Einwohnerversammlung zeigt aktuelle Bauvorhaben:
Großprojekte in Neu Zippendorf im Fokus
Bei der Einwohnerversammlung in der Astrid-Lindgren-Schule informierten Stadt und Planer über Waldorfschule, GeSo-Campus und die „Neue Mitte“ am Berliner Platz

Gestern Abend wurde die Astrid-Lindgren-Schule zum Treffpunkt für viele interessierte Bürgerinnen und Bürger. Bei der Einwohnerversammlung zum Bauvorhaben in Neu Zippendorf standen gleich mehrere große Projekte im Fokus. Vertreter der Stadt, darunter der erste Stellvertreter des Oberbürgermeisters Bernd Nottebaum, Werkleiter des ZGM und Geschäftsführer der WGS Kristian Meier-Hedrich sowie Nadine Burgschweiger-Rieck und Betina Jäger von der Waldorfvereinigung Schwerin e.V., stellten die aktuellen Planungen vor und beantworteten zahlreiche Fragen aus dem Publikum.
Im Mittelpunkt des Abends standen drei zentrale Vorhaben: der neue Campus der Waldorfschule, der Bau der Berufsschule für Gesundheit und Soziales (GeSo) sowie die Entwicklung der „Neuen Mitte” rund um den Berliner Platz.
Waldorfschule plant großen Bildungscampus
Die Waldorfschule, bislang an der Schlossgartenallee ansässig, benötigt aufgrund steigender Schülerzahlen dringend mehr Platz. Geplant ist deshalb ein neuer Campus mit modernen Schulgebäuden sowie ergänzenden Angeboten wie Hort, Kita und weiteren Betreuungseinrichtungen. Auch eine Mensa, ein Café sowie ein Saalzentrum für Sport und Theater sind vorgesehen und sollen teilweise auch extern genutzt werden können.
Bereits 2026 sollen die Bauvoranfrage, Finanzierung und Förderanträge erfolgen. In den Jahren 2027 und 2028 stehen Vergabeverfahren und Planungen an, bevor anschließend der Bau starten kann.

GeSo-Campus und Neue Mitte im Blick
Ein weiteres Großprojekt ist das Regionale Berufliche Bildungszentrum Gesundheit und Soziales. Schon im Sommer beginnen die Erschließungsarbeiten für das rund 138 Millionen Euro teure Vorhaben. In etwa vier Jahren soll der Ausbildungsbetrieb starten. Geplant sind insgesamt fünf Gebäude – von verschiedenen Fachbereichen über eine große Mensa bis hin zu einer Dreifeldsporthalle mit Platz für bis zu 560 Zuschauer, die auch für Veranstaltungen genutzt werden kann.
Parallel dazu wird auch der Berliner Platz neu gedacht: Hier soll eine neue Stadtteilmitte für Großer Dreesch, Neu Zippendorf und Mueßer Holz entstehen. Nach umfangreichen Abrissen entstehen zunächst 370 neue Wohnungen, darunter auch Sozialwohnungen. Mitte 2027 sollen die ersten Wohnhäuser im Rohbau stehen. Für die Erschließung zeichnet sich das Zentrale Gebäudemanagement (ZGM) verantwortlich.
Zusätzlich sind umfassende Sanierungen im Quartier Hamburger Allee und Cottbuser Straße geplant. Geplant sind bautechnische und energetische Verbesserungen an den Wohngebäuden. Dazu zählen unter anderem die komplette Erneuerung der Dächer, die Dämmung der Fassaden und der Austausch von Fenster- und Haustürelementen.
Großen Wert legen die Verantwortlichen auf transparente Kommunikation mit den Mietern. Neben persönlichen Gesprächen sind regelmäßige Informationen, Veranstaltungen und Updates vorgesehen.

Offene Fragerunde mit den Schwerinern
Im Anschluss an die Präsentationen entwickelte sich eine lebhafte Diskussion mit Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Themen waren unter anderem der Lärm für die Anwohner der Waldorfschule, der aufgrund der Vielzahl an Schülern entstehen wird sowie ein hohes Verkehrsaufkommen. Auch die Sorge um fehlende Parkplätze aufgrund des GeSo-Campus wurde genannt. Die Schweriner nutzten die Veranstaltung zusätzlich, um auf das Müllproblem, sanierungsbedürftige Gehwege und Lademöglichkeiten für E‑Autos aufmerksam zu machen.
Viele der angesprochenen Punkte konnten direkt eingeordnet oder entkräftet werden. Für die Waldorfschule sind die Spielflächen hinter der Schule geplant und nicht in Richtung der Wohnhäuser. Eine mögliche Einbahnstraßenregelung in der Perleberger Straße könnte außerdem den Verkehr entlang der Wohnungen entzerren. Beim geplanten GeSo-Campus entstehen 200 Meter von der Berufsschule entfernt Parkmöglichkeiten für Schüler und Lehrer.
Deutlich wurde an diesem Abend vor allem eines: Die Entwicklung von Neu Zippendorf wird von den Menschen vor Ort aufmerksam begleitet – und aktiv mitgestaltet.





