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Hilfe für Mädchenfußball in Schwerin:
Schweriner Fußballerinnen suchen Sponsoren – Zonta und Kiwanis helfen

Der FSV 02 Schwerin sucht Unterstützung für seinen Mädchen- und Frauenfußball. Bei einem Benefiztreffen kamen Politik, Unternehmer und Serviceclubs zusammen. Mit einem konkreten Ziel.

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  • Veröffentlicht August 31, 2026
Beim Bene­fiztr­e­f­fen des FSV 02 Schw­erin ging es auch sportlich zu. Der Vere­in sucht neue Unter­stützer für seinen Mäd­chen- und Frauen­fußball und sam­melt für einen Vere­ins­bus. Foto: Dario Rochow

 

Ein Vere­ins­bus ist das erste konkrete Ziel, langfristig geht es um mehr: Der FSV 02 Schw­erin will die finanzielle Basis seines Mäd­chen- und Frauen­fußballs ver­bre­it­ern und dafür neue Unter­stützer gewin­nen. Bei einem Bene­fiztr­e­f­fen am Fre­itag, 28. August, kamen auf der Sportan­lage des Vere­ins Spielerin­nen, Unternehmer, Ser­vice­clubs und Vertreter aus der Poli­tik zusam­men.

Mit dabei waren unter anderem der Land­tagsab­ge­ord­nete Hen­ning Förster (Linke), die Bun­destagsab­ge­ord­nete Ina Laten­dorf (Linke) und Petra Fed­er­au (AfD). Auch Vertreter der Ser­vice­clubs Zon­ta und Kiwa­nis sowie Unternehmer waren der Ein­ladung gefol­gt.

Angeregt wor­den war das Tre­f­fen von der Vor­sitzen­den des Zon­ta Clubs Schw­erin, Astrid Rochow. Sie hat­te bere­its im Vor­feld erk­lärt, dass der Ser­vice­club die Arbeit des FSV 02 und ins­beson­dere dessen Engage­ment für Mäd­chen und Frauen unter­stützen möchte. Zon­ta ist Teil eines inter­na­tionalen Net­zw­erks von Frauen, das sich für eine Verbesserung der Lebenssi­t­u­a­tion und der gesellschaftlichen Stel­lung von Frauen und Mäd­chen ein­set­zt.

„Beim FSV 02 erleben Mäd­chen, dass Fußball genau­so ihr Sport sein kann und dass sie ihren Platz auf dem Spielfeld haben. Dieses Engage­ment möcht­en wir als Zon­ta Club Schw­erin unter­stützen. Uns war wichtig, Men­schen zusam­men­zubrin­gen, die gemein­sam dazu beitra­gen kön­nen, dass diese Arbeit auch langfristig gute Bedin­gun­gen hat“, so Rochow.

Tausende Kilometer zu Auswärtsspielen

Vere­insvor­sitzen­der Matthias Bach machte bei dem Tre­f­fen deut­lich, warum der FSV zusät­zliche Part­ner sucht. Beson­ders sicht­bar wer­den die Her­aus­forderun­gen bei den Fahrten zu Spie­len und Turnieren. Nach seinen Angaben kom­men allein für eine Mannschaft in dieser Sai­son im reg­ulären Spiel­be­trieb rund 6400 Kilo­me­ter zusam­men. Hinzu kom­men Turniere und Ein­ladun­gen ander­er Vere­ine. Zu Auswärtsspie­len seien deshalb häu­fig drei oder vier pri­vate Autos notwendig.

 

Foto: Dario Rochow

 

 

Diese Belas­tung wolle der Vere­in nicht dauer­haft auf die Fam­i­lien der Spielerin­nen abwälzen. „Deswe­gen suchen wir schon lange einen Vere­ins­bus“, sagte Bach. Mit dem Tre­f­fen wolle der FSV einen neuen Anlauf unternehmen und zugle­ich Kon­tak­te zu möglichen Unter­stützern auf­bauen. Per­spek­tivisch schwebt dem Vor­sitzen­den ein Pool aus mehreren Spon­soren vor.

Zonta und Kiwanis spenden 750 Euro

Die ersten Beiträge für das Bus-Pro­jekt kamen noch während der Ver­anstal­tung. Der Zon­ta Club Schw­erin über­gab dem FSV 02 eine Spende in Höhe von 500 Euro. Weit­ere 250 Euro steuerte der Kiwa­nis-Club Schw­erin bei. Zusam­men kamen damit 750 Euro für das Vorhaben hinzu. Auch die bei­den

Markus Juhls von Kiwa­nis betonte bei der Über­gabe die gesellschaftliche Bedeu­tung des Sports: „Sport ver­mit­telt Werte wie Respekt oder Fair­ness und verbindet junge Men­schen. Dafür ste­hen wir von Kiwa­nis.“

 

Foto: Dario Rochow

 

Bei der ein­ma­li­gen Unter­stützung soll es nicht bleiben. Kiwa­nis verknüpft das Bus-Pro­jekt mit seinem tra­di­tionellen Advent am zweit­en Advent. Mit­glieder und Unter­stützer des FSV kön­nen Wei­h­nachts­bäume für die Ver­anstal­tung ver­mit­teln. Die Hälfte des Erlös­es aus diesen Verkäufen soll der Mäd­chen­fußbal­labteilung und damit dem Bus-Pro­jekt zugutekom­men.

