Naturschutz:
Schweriner Feuchtwiesen werden mit neuer Technik gemäht
Die Mahd der Feuchtwiesen in Schwerin beginnt ab Mitte Juli. Eine besonders boden- und insektenschonende Technik soll die geschützten Lebensräume erhalten.

In Kürze
- Die Mahd der Feuchtwiesen in Schwerin beginnt frühestens Mitte Juli.
- Erstmals kommt eine besonders boden- und insektenschonende Mähtechnik zum Einsatz.
- Ziel ist der langfristige Erhalt seltener Pflanzenarten und wertvoller Lebensräume.
Die Feuchtwiesen in Schwerin werden in den kommenden Wochen im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde gemäht. Die Pflege der geschützten Flächen beginnt frühestens ab Mitte Juli, wenn die meisten Pflanzen bereits Samen gebildet haben. Erstmals kommt dabei eine neue Mähtechnik zum Einsatz, die den empfindlichen Moorboden und die Tierwelt besonders schonen soll.
Betroffen sind mehrere Feuchtwiesen im Stadtgebiet, darunter Flächen bei Adebors Näs. Die nährstoffarmen und dauerhaft feuchten Standorte zählen zu den artenreichsten Biotopen der Stadt. Dort wachsen unter anderem seltene Pflanzen wie die Kuckucks-Lichtnelke und das Breitblättrige Knabenkraut, eine heimische Orchideenart.
Die jährliche Mahd ist nach Angaben der Unteren Naturschutzbehörde notwendig, um diese Lebensräume langfristig zu erhalten. Ohne regelmäßige Pflege würden zunächst hochwüchsige Gräser und später Sträucher und Bäume die offenen Feuchtwiesen verdrängen. Viele der spezialisierten Pflanzen- und Tierarten würden dadurch ihren Lebensraum verlieren.
Mit der neuen Technik soll die Pflege möglichst schonend erfolgen. Die Arbeiten übernimmt die Firma Landschaftspflege Meyen. Das eingesetzte einachsige Mähwerk fährt auf breiten Stachelwalzen, um den weichen Moorboden möglichst wenig zu verdichten.
Schonende Mahd schützt Insekten und Moorboden
Zum Einsatz kommt ein Messermähbalken mit sogenannter Insektenscheuche. Diese Vorrichtung soll Insekten vor dem Mähwerk aufscheuchen, damit sie ausweichen können. Zudem wird mit einer Schnitthöhe von mindestens zehn Zentimetern gearbeitet. Dadurch sollen am Boden lebende Insekten sowie kleine Wirbeltiere besser geschützt werden.
Rund zehn Prozent jeder gemähten Fläche bleiben außerdem unberührt. Diese sogenannten Rückzugsflächen bieten Insekten nach der Mahd Schutz und erleichtern die Wiederbesiedlung der Wiesen. Besonders wichtig ist das für Schmetterlingsarten, deren Puppen bereits im Boden oder an Pflanzen sitzen und sich nicht mehr fortbewegen können.
Feuchtwiesen bleiben unter Beobachtung
Die Untere Naturschutzbehörde begleitet die Entwicklung der geschützten Feuchtwiesen kontinuierlich. Ziel ist es, die Pflegemaßnahmen an die Bedürfnisse der sensiblen Lebensräume anzupassen und die Artenvielfalt langfristig zu sichern.




