Schwerin schrumpft weiter:
Geburten brechen ein, Sterbefälle bleiben hoch
Weniger Geburten, viele Sterbefälle, stabile Eheschließungen: Die Jahresbilanz 2025 des Standesamts Schwerin zeigt demografische Trends und die anhaltende Beliebtheit der Stadt als Hochzeitsort.

Das Standesamt der Schwerin hat seine Jahresbilanz für 2025 vorgelegt. Die Statistik gibt Einblick in zentrale Lebensereignisse der Einwohnerinnen und Einwohner – von Geburten über Eheschließungen bis hin zu Sterbefällen. Insgesamt zeigen sich dabei bekannte Entwicklungen: sinkende Geburtenzahlen, eine weiterhin hohe Zahl an Sterbefällen und eine stabile Nachfrage nach Eheschließungen in der Landeshauptstadt.
Im Jahr 2025 wurden in Schwerin insgesamt 996 Kinder geboren. Das sind 116 weniger als im Jahr zuvor und entspricht einem Rückgang von rund 11,7 Prozent. Auch die Zahl der Neugeborenen mit Wohnsitz in Schwerin sank: 587 Kinder waren in der Landeshauptstadt gemeldet, 42 weniger als 2024. Damit setzt sich der bereits seit Jahren beobachtete Trend sinkender Geburtenzahlen fort.
Weitere Daten aus der Geburtenstatistik zeigen, dass 51 Prozent der Neugeborenen Jungen und 49 Prozent Mädchen waren. Auffällig ist zudem, dass 43 Prozent der Mütter, die 2025 in Schwerin entbunden haben, ihren Wohnsitz außerhalb der Stadt hatten. Bei 29 Prozent der Geburten besaß mindestens ein Elternteil keine deutsche Staatsangehörigkeit. Mehr als die Hälfte der Eltern – 51 Prozent – lebte zum Zeitpunkt der Geburt nicht in einer Ehe.
Neue Regelungen zum Geschlechtseintrag
Bei den vergebenen Vornamen lagen bei den Mädchen Merle, Charlotte und Anna an der Spitze, bei den Jungen Emil, Luca und Milan. Als häufige Zweitnamen wurden unter anderem Sophie, Marie und Emilia bei Mädchen sowie Alexander, Friedrich und Maxim bei Jungen gewählt.
Während die Geburtenzahlen rückläufig sind, bleibt die Zahl der Sterbefälle auf hohem Niveau. Im Jahr 2025 wurden 2.309 Sterbefälle beurkundet, lediglich fünf weniger als im Vorjahr. 1.470 der Verstorbenen hatten ihren Wohnsitz in Schwerin, was einem Anteil von 64 Prozent entspricht. Wie Standesbeamtin Franziska Volpert erläutert, wird ein Sterbefall stets dort beurkundet, wo die Person verstorben ist – unabhängig vom letzten Wohnsitz.
Erstmals vollständig in die Jahresstatistik eingeflossen sind zudem Erklärungen nach dem Selbstbestimmungsgesetz, das am 1. November 2024 in Kraft trat. Im Jahr 2025 gingen beim Standesamt Schwerin 46 entsprechende Erklärungen ein. In den meisten Fällen erfolgte eine Änderung des Geschlechtseintrags von weiblich auf männlich oder von männlich auf weiblich, in weiteren Fällen auf „divers“ oder eine vollständige Streichung.
Positiv entwickelt hat sich erneut der Bereich der Eheschließungen. Insgesamt 449 Paare gaben sich 2025 in Schwerin das Jawort, nahezu genauso viele wie im Vorjahr. Darunter befanden sich auch sechs gleichgeschlechtliche Ehen. Besonders auffällig: 121 Paare reisten aus anderen Städten an, um in Schwerin zu heiraten – ein Beleg für die Attraktivität der Schweriner Trauorte.
Der zuständige Beigeordnete Silvio Horn sieht darin eine Bestätigung des besonderen Charakters der Stadt. Zugleich weist das Standesamt darauf hin, dass beliebte Hochzeitstermine stark nachgefragt sind. Für Paare, die 2027 heiraten möchten, ist die Terminreservierung bereits seit Anfang 2026 möglich. Besonders gefragte Daten seien teilweise schon frühzeitig ausgebucht.



