Konflikt um Kinoförderung:
Filmland MV verliert Kinokulturpreis – Landkinos und Linke in Aufruhr
Ein überraschender Entzug der Organisationsbefugnis sorgt für Kritik: Die gewachsene Struktur der Kinolandschaft in Mecklenburg-Vorpommern steht auf der Kippe.

Das Kulturministerium will die Vergabe des „Kinokulturpreis in Mecklenburg-Vorpommern“ übernehmen und die strategische Kinoplanung einstellen. FILMLAND MV-Geschäftsführer Volker Kufahl hat große Sorge: „Damit werden jahrelang aufgebaute Kompetenzen bei der FILMLAND MV und eine funktionierende, bundesweit beachtete Vernetzungsarbeit der gewerblichen und nicht-gewerblichen Kinos im Bundesland zunichte gemacht. Es werden uns im laufenden Jahr ohne Vorankündigung wichtige Aufgaben entzogen.“ Nun fordern auch Landkinos und Linke Dialog und Planungssicherheit für die Kinos in MV.
Landkinos MV: Sensible Kinoförderung in Gefahr
In ihrer Stellungnahme warnt der Verband Landkinos MV e. V., dass der Wegfall der Kinoberatung und die Neuausrichtung des Kinokulturpreises ein eingespieltes System gefährden könnte. Was einmal eine Synergie aus Beratung, Festivalorganisation und strategischer Planung bildete, droht auseinanderzubrechen – und damit auch das Vertrauen in eine verlässliche kulturpolitische Begleitung.
„Was nun auf der Kippe steht, ist mehr als ein Preis oder eine Projektstelle – es ist das Vertrauen in eine kontinuierliche, verlässliche Zusammenarbeit.“
Linke: Politik mit Rückzug – Filmland MV als strategische Säule aufgeben?
Elke‑Annette Schmidt, kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion, zeigt sich überrascht von der Entscheidung des SPD‑geführten Ministeriums, der Filmland MV gGmbH den Kinokulturpreis zu entziehen. Sie verweist auf den Landtagsbeschluss von 2020 und die zentrale Rolle, die Filmland MV seither für den MV‑Kinotag, die umfangreiche Kinodatenbank und die persönliche Beratung innehatte. Das klare Fazit: Der Schritt ist „kulturpolitisch überdenkenswert“.
Der Nordkurier wirft zudem die Frage auf, ob die Entscheidung zur Neustrukturierung ohne Abstimmung innerhalb der rot‑roten Koalition getroffen wurde – was Geschäftsführer Volker Kufahl als Wortbruch bezeichnen darf. Branchenvertreter warnen, dass durch die Abschwächung der strategischen Kinoplanung nicht nur einzelne Kinos, sondern die gesamte regionale Filmkultur gefährdet ist. Ein verbindlicher runder Tisch mit allen Akteur:innen wird als dringend notwendig erachtet, um Mecklenburg‑Vorpommern als lebendige und integrative Kinolandschaft zu sichern.



