Überraschung zu Ostern:
Giraffennachwuchs im Zoo Schwerin
Im Zoo Schwerin ist ein Giraffenkalb geboren worden. Da Muttertier Daisy es nicht säugt, wird der Nachwuchs nun per Teilhandaufzucht versorgt.

Im Zoo Schwerin gibt es Nachwuchs: Am Abend des 23. März wurde ein Giraffenbulle geboren. Muttertier „Daisy“ brachte das Kalb ohne Komplikationen zur Welt. Die Aufzucht gestaltet sich jedoch schwierig, da die Mutter das Jungtier nicht säugt.
Nach Angaben von Zoodirektor Tim Schikora zeigte sich das Kalb zunächst vital und kräftig. Da es jedoch auch nach mehreren Stunden keine Milch bei der Mutter aufnehmen konnte, sah sich das Zoo-Team gezwungen, einzugreifen. Um die Versorgung sicherzustellen, wird das Jungtier seitdem zusätzlich per Flasche gefüttert. Der Zoo setzt dabei auf eine sogenannte Teilhandaufzucht. Ziel ist es, den menschlichen Einfluss so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig das Überleben des Kalbs zu sichern. Das Tier bleibt weiterhin in der Herde und wächst gemeinsam mit den anderen Giraffen auf.
Ein Versuch, das Kalb von einer anderen Giraffe säugen zu lassen, blieb ohne Erfolg. Die Giraffe „Kahlua“, die noch Milch gibt, sowie Mutter Daisy zeigen dennoch fürsorgliches Verhalten. Sie kümmern sich um das Jungtier und integrieren es in die Gruppe. Der Vater des Kalbs, „Madiba“, ist derzeit noch räumlich getrennt.
Aufzucht mit Unterstützung des Zoo-Teams
Die Entscheidung zur Teilhandaufzucht fiel in enger Abstimmung mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm, das den Aufbau stabiler Populationen bedrohter Tierarten zum Ziel hat. Hintergrund ist, dass Giraffennachwuchs innerhalb des Programms zuletzt selten war und jedes gesunde Tier eine wichtige Rolle für den Artenschutz spielt.
Für den Zoo Schwerin ist es die erste Teilhandaufzucht eines Giraffenkalbs. Das Jungtier wird derzeit bis zu sechsmal täglich mit der Flasche gefüttert. Perspektivisch soll es zunehmend selbstständig feste Nahrung aufnehmen. Die Unterstützung durch das Pflegepersonal wird voraussichtlich über mehrere Monate notwendig sein. Warum Mutter Daisy ihr Kalb nicht säugt, ist unklar. Auch in freier Wildbahn kommt es vor, dass Jungtiere nicht angenommen werden. Bereits bei einer früheren Geburt im Jahr 2024 hatte es Probleme gegeben.
Das Kalb hat inzwischen den Namen „Kato“ erhalten. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie gut es sich entwickelt. Wann der Nachwuchs für Besucherinnen und Besucher zu sehen sein wird, ist derzeit noch offen.
Die im Zoo gehaltenen Giraffen gehören zur Gruppe der Nubischen Giraffen, einer Unterart der Nördlichen Giraffen. Mit nur noch rund 7000 Tieren weltweit zählen sie zu den am stärksten bedrohten Großsäugetieren. Hauptursachen für den Rückgang sind Lebensraumverlust, klimatische Veränderungen und Wilderei.




