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Schwerin schrumpft weiter:
Geburten brechen ein, Sterbefälle bleiben hoch

Weniger Geburten, viele Sterbefälle, stabile Eheschließungen: Die Jahresbilanz 2025 des Standesamts Schwerin zeigt demografische Trends und die anhaltende Beliebtheit der Stadt als Hochzeitsort.

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  • Veröffentlicht Januar 20, 2026
Geburten­rück­gang set­zt sich unge­bremst fort. Foto: Sym­bol­bild

 

Das Standesamt der Schw­erin hat seine Jahres­bi­lanz für 2025 vorgelegt. Die Sta­tis­tik gibt Ein­blick in zen­trale Lebensereignisse der Ein­wohner­in­nen und Ein­wohn­er – von Geburten über Eheschließun­gen bis hin zu Ster­be­fällen. Ins­ge­samt zeigen sich dabei bekan­nte Entwick­lun­gen: sink­ende Geburten­zahlen, eine weit­er­hin hohe Zahl an Ster­be­fällen und eine sta­bile Nach­frage nach Eheschließun­gen in der Lan­deshaupt­stadt.

Im Jahr 2025 wur­den in Schw­erin ins­ge­samt 996 Kinder geboren. Das sind 116 weniger als im Jahr zuvor und entspricht einem Rück­gang von rund 11,7 Prozent. Auch die Zahl der Neuge­bore­nen mit Wohn­sitz in Schw­erin sank: 587 Kinder waren in der Lan­deshaupt­stadt gemeldet, 42 weniger als 2024. Damit set­zt sich der bere­its seit Jahren beobachtete Trend sink­ender Geburten­zahlen fort.

Weit­ere Dat­en aus der Geburten­sta­tis­tik zeigen, dass 51 Prozent der Neuge­bore­nen Jun­gen und 49 Prozent Mäd­chen waren. Auf­fäl­lig ist zudem, dass 43 Prozent der Müt­ter, die 2025 in Schw­erin ent­bun­den haben, ihren Wohn­sitz außer­halb der Stadt hat­ten. Bei 29 Prozent der Geburten besaß min­destens ein Eltern­teil keine deutsche Staat­sange­hörigkeit. Mehr als die Hälfte der Eltern – 51 Prozent – lebte zum Zeit­punkt der Geburt nicht in ein­er Ehe.

 

Neue Regelungen zum Geschlechtseintrag

Bei den vergebe­nen Vor­na­men lagen bei den Mäd­chen Mer­le, Char­lotte und Anna an der Spitze, bei den Jun­gen Emil, Luca und Milan. Als häu­fige Zweit­na­men wur­den unter anderem Sophie, Marie und Emil­ia bei Mäd­chen sowie Alexan­der, Friedrich und Max­im bei Jun­gen gewählt.

Während die Geburten­zahlen rück­läu­fig sind, bleibt die Zahl der Ster­be­fälle auf hohem Niveau. Im Jahr 2025 wur­den 2.309 Ster­be­fälle beurkun­det, lediglich fünf weniger als im Vor­jahr. 1.470 der Ver­stor­be­nen hat­ten ihren Wohn­sitz in Schw­erin, was einem Anteil von 64 Prozent entspricht. Wie Standes­beamtin Franziska Volpert erläutert, wird ein Ster­be­fall stets dort beurkun­det, wo die Per­son ver­stor­ben ist – unab­hängig vom let­zten Wohn­sitz.

Erst­mals voll­ständig in die Jahressta­tis­tik einge­flossen sind zudem Erk­lärun­gen nach dem Selb­st­bes­tim­mungs­ge­setz, das am 1. Novem­ber 2024 in Kraft trat. Im Jahr 2025 gin­gen beim Standesamt Schw­erin 46 entsprechende Erk­lärun­gen ein. In den meis­ten Fällen erfol­gte eine Änderung des Geschlecht­sein­trags von weib­lich auf männlich oder von männlich auf weib­lich, in weit­eren Fällen auf „divers“ oder eine voll­ständi­ge Stre­ichung.

Pos­i­tiv entwick­elt hat sich erneut der Bere­ich der Eheschließun­gen. Ins­ge­samt 449 Paare gaben sich 2025 in Schw­erin das Jawort, nahezu genau­so viele wie im Vor­jahr. Darunter befan­den sich auch sechs gle­ichgeschlechtliche Ehen. Beson­ders auf­fäl­lig: 121 Paare reis­ten aus anderen Städten an, um in Schw­erin zu heirat­en – ein Beleg für die Attrak­tiv­ität der Schw­er­iner Trauorte.

Der zuständi­ge Beige­ord­nete Sil­vio Horn sieht darin eine Bestä­ti­gung des beson­deren Charak­ters der Stadt. Zugle­ich weist das Standesamt darauf hin, dass beliebte Hochzeit­ster­mine stark nachge­fragt sind. Für Paare, die 2027 heirat­en möcht­en, ist die Ter­min­re­servierung bere­its seit Anfang 2026 möglich. Beson­ders gefragte Dat­en seien teil­weise schon frühzeit­ig aus­ge­bucht.