Friedrichsthaler feiern zum 25. Mal ihr Lärchenfest

Am vergangenen Samstag feierten die Friedrichsthaler zum 25. Mal ihr Lärchenfest. Das es zu diesem Jubiläum kommen würde, das stand vor zwei Jahren auf Messers Schneide. Bürgerschaftliches Engagement hat es am Ende aber möglich gemacht.

 

Das Lärchenfest in Friedrichthal zog viele Anwohner an
Foto: Schwerin-Lokal

 

Wer vor zwei Jahren auf dem Lärchenfest gewesen ist, der hätte nicht geglaubt, dass es mit diesem Traditionsfest noch einmal wieder etwas werden könnte. Die Besucherzahlen gingen Jahr für Jahr zurück. Das Jahr 2016 war dann der Tiefpunkt. Der Ortsbeirat Friedrichsthal dachte damals ernsthaft darüber nach, das Fest nicht weiter mehr zu veranstalten.

 

Ein Ende des Festes wollten wir nicht akzeptieren

 

Dann passierte etwas, was der Sache eine Wende gab: Mehrere Friedrichsthaler fanden zusammen, um dem Lärchenfest wieder neues Leben einzuhauchen. „In Friedrichsthal gibt es ja nicht allzu viele Möglichkeiten zusammenzukommen. Neben dem Osterfeuer, ist das Lärchenfest immer eine gute Möglichkeit gewesen, dass Friedrichsthaler zusammen feiern. Das damit nun Schluss sein sollte, das wollten wir nicht akzeptieren.“, sagt Astrid Rochow, die sich damals bereit erklärt hatte, die Organisation des Festes zu übernehmen.

Die 46-jährige Elektrotechnikerin und ihr Orga-Team haben sich dann ziemlich reingehängt. Überall in Friedrichsthal wurden Flyer verteilt, Plakate aufgehängt und Mundpropaganda gemacht. „Wir setzten damals auf ein neues Layout bei unseren Werbematerial, um deutlich zu machen, dass 2017 noch einmal ein Neuanfang gestartet werden soll.“, sagt Astrid Rochow. Auch beim Programm setzte man damals auf eine gute Mischung, welche Kinder,  junge und auch ältere Menschen ansprechen und damit zusammenbringen sollte. „Eine Hürde damals, wie auch in diesem Jahr, ist immer die Finanzierung.“ sagt Astrid Rochow. Fördermittel der Stadt oder Ähnliches gäbe es nicht. Daher sei man ausschließlich auf Spenden angewiesen. Die habe das Team glücklicherweise immer wieder zusammenbekommen. Sowohl die Spenden von Unternehmen, aber auch Spenden von Politikern wie der Bundestagsabgeordnete, Dietrich Monstadt (CDU) und die Landtagsabgeordneten Henning Foerster (LINKE) und Sebastian Ehlers (CDU), hätten es ermöglicht, dass das Lärchenfest stattfinden kann.  

Der Erfolg gab den engagierten Bürgerinnen und Bürgern recht. Viele Friedrichsthaler waren im letzten Jahr begeistert, was das Orga-Team auf die Beine gestellt hatte. Dieses Jahr nun das 25. Jubiläum des Lärchenfestes, das am vergangenen Wochenende stattgefunden hat. 

 

Regen entmutigte Besucher nicht

 

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – in Friedrichsthal ist das schon seit 2001 eine gute Tradition. Seitdem wird jeweils zu Ostern und zum Lärchenfest eine neue Lärche in der Lärchenallee gepflanzt. Der Schweriner Stadtteil hat die Alleenpatenschaft übernommen, und sorgt mit den Neupflanzungen dafür, dass der Bestand der im Jahr 1798 angelegten Allee erhalten bleibt. „Im diesjährigen Hitze-Sommer war es eine besondere Herausforderung für unsere Baumpaten. Da musste viel bewässert werden.“, sagte Ortsbeiratsvorsitzende Sibylle Gerner (UB) bei der Neupflanzung. 

 

Lärchenpflanzung am vergangenen Samstag
Foto: Schwerin-Lokal

Der Samstagnachmittag stand im Zeichen der Familien. Das Programm eröffneten die Kinder der Kita „Reggio Emilia“ mit ihrem Auftritt. Hüpfburg, Feuerwehr, Ponnyreiten, Jenga, Eis, Kuchen und Glückslose – selbst der Regen am Nachmittag tat der Stimmung an diesem Tag nur ganz kurz einen Abbruch. Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) freute sich darüber, dass das Lärchenfest schon zur Eröffnung gut besucht war. Friedrichsthal ist mit dem kürzlich ausgewiesenen Baugebieten ein Stadtteil, der in den kommenden Jahren wachsen wird. Daher möchte die Stadt den Stadtteil unterstützen, seine Infrastruktur auszubauen.

Ortsbeiratsvorsitzende Sylvia Gerner wünscht sich vor allem eine Begnungsmöglichkeit für die Friedrichsthalerinnen und Friedrichtsthaler. Der Raum des Ortsbeirates in der Kita „Reggio Emilia“, der bisher dafür genutzt werden konnte, steht mit dem Ausbau der Kita nun nicht mehr zur Verfügung. Auch der Ortsbeirat sucht seit dem einen neue Tagungsmöglichkeit.

Oberbürgermeister Badenschier versprach Lösungsmöglichkeiten. So sei schon ein Bauantrag für eine Einrichtung für Betreutes Wohnen in Friedrichsthal gestellt. Dieses soll hinter Aldi in der Lärchenallee gebaut werden. Hier sol es dann auch Räumlichkeiten für den Ortsbeirat und Gruppen geben, versprach Badenschier. Für die Friedrichsthaler wäre das eine gute Nachricht. 

 

Seemannschor, Feuershow und Musik

 

Am Abend gab es dann zuerst einen Seemannschor, der für Stimmung sorgte. Ab 20 Uhr gab es dann Musik. Höhepunkt des Abends war eine Feuershow. Punkt Mitternacht war dann das Jubiläumsfest vorbei. „Allein, dass es stattfindet und dass alle mitmachen. Es geht hier ja vor allem um die Vernetzung der Bewohner in unserem Stadtteil“, das freut die Organisatoren riesig. Die Organisatoren des Festes sind jedenfalls motiviert weiter zusammenzuarbeiten, um auch im kommenden Jahr wieder ein Fest für die Bürger zu schaffen.  Insgesamt war das Stadtteilfest also auch dieses Jahr ein voller Erfolg.

 

 

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat erfolgreich ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Staatswissenschaften -Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein war er angestellt in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule tätig. Nebenberuflich arbeitet(e) er freiberuflich als Texter, Textkorrektor und Ghostwriter für Werbeagenturen, Unternehmen verschiedener Branchen, staatliche Institutionen, Parteien und Privatpersonen. Neben alledem gilt sein Interesse der großen vor allem aber lokalen Politik, den gewollten und ungewollten Pflanzen im Garten und dem Immobilienbereich. In Letzterem arbeitete er vor seinem Studium einige Zeit im Bereich der Projektentwicklung von Wohn- und Gewerbeimmobilien.

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