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Fotoausstellung über Kuba im PHILLIES gibt einen Einblick in ein Land der Gegensätze

(sr). In der Cock­tail­bar PHILLIES drehte sich am Don­ner­stag alles um Kuba. Der Fotograf Egbert Buch­berg­er eröffnete seine Fotoausstel­lung „Rhyt­mus, Rum und Rev­o­lu­tion”. Die Fotos nehmen den Betra­chter mit in

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  • Veröffentlicht Februar 21, 2014

Rhytmus, Rum und Revolution hieß es gestern im PHILLIES
Rhyt­mus, Rum und Rev­o­lu­tion hieß es gestern im PHILLIES

(sr). In der Cock­tail­bar PHILLIES drehte sich am Don­ner­stag alles um Kuba. Der Fotograf Egbert Buch­berg­er eröffnete seine Fotoausstel­lung „Rhyt­mus, Rum und Rev­o­lu­tion”. Die Fotos nehmen den Betra­chter mit in ein Land der Gegen­sätze.

Kuba erleben, wie es Pauschal­touris­ten kaum möglich ist. Wer sich für das Land und die Bewohn­er inter­essiert, der war gestern in der Cock­tail­bar PHILLIES genau richtig. Der Schw­er­iner Beruf­schullehrer Egbert Buch­berg­er besuchte vor zwei Jahren die Antil­lenin­sel und berichtete gestern Abend anlässlich der Eröff­nung sein­er Fotoausstel­lung „Rhyth­mus, Rum und Rev­o­lu­tion” von sein­er Reise durch Kuba.

 

Lebensfreude, Stillstand und Umbruch

 

SAMSUNG CSCBuch­berg­er berichtete anhand eines umfänglichen Foto­ma­te­ri­als von einem Leben auf Kuba, dass mit den gängi­gen Klis­chees nicht ein­herge­ht. Kuba hat mehr zu bieten als Zigar­ren, Rum und Sal­sa – das merkt man anhand des Bild­ma­te­ri­als sofort. Man spürt die Armut des Lan­des, dass nach vie­len Jahrzehn­ten Sozial­is­mus nicht nur poli­tisch isoliert ist, son­dern sich auch wirtschaftlich in einem des­o­lat­en Zus­tand befind­et. Völ­lig gegen­sät­zlich dazu, ist dann aber die Lebens­freude der Men­schen, die einem auf den Fotos ent­ge­gen­schla­gen. Dem Fotografen und sein­er Tochter Katha­ri­na, die sich dem Land sechs Wochen als Ruck­sack-Touristin nährte und ihre Ein­drücke eben­falls als Fotos fes­thielt, ist es her­vor­ra­gend diese Lebens­freude auf den Fotografien regel­recht aufzusaugen. Das Land ist im Umbruch – auch das machen die Fotos deut­lich.

 

Kuba ist nach wie vor ein Mythos, die Geschichte der let­zten sozial­is­tis­chen Gesellschaft im west­lichen Ein­fluss­bere­ich. Als im Jahr 1959 máx­i­mo líder, Fidel Cas­tro die Macht über­nahm, feierten ihn viele Kubaner als Befreier von der Dik­tatur des bis dahin regieren­den Staat­spräsi­den­ten Ful­gen­cio Batista y Zaldí­var.

 

SAMSUNG CSCFidel Cas­tro führte mit sein­er Poli­tik das Land dann aber in die poli­tis­che Iso­la­tion, mit deren Auswirkun­gen das Land bis heute zu kämpfen hat. Die Rev­o­lu­tion scheint inzwis­chen in ein­er ewigen Zeitschleife gefan­gen, das Land wird wie eine großflächige Muse­um­s­land­schaft bestaunt oder bedauert. Spätestens seit Cas­tro erkrankt ist und die Macht offiziell an seine jün­geren Brud­er weit­er­gab, gehört auch zum Mythos, dass Kuba den ange­blich let­zten Blick eröffnet auf etwas, das bei uns schon ver­gan­gen ist und hier, sobald Fidel stirbt, noch verge­hen wird.

 

Mit den – san­ften – Wirtschaft­sre­for­men von Raúl Cas­tro hat sich aber das land schein­bar langsam aus dem Leer­lauf befre­it. Ganz leise hält der Kap­i­tal­is­mus Einzug. Auch in diesen Auf­bruch, nehmen einen Buch­berg­ers Bilder mit. Ob ein Schuh­mach­er, der nun in einem kleinen Laden auf eigene Rechung arbeit­et oder ein Verkäufer, der selb­st­gemacht­en Saft anbi­etet – man spürt auf den Bildern jenen kleinen frischen Wind­hauch, der durch das land geht.

 

Demge­genüber ste­hen dann aber auch Bilder ein­er Rum­fab­rik, auf denen sechs Men­schen an ein­er Mas­chine arbeit­en. Hier wird deut­lich, wie beschw­er­lich der Weg für Kuba ist, sich aus den Jahren des Still­stands uns Cas­tro zu befreien. Es sind, das erk­lärt Buch­berg­er, vor allem den jun­gen Kubaner, die immer stärk­er auf Verän­derun­gen drän­gen.

 

Kuba zeigt, was wir verlernt haben

 

SAMSUNG CSCImmer wieder fühlt man sich aber auch von der unver­stell­ten Fre­undlichkeit der Men­schen angesteckt. Die Kreativ­ität, die Gelassen­heit und die Impro­vi­sa­tion­s­gabe, die diese Men­schen bei der Bewäl­ti­gung der vie­len kleinen und großen Her­aus­forderun­gen des All­t­ags erlernt haben, zeigt aber den west­lich geprägten Men­schen auf, was sie selb­st durch ihren Wohl­stand ver­lernt haben. Das macht nach­den­klich.

 

Wer sich die Ausstel­lung anse­hen möchte, der kann das in den näch­sten zwei Monat­en im PHILLIES tun. Gerne kön­nen dort bei Gefall­en auch Fotos käu­flich erwor­ben wer­den.