Millionen für Mueß:
Freilichtmuseum Mueß erhält neues Seminargebäude
Das Freilichtmuseum Mueß wird weiter umgebaut. Für ein neues Seminargebäude stellt das Land 3,56 Millionen Euro bereit. Ende 2027 soll der zweite Bauabschnitt abgeschlossen sein.

Foto: Landeshauptstadt Schwerin /Solveig Ziemer
In Kürze:
- Das Land stellt 3,56 Millionen Euro für den zweiten Bauabschnitt im Freilichtmuseum Mueß bereit.
- Anstelle des nicht sanierungsfähigen Cafégebäudes soll ein barrierefreies und ganzjährig nutzbares Seminargebäude entstehen.
- Parallel läuft der erste Bauabschnitt mit der Sanierung der Hufe V und der Entwicklung öffentlich zugänglicher Bereiche; der zweite Bauabschnitt soll Ende 2027 fertig sein.
Das Freilichtmuseum Mueß in Schwerin wird weiter umgebaut. Mecklenburg-Vorpommern unterstützt den nächsten Teil der Arbeiten mit 3,56 Millionen Euro. Wirtschaftsminister Wolfgang Blank übergab den Förderbescheid am Dienstag an Oberbürgermeister Sebastian Ehlers. Mit dem Geld soll unter anderem ein neues Seminargebäude entstehen.
Der Neubau ist Teil des zweiten Bauabschnitts, für den insgesamt 4,45 Millionen Euro veranschlagt sind. Die Baugenehmigung liegt nach Angaben der Stadt bereits vor. Neben dem Gebäude sollen auch Freiflächen des Museumsgeländes neu gestaltet werden. Der Abschluss dieses Bauabschnitts ist für Ende 2027 vorgesehen.
Das Seminargebäude soll an der Stelle des bisherigen Cafégebäudes errichtet werden, das nach Angaben der Stadt nicht mehr sanierungsfähig ist. Geplant ist ein Neubau auf dem Grundriss einer historischen Stallanlage. Seine Gestaltung soll sich mit einer Fachwerkkonstruktion in das Museumsensemble einfügen, zugleich sind moderne Bauelemente wie Solardachziegel vorgesehen.
Oberbürgermeister Sebastian Ehlers sieht in dem Ausbau eine Möglichkeit, die historische Anlage stärker für Bildungs- und Kulturangebote zu nutzen. Das Museum verbinde „kulturelle Identität mit einer zeitgemäßen Bildungs- und Kulturarbeit“, erklärte Ehlers anlässlich der Übergabe des Förderbescheids. Stadt und Land hätten die Aufgabe, den Standort zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Räume für ganzjährige Nutzung
Mit dem Neubau sollen erstmals beheizbare und barrierefrei zugängliche Seminarräume zur Verfügung stehen, die unabhängig von der Jahreszeit genutzt werden können. Das Museum kann dort eigene Veranstaltungen anbieten. Vorgesehen ist zudem, die Räume externen Veranstaltern zur Verfügung zu stellen.

Zum Gebäude gehören nach den bisherigen Planungen außerdem Sanitäranlagen und eine kleine Küche. Im Obergeschoss sind Büroräume vorgesehen, im Untergeschoss sollen Lagerflächen entstehen. Über eine abgestufte Terrassenanlage soll der Neubau mit der Festwiese verbunden werden.
Damit sollen auch Flächen entstehen, die sich für größere Veranstaltungen nutzen lassen. Das Seminargebäude ist somit nicht als Einzelprojekt geplant, sondern Teil einer umfassenderen Neuordnung des Museumsgeländes.
Erster Bauabschnitt läuft bereits
Parallel zum Neubau laufen Arbeiten am ersten Bauabschnitt. Dabei werden Teile des Freilichtmuseums so umgestaltet, dass sie künftig ohne Eintritt zugänglich sein sollen. Betroffen ist der Bereich von der Straße „Zum Alten Bauernhof“ bis zum Ufer des Schweriner Sees.
Dort entstehen beziehungsweise werden mehrere Angebote miteinander verbunden. Dazu zählen ein großer Themenspielplatz und der bereits fertiggestellte Schiffsanleger für die Fahrgastschifffahrt. Zugleich wird die sogenannte Hufe V saniert. Als „Hufe“ wird historisch ein bäuerlicher Hof mit den dazugehörigen Wirtschaftsflächen bezeichnet.
Für diesen ersten Bauabschnitt stehen nach Angaben der Stadt 7,8 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ zur Verfügung. Über dieses gemeinsame Förderinstrument von Bund und Ländern werden Investitionen unterstützt, die die wirtschaftliche Entwicklung einer Region stärken sollen.
Museum soll sich langfristig verändern
Hinter den Bauarbeiten steht eine grundsätzliche Neuausrichtung des Freilichtmuseums. Die Anlage soll sich von einem vor allem volkskundlich ausgerichteten Museum stärker zu einem Ausstellungs‑, Veranstaltungs- und Bildungsstandort entwickeln. Gleichzeitig soll ein Teil des Areals unabhängig von einem Museumsbesuch öffentlich nutzbar werden.
Mit dem ersten und zweiten Bauabschnitt fließen damit erhebliche öffentliche Mittel in die Anlage am Schweriner See. Allein die genannten Fördermittel des Landes für beide Abschnitte summieren sich auf 11,36 Millionen Euro. Hinzu kommen weitere Mittel zur Finanzierung der Gesamtprojekte.
Wie hoch die Gesamtkosten aller vorgesehenen Umbau- und Entwicklungsmaßnahmen im Freilichtmuseum Mueß am Ende ausfallen werden und wann das gesamte Entwicklungskonzept vollständig umgesetzt sein soll, geht aus den bislang vorliegenden Angaben nicht hervor.



