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Prävention statt Eskalation:
Ministerium ergreift Maßnahmen

Gewalt an Schulen nimmt deutlich zu – das zeigt sich nicht nur in alarmierenden Zahlen, sondern auch in konkreten Vorfällen wie dem Angriff auf ein 11-jähriges Mädchen in Schwerin.

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  • Veröffentlicht August 6, 2025
Gewalt an den Schulen nimmt zu. | Foto: Stu­di­enkreis Schw­erin

Gewalt, Mob­bing und Straftat­en bes­tim­men den Schu­lall­t­ag viel­er Schü­lerin­nen und Schüler in unserem Land. Dabei sollte doch klar sein: Gewalt und Schule gehören nicht zusam­men. Mit dieser Prämisse will Bil­dungsmin­is­terin Simone Old­en­burg (LINKE) der Gewalt an Schulen den Kampf ansagen.

Gewalt nimmt zu 

Dass die Gewalt an den Schulen zunimmt, mussten Eltern erst zu Beginn des Jahres fest­stellen, als ein 11-jähriges Mäd­chen auf dem Schul­hof der Schw­er­iner Bertolt-Brecht- Schule grausam von ihren Mitschü­lerin­nen getreten und geschla­gen wor­den war. 

Diese besorgnis­er­re­gende Entwick­lung spiegelt sich auch in offiziellen Zahlen wider: Im Schul­jahr 2024/25 wur­den laut Bil­dungsmin­is­terin 2133 Mel­dun­gen über Gewalt­tat­en und Bedro­hun­gen bei den Schulämtern reg­istri­ert- etwa 900 mehr als noch im Schul­jahr (2023/24) zuvor.  Zwar seien die Lehrkräfte inzwis­chen stärk­er sen­si­bil­isiert und melde­ten Vor­fälle häu­figer an die Schulämter, doch das dürfe nicht darüber hin­wegtäuschen, dass die “Zahl der Gewalt­tat­en tat­säch­lich gestiegen ist”, so Old­en­burg.

Von den ins­ge­samt 2133 gemelde­ten Gewalt­tat­en im ver­gan­genen Schul­jahr ent­fie­len etwa 900 Fälle auf Kör­per­ver­let­zun­gen und 77 auf Amok- und Bomben­dro­hun­gen. Old­en­burg macht für den starken Anstieg vor allem die zunehmende Polar­isierung in der Gesellschaft, die Hin­wen­dung zu extremen Posi­tio­nen und eine Ver­ro­hung der Sprache ver­ant­wortlich.

Ein Programm soll Abhilfe schaffen

Mit einem neu aufgelegten Präven­tion­skonzept will die Lan­desregierung nun der Zahl der Gewaltvor­fälle ent­ge­gen­wirken. Hierzu soll ein Leit­faden, der Schü­lerin­nen und Schülern, Eltern und Lehrkräften klare Hand­lungsempfehlun­gen bietet und Kon­tak­t­stellen für Beratungsange­bote auflis­tet, ein Mit­tel im Kampf gegen die Gewalt an unseren Schulen sein. Der große Vorteil, so Old­en­burg: „Man muss nicht lange suchen, wo man Hil­fe bekommt.”  Darüber hin­aus soll das “Stre­itschlichter­pro­gramm”, für das unter­stützende Päd­a­gogen aus­ge­bildet wor­den sind, sowie eigen­ständi­ge Unter­richt­spro­gramme, die die Per­sön­lichkeit der Schü­lerin­nen und Schüler stärken, helfen, Schule wieder zu einem Umfeld des Miteinan­ders zu machen.

Neben den Maß­nah­men, die in der Schule ergrif­f­en wer­den, nimmt die Min­is­terin auch die Eltern ins Visi­er: Die Auf­gabe, Gewalt an den Schulen zu reduzieren, allein an die Lehrkräfte zu adressieren, sei falsch. Denn “ bei Präven­tion sind alle gefragt”, so die LINKEN-Poli­tik­erin.

AfD übt Kritik

Wie so oft, wenn es um Fra­gen zum Bil­dungssys­tem geht, möchte die größte Oppo­si­tion­spartei unseres Lan­des einen anderen Kurs einschla­gen. Das ändert sich auch nicht mit Blick auf das neue Präven­tion­spro­gramm: “Die heute vorgestell­ten Konzepte des Bil­dungs- und Innen­min­is­teri­ums wirken wie oper­a­tive Hek­tik, die sys­temis­ches Scheit­ern kaschieren soll”, so der Frak­tion­schef Niko­laus Kramer. Seine Idee: Autorität und Ver­ant­wor­tung wieder­her­stellen. Darüber hin­aus soll sich auf ein Wertekon­sens geeinigt wer­den, auf den sich sowohl Lehrkräfte als auch Eltern und die Gesellschaft stützen kön­nen.

Schülerrat begrüßt Vorhaben

Wie der Stadtschüler­rat Schw­erin auf Anfrage bestätigt, ist Gewalt eines der häu­fig­sten Gespräch­s­the­men, wenn sie mit den Schw­er­iner Schü­lerin­nen und Schüler ins Gespräch kom­men. Auf die Frage hin, wie sie das Konzept einord­nen, fand der Vor­sitzende Max­i­m­il­ian Aeber­lin lobende Worte: “Als Schüler­rat begrüßen wir aus­drück­lich die Ini­tia­tive von Bil­dungsmin­is­terin Simone Old­en­burg, der zunehmenden Gewalt an unseren Schulen entsch­ieden ent­ge­gen­zutreten. Gewalt, Mob­bing und Bedro­hun­gen dür­fen keinen Platz in unserem Schu­lall­t­ag haben. Wed­er auf dem Pausen­hof noch im Klassen­z­im­mer.”