Sa, 18. April 2026
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Überraschung zu Ostern:
Giraffennachwuchs im Zoo Schwerin

Im Zoo Schwerin ist ein Giraffenkalb geboren worden. Da Muttertier Daisy es nicht säugt, wird der Nachwuchs nun per Teilhandaufzucht versorgt.

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  • Veröffentlicht April 3, 2026
Junge Giraffen brauchen viel Ruhe und Schlaf. Daher verbringen sie in den ersten Wochen noch viel Zeit im Liegen. © Zoo Schwerin
Junge Giraf­fen brauchen viel Ruhe und Schlaf. Daher ver­brin­gen sie in den ersten Wochen noch viel Zeit im Liegen. Foto: Zoo Schw­erin

 

Im Zoo Schw­erin gibt es Nach­wuchs: Am Abend des 23. März wurde ein Giraf­fen­bulle geboren. Mut­terti­er „Daisy“ brachte das Kalb ohne Kom­p­lika­tio­nen zur Welt. Die Aufzucht gestal­tet sich jedoch schwierig, da die Mut­ter das Jungti­er nicht säugt.

Nach Angaben von Zood­i­rek­tor Tim Schiko­ra zeigte sich das Kalb zunächst vital und kräftig. Da es jedoch auch nach mehreren Stun­den keine Milch bei der Mut­ter aufnehmen kon­nte, sah sich das Zoo-Team gezwun­gen, einzu­greifen. Um die Ver­sorgung sicherzustellen, wird das Jungti­er seit­dem zusät­zlich per Flasche gefüt­tert. Der Zoo set­zt dabei auf eine soge­nan­nte Teil­han­daufzucht. Ziel ist es, den men­schlichen Ein­fluss so ger­ing wie möglich zu hal­ten und gle­ichzeit­ig das Über­leben des Kalbs zu sich­ern. Das Tier bleibt weit­er­hin in der Herde und wächst gemein­sam mit den anderen Giraf­fen auf.

Ein Ver­such, das Kalb von ein­er anderen Giraffe säu­gen zu lassen, blieb ohne Erfolg. Die Giraffe „Kahlua“, die noch Milch gibt, sowie Mut­ter Daisy zeigen den­noch für­sor­glich­es Ver­hal­ten. Sie küm­mern sich um das Jungti­er und inte­gri­eren es in die Gruppe. Der Vater des Kalbs, „Madi­ba“, ist derzeit noch räum­lich getren­nt.

 

Aufzucht mit Unterstützung des Zoo-Teams

Die Entschei­dung zur Teil­han­daufzucht fiel in enger Abstim­mung mit dem Europäis­chen Erhal­tungszucht­pro­gramm, das den Auf­bau sta­bil­er Pop­u­la­tio­nen bedro­hter Tier­arten zum Ziel hat. Hin­ter­grund ist, dass Giraf­fen­nach­wuchs inner­halb des Pro­gramms zulet­zt sel­ten war und jedes gesunde Tier eine wichtige Rolle für den Arten­schutz spielt.

Für den Zoo Schw­erin ist es die erste Teil­han­daufzucht eines Giraf­fenkalbs. Das Jungti­er wird derzeit bis zu sechs­mal täglich mit der Flasche gefüt­tert. Per­spek­tivisch soll es zunehmend selb­st­ständig feste Nahrung aufnehmen. Die Unter­stützung durch das Pflegeper­son­al wird voraus­sichtlich über mehrere Monate notwendig sein. Warum Mut­ter Daisy ihr Kalb nicht säugt, ist unklar. Auch in freier Wild­bahn kommt es vor, dass Jungtiere nicht angenom­men wer­den. Bere­its bei ein­er früheren Geburt im Jahr 2024 hat­te es Prob­leme gegeben.

Das Kalb hat inzwis­chen den Namen „Kato“ erhal­ten. In den kom­menden Wochen wird sich zeigen, wie gut es sich entwick­elt. Wann der Nach­wuchs für Besucherin­nen und Besuch­er zu sehen sein wird, ist derzeit noch offen.

Die im Zoo gehal­te­nen Giraf­fen gehören zur Gruppe der Nubis­chen Giraf­fen, ein­er Unter­art der Nördlichen Giraf­fen. Mit nur noch rund 7000 Tieren weltweit zählen sie zu den am stärk­sten bedro­ht­en Großsäugetieren. Haup­tur­sachen für den Rück­gang sind Leben­sraumver­lust, kli­ma­tis­che Verän­derun­gen und Wilderei.