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Kritik an Steuerplakat:
„Ganz MV hasst das Finanzamt“ – Plakat sorgt für politischen Streit

Mit „Ganz MV hasst das Finanzamt“ wirbt Team Freiheit in Mecklenburg-Vorpommern. Finanzminister Heiko Geue hält dagegen und sieht Beschäftigte der Finanzämter getroffen.

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  • Veröffentlicht August 13, 2026
Plakat­präsen­ta­tion von Team Frei­heit am let­zten Mon­tag am Südring in Ros­tock: Min­is­ter­präsi­dent a. D. Thomas L. Kem­merich (links) und Frauke Petry vor dem Groß­plakat „Ganz MV has­st das Finan­zamt“. Foto: Team Frei­heit

 

 

 


In Kürze:

  • Auf einem Groß­plakat von Team Frei­heit in Ros­tock ste­ht der zuge­spitzte Slo­gan „Ganz MV has­st das Finan­zamt“.
  • Finanzmin­is­ter Heiko Geue und SPD-Gen­er­alsekretär Julian Barlen kri­tisieren die Botschaft und war­nen davor, Finanzämter und ihre Beschäftigten zum Feind­bild zu machen.
  • Team Frei­heit ließ eine Pressean­frage von SNO | Schw­erin-Lokal zur Bedeu­tung des Slo­gans, zu poli­tis­chen Forderun­gen sowie zu Zahl und Kosten der Plakate bis zum Redak­tion­ss­chluss unbeant­wortet.

 

Ein Wahlkampf­plakat von Team Frei­heit mit dem Slo­gan „Ganz MV has­st das Finan­zamt“ sorgt in Meck­len­burg-Vor­pom­mern für poli­tis­chen Stre­it. Finanzmin­is­ter Heiko Geue (SPD) kri­tisierte die Botschaft am Mittwoch öffentlich. Auch SPD-Gen­er­alsekretär Julian Barlen schal­tete sich mit einem Beitrag in den sozialen Net­zw­erken in die Auseinan­der­set­zung ein.

Am ver­gan­genen Mon­tag präsen­tierte die Partei ihre Plakate für den Land­tagswahlkampf am Südring in Ros­tock. Mit dabei waren Grün­derin Frauke Petry und der thüringis­che Kurzzeit-Min­is­ter­präsi­dent Thomas Kem­merich. „Was heute am Südring begonnen hat, ist der sicht­bare Auf­takt ein­er Kam­pagne, die nah an den Men­schen ist und die auf der Hand liegen­den Prob­leme des Lan­des direkt anspricht, die die SPD-Regierung zu ver­tuschen ver­sucht”, so Kem­merich am Mon­tag.  Die frühere AfD-Chefin Petry ergänzte: Wir zeigen als frei­heitliche Bewe­gung, dass die drin­gend notwendi­ge poli­tis­che Erneuerung und pro­fes­sionelles Handw­erk Hand in Hand gehen kön­nen.” An vie­len Punk­ten des Lan­des, auch in Schw­erin, wer­den die Groß­plakate nun in den kom­menden Wochen zu sehen sein.

Auf schwarzem Hin­ter­grund ste­ht in großen weißen Buch­staben unter anderem auf einem Groß­plakat „Ganz MV has­st das Finan­zamt“. Das hat nun Wider­spruch aus der Lan­desregierung und der Poli­tik aus­gelöst.

Finanzmin­is­ter Geue wirft der Partei vor, mit der Aus­sage pauschal Stim­mung gegen die Finanzämter zu machen. „Hass ist keine Antwort. Wer das Finan­zamt zum Feind­bild erk­lärt, trifft vor allem die Men­schen, die dort arbeit­en“, erk­lärte der Min­is­ter. Die Beschäftigten hät­ten die Steuerge­set­ze nicht gemacht, son­dern seien für deren Umset­zung zuständig.

Kri­tik am Steuer­recht und an Ver­wal­tungsabläufen hält Geue grund­sät­zlich für legit­im. Die Lan­desregierung arbeite selb­st daran, Ver­fahren ein­fach­er und dig­i­taler zu gestal­ten und Bürokratie abzubauen. Notwendi­ge Verän­derun­gen dürften aus sein­er Sicht jedoch nicht mit Angrif­f­en auf die Beschäftigten der Ver­wal­tung gle­ichge­set­zt wer­den.

