Di, 10. Februar 2026
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Konflikt um Kinoförderung:
Filmland MV verliert Kinokulturpreis – Landkinos und Linke in Aufruhr

Ein überraschender Entzug der Organisationsbefugnis sorgt für Kritik: Die gewachsene Struktur der Kinolandschaft in Mecklenburg-Vorpommern steht auf der Kippe.

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  • Veröffentlicht August 7, 2025
Protest der Kinobetreiber: Landkinos und Linke fordern Dialog und Planungssicherheit für MV-Kinos
Foto: Pixabay/Werner Redlich

Das Kul­tur­min­is­teri­um will die Ver­gabe des „Kinokul­tur­preis in Meck­len­burg-Vor­pom­mern“ übernehmen und die strate­gis­che Kino­pla­nung ein­stellen. FILMLAND MV-Geschäfts­führer Volk­er Kufahl hat große Sorge: „Damit wer­den jahre­lang aufge­baute Kom­pe­ten­zen bei der FILMLAND MV und eine funk­tion­ierende, bun­desweit beachtete Ver­net­zungsar­beit der gewerblichen und nicht-gewerblichen Kinos im Bun­des­land zunichte gemacht. Es wer­den uns im laufend­en Jahr ohne Vorankündi­gung wichtige Auf­gaben ent­zo­gen.“ Nun fordern auch Land­ki­nos und Linke Dia­log und Pla­nungssicher­heit für die Kinos in MV.

Landkinos MV: Sensible Kinoförderung in Gefahr

In ihrer Stel­lung­nahme warnt der Ver­band Land­ki­nos MV e. V., dass der Weg­fall der Kinober­atung und die Neuaus­rich­tung des Kinokul­tur­preis­es ein einge­spieltes Sys­tem gefährden kön­nte. Was ein­mal eine Syn­ergie aus Beratung, Fes­ti­val­or­gan­i­sa­tion und strate­gis­ch­er Pla­nung bildete, dro­ht auseinan­derzubrechen – und damit auch das Ver­trauen in eine ver­lässliche kul­tur­poli­tis­che Begleitung.

„Was nun auf der Kippe ste­ht, ist mehr als ein Preis oder eine Pro­jek­t­stelle – es ist das Ver­trauen in eine kon­tinuier­liche, ver­lässliche Zusam­me­nar­beit.“

Linke: Politik mit Rückzug – Filmland MV als strategische Säule aufgeben?

Elke‑Annette Schmidt, kul­tur­poli­tis­che Sprecherin der Links­frak­tion, zeigt sich über­rascht von der Entschei­dung des SPD‑geführten Min­is­teri­ums, der Film­land MV gGmbH den Kinokul­tur­preis zu entziehen. Sie ver­weist auf den Land­tags­beschluss von 2020 und die zen­trale Rolle, die Film­land MV sei­ther für den MV‑Kinotag, die umfan­gre­iche Kin­o­daten­bank und die per­sön­liche Beratung innehat­te. Das klare Faz­it: Der Schritt ist „kul­tur­poli­tisch über­denkenswert“.

Der Nord­kuri­er wirft zudem die Frage auf, ob die Entschei­dung zur Neustruk­turierung ohne Abstim­mung inner­halb der rot‑roten Koali­tion getrof­fen wurde – was Geschäfts­führer Volk­er Kufahl als Wort­bruch beze­ich­nen darf. Branchen­vertreter war­nen, dass durch die Abschwächung der strate­gis­chen Kino­pla­nung nicht nur einzelne Kinos, son­dern die gesamte regionale Filmkul­tur gefährdet ist. Ein verbindlich­er run­der Tisch mit allen Akteur:innen wird als drin­gend notwendig erachtet, um Mecklenburg‑Vorpommern als lebendi­ge und inte­gra­tive Kinoland­schaft zu sich­ern.