden.