„Je mehr Wei­h­nachts­bäume der FSV 02 ver­mit­telt, desto mehr Geld fließt in das Bus-Pro­jekt der jun­gen Kick­erin­nen“, so Juhls.

Ausschließlich Mädchen und Frauen

Der FSV 02 nimmt in der Schw­er­iner Fußbal­l­land­schaft eine beson­dere Rolle ein. Der Vere­in konzen­tri­ert sich auss­chließlich auf Mäd­chen- und Frauen­fußball. Dabei ver­ste­ht er sich nach den Worten seines Vor­sitzen­den nicht als rein­er Leis­tungsvere­in.

„Wir schick­en keine Mäd­chen nach Hause“, sagte Bach. Zwar spiele der Vere­in mit seinen Mannschaften möglichst leis­tung­sori­en­tiert, zugle­ich übernehme er aber bewusst eine soziale Auf­gabe. Auch Mäd­chen, die sportlich zunächst nicht auf dem Niveau ander­er Spielerin­nen seien oder aus schwierigeren Lebenssi­t­u­a­tio­nen kämen, soll­ten ihren Platz im Vere­in find­en. Die Train­er hät­ten deshalb neben der sportlichen Arbeit eine beson­dere Ver­ant­wor­tung für die Inte­gra­tion neuer Spielerin­nen.

Aktuell arbeit­en nach Angaben Bachs zwölf Train­er mit sieben Mannschaften. Hinzu kom­men zwei Schied­srichter. Vieles werde ehre­namtlich und mit Unter­stützung der Eltern geleis­tet.

Sponsoren häufig im Männerfußball

Eine der größten Her­aus­forderun­gen bleibt nach Ein­schätzung des Vor­sitzen­den die Suche nach Geldge­bern. Im Wet­tbe­werb um Spon­soren habe es der Frauen­fußball weit­er­hin deut­lich schw­er­er als Män­nervere­ine.

Bach berichtete, dass viele poten­zielle Unter­stützer bere­its im Män­ner­fußball engagiert seien. Bei Gesprächen werde zudem immer wieder nach Zuschauerzahlen gefragt. Für einen Vere­in, dessen Schw­er­punkt auf Mäd­chen- und Frauen­mannschaften liegt, sei es deshalb schwierig, über klas­sis­che Reich­weit­e­nar­gu­mente Spon­soren zu gewin­nen.

 

Foto: Dario Rochow

 

Genau an diesem Punkt soll das von Zon­ta angeregte Tre­f­fen anset­zen. Unternehmer, gesellschaftliche Organ­i­sa­tio­nen, Poli­tik und Vere­in miteinan­der ins Gespräch zu brin­gen, soll neue Kon­tak­te schaf­fen und im besten Fall länger­fristige Part­ner­schaften ermöglichen.

Auch Bach hofft auf ein Net­zw­erk von Men­schen und Unternehmen, die gezielt Mäd­chen und Frauen im Fußball unter­stützen. Die Bene­fizver­anstal­tung sollte dafür nach seinen Worten ein Anfang sein.

Neue Ligastrukturen erhöhen den Druck

Hinzu kommt eine sportliche Entwick­lung, die den Vere­in in den kom­menden Jahren vor zusät­zliche Auf­gaben stellen kön­nte. Bach ver­wies auf Verän­derun­gen im Ligen­sys­tem des Frauen­fußballs. Soll der FSV per­spek­tivisch höherk­las­sig spie­len, wür­den die Anforderun­gen an Organ­i­sa­tion und Finanzierung deut­lich steigen.

Auswärtsspiele kön­nten dann unter anderem nach Jena, Erfurt, Leipzig oder Berlin führen. Mit den derzeit­i­gen Vere­insstruk­turen sei das nach Ein­schätzung Bachs kaum zu bewälti­gen. Mit­tel­fristig brauche der FSV deshalb nicht nur zusät­zliche Spon­soren, son­dern auch weit­ere Per­so­n­en im Vor­stand und in der sportlichen Organ­i­sa­tion.

Foto: Dario Rochow

Dass der Vere­in sportliche Ambi­tio­nen hat, machte Bach bere­its zur Eröff­nung deut­lich. Die Mäd­chen­mannschaften sollen sich nach Möglichkeit mit leis­tungsstarken Geg­ner­in­nen messen. Gle­ichzeit­ig will der FSV den Mäd­chen­fußball in Meck­len­burg ins­ge­samt stärken und Mannschaften dort unter­stützen, wo ein eigen­ständi­ger Spiel­be­trieb möglich ist.

Für Bach hängt die Zukun­ft des Vere­ins deshalb nicht allein von Ergeb­nis­sen auf dem Platz ab. Entschei­dend sei, rechtzeit­ig Struk­turen aufzubauen, mit denen Mäd­chen und Frauen auch kün­ftig leis­tung­sori­en­tiert Fußball spie­len kön­nen.