Versprochen, gebrochen:
FILMLAND MV verliert zentrale Kino-Aufgaben an das Kulturministerium
Mitten im Sommer erreicht die Kinolandschaft Mecklenburg-Vorpommerns eine Nachricht, die für viele wie ein herber Rückschlag wirkt. Das Kulturministerium entzieht der FILMLAND MV gGmbH wesentliche Aufgaben.

Seit 2019 hat sich die in Schwerin ansässige Gesellschaft mit dem „Kinokulturpreis in Mecklenburg-Vorpommern“ einen Namen gemacht. Jährlich ehrte sie rund 30 gewerbliche und nicht-gewerbliche Spielstätten für ihr herausragendes Filmprogramm. Dafür standen 100.000 Euro an Preisgeld zur Verfügung. Alles rund um Konzeption, Ausschreibung, Juryarbeit und Preisverleihung lag in den Händen der gemeinnützigen GmbH.
Mehr noch: Mit Fabian Liebenow holte FILMLAND MV 2021 einen eigenen „Kinokümmerer“ an Bord. Er fungierte als zentraler Ansprechpartner, Berater und Vernetzer für die Kinos, aber auch für die Landesregierung zum Beispiel in Förderfragen. Workshops, Konferenzen und der landesweite „MV Kinotag“ wurden auf die Beine gestellt. Die Initiative machte bundesweit Schule.
Ein Schlag ins Kontor
Doch nun soll all das enden. Das Ministerium will die Preisvergabe übernehmen, die strategische Kinoplanung einstellen. Für FILMLAND MV-Geschäftsführer Volker Kufahl ein Schlag ins Kontor: „Damit werden jahrelang aufgebaute Kompetenzen bei der FILMLAND MV und eine funktionierende, bundesweit beachtete Vernetzungsarbeit der gewerblichen und nicht-gewerblichen Kinos im Bundesland zunichte gemacht. Es werden uns im laufenden Jahr ohne Vorankündigung wichtige Aufgaben entzogen.“
Kritik kommt auch mit Blick auf die Politik: Die Entscheidung widerspreche dem Koalitionsvertrag von SPD und LINKEN, in dem die Stärkung von Kinos als kulturelle Begegnungsorte festgeschrieben sei. Kufahl spricht von einem Vertrauensbruch und warnt: „Aus überregionaler Sicht wird dem Film- und Kinostandort MV Schaden zugefügt.“