Barlen kritisiert Team-Freiheit-Plakat

SPD-Gen­er­alsekretär Julian Barlen reagierte auf Face­book eben­falls scharf. „Wer das Finan­zamt zum Feind­bild erk­lärt, sät weit­er Hass – gegen den Staat und gegen die Men­schen, die dort jeden Tag ihre Arbeit machen“, schrieb der SPD-Poli­tik­er, der auch Frak­tion­schef im Land­tag ist.

Barlen ver­weist dabei auf die Funk­tion von Steuere­in­nah­men für die Finanzierung staatlich­er Auf­gaben. „Aus Steuern wer­den Kitas, Schulen, Polizei und Straßen. Team Frei­heit greift kein Amt an, son­dern den Zusam­men­halt in diesem Land“, heißt es in seinem Beitrag.

 

Sie sehen ger­ade einen Platzhal­ter­in­halt von Face­book. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzu­greifen, klick­en Sie auf die Schalt­fläche unten. Bitte beacht­en Sie, dass dabei Dat­en an Drit­tan­bi­eter weit­ergegeben wer­den.

Mehr Infor­ma­tio­nen

Der SPD-Gen­er­alsekretär nimmt außer­dem eine weit­ere Forderung von Team Frei­heit ins Visi­er. Die Forderung  „Fünf Jahre kein neues Gesetz“ beze­ich­net der Poli­tik­er als „Arbeitsver­weigerung mit Ansage“ und ver­weist darauf, dass auch ein Lan­deshaushalt als Gesetz beschlossen wird.

„Wer keinen Haushalt beschließt, stre­icht die Wirtschafts­förderung, lässt The­ater und Museen hän­gen und stellt die Kom­munen auf Nulldiät. Das ist keine Frei­heit, das ist ein Land im Leer­lauf“, schreibt Barlen. Damit verbindet er die Auseinan­der­set­zung um das Plakat mit ein­er grund­sät­zlichen Kri­tik an den poli­tis­chen Vorstel­lun­gen von Team Frei­heit.

Barlen greift Petry und Kemmerich an

Auch Frauke Petry und Thomas Kem­merich bezieht Barlen in seine Kri­tik ein. „Frauke Petry und Thomas Kem­merich kom­men aus Sach­sen und Thürin­gen zur Stip­pvis­ite nach MV“, schreibt er. Dem stellt er die Arbeit sein­er eige­nen Partei in Meck­len­burg-Vor­pom­mern gegenüber und nen­nt beitrags­freie Kitas, Seniorentick­ets und schnellere dig­i­tale Ver­fahren.

Seine poli­tis­che Abgren­zung fasst Barlen so zusam­men: „Team Frei­heit will einen Staat, der nichts mehr kann. Wir wollen einen, der bess­er wird – mod­ern­er, bürg­ernäher und stark genug für Sicher­heit und Zusam­men­halt.“

Auch Geue stellt in sein­er Reak­tion die Rolle des Staates und sein­er Beschäftigten in den Mit­telpunkt. Ger­ade in ein­er zunehmend aufge­heizten öffentlichen Debat­te müsse zwis­chen berechtigter Kri­tik und per­sön­lich­er Her­ab­würdi­gung unter­schieden wer­den. Die Mitar­beit­er der Finanzämter übernäh­men Ver­ant­wor­tung und müssten zugle­ich mit Unzufrieden­heit und schwieri­gen Sit­u­a­tio­nen umge­hen, erk­lärte der Min­is­ter.

Fragen zum Plakat bleiben offen

Wie Team Frei­heit die Kri­tik von Geue und Barlen bew­ertet, bleibt offen. SNO bat die Partei um eine Stel­lung­nahme zu dem Plakat. Dabei ging es unter anderem um die Frage, gegen wen sich der Slo­gan „Ganz MV has­st das Finan­zamt“ richtet und warum Team Frei­heit den Begriff „has­st“ gewählt hat. Zudem fragte die Redak­tion nach den konkreten steuer- und ver­wal­tungspoli­tis­chen Forderun­gen hin­ter dem Plakat sowie nach ein­er Reak­tion auf Geues Vor­wurf, das Finan­zamt werde damit zum Feind­bild erk­lärt.

Bis zur Veröf­fentlichung dieses Artikels lag keine Antwort von Team Frei­heit vor.