Sa, 17. Januar 2026
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Schwerin stellt die Weichen für die Zukunft:
Großprojekte prägen die kommenden Jahre

Von Schulneubau über Feuerwehr, Wärmeplanung und neue Wohnquartiere bis zur möglichen Landesgartenschau – 2026 wird für die Stadtentwicklung zum Schlüsseljahr.

  • Veröffentlicht Januar 9, 2026
Unter Federführung der Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) sind am Berliner Platz etwa 370 neue Wohnungen mit einerWohnfläche von insgesamt 25.000 Quadratmetern geplant, Grafik: LHS
Unter Fed­er­führung der Woh­nungs­ge­sellschaft Schw­erin (WGS) sind am Berlin­er Platz etwa 370 neue Woh­nun­gen mit ein­er Wohn­fläche von ins­ge­samt 25.000 Quadrat­metern geplant. Grafik: LHS

Im Schw­er­iner Stadthaus wird in diesem Jahr kräftig angepackt. Vor allem im Fach­bere­ich Bauen und Stad­ten­twick­lung ste­hen zahlre­iche Auf­gaben an, damit wichtige Baupro­jek­te rechtzeit­ig auf den Weg gebracht wer­den kön­nen. Der Grund: Bere­its 2026 sollen erste größere Bau­maß­nah­men starten, die für die Entwick­lung der Lan­deshaupt­stadt von zen­traler Bedeu­tung sind. Ein Schw­er­punkt liegt auf dem Neubau der Beru­flichen Schule Gesund­heit und Sozial­we­sen (GeSo) in Neu Zip­pen­dorf. Bis Mitte 2026 sollen dort die Erschließungsar­beit­en begin­nen. In dem neuen Schulkom­plex wer­den kün­ftig rund 1.800 Beruf­ss­chüler ler­nen. Die bish­eri­gen Stan­dorte in der Dr.-Hans-Wolf-Straße, der Arse­nal­straße und der Werk­straße wer­den damit zusam­menge­führt. Ab Feb­ru­ar 2030 soll die Aus­bil­dung in gewerblichen, sozialen und medi­zinis­chen Berufen in mod­er­nen Lehr- und Prax­is­räu­men starten. Bestandteil des Pro­jek­ts ist außer­dem eine neue Dreifeld­sporthalle mit Zuschauer­tribüne, die auch für Vere­in­swet­tkämpfe und Ver­anstal­tun­gen genutzt wer­den kann. Die Baukosten liegen bei 138 Mil­lio­nen Euro. „Bis Okto­ber 2029 sollen die Bauar­beit­en abgeschlossen sein“, sagt Ober­bürg­er­meis­ter Bernd Not­te­baum (CDU).

Sicherheit und Energie im Blick

Ein weit­er­er wichtiger Baustein ist die Fortschrei­bung des Brand­schutzbe­darf­s­plans für die Jahre 2026 bis 2031. Dabei wer­den sämtliche Abläufe von der Alarmierung bis zum Katas­tro­phenein­satz über­prüft. Vorge­se­hen ist auch eine räum­liche Erweiterung der Feuer­wehr an der Lud­wigslus­ter Chaussee, wo sich die Leit­stelle befind­et. Die Pla­nun­gen und Genehmi­gun­gen sollen 2026 abgeschlossen wer­den, der Baus­tart ist für 2027 vorge­se­hen. Par­al­lel dazu arbeit­et die Stadt an ihrer kün­fti­gen Energiev­er­sorgung. Spätestens im Som­mer 2026 soll die neue Wärmekonzep­tion vor­liegen. Sie dient als Ori­en­tierung für Investi­tio­nen und Bau­vorhaben von Unternehmen, Ver­mi­etern und pri­vat­en Haushal­ten. Ziel ist eine sichere, plan­bare und kli­mafre­undliche Wärmev­er­sorgung. Eine Bürg­er­beteili­gung ist im Früh­jahr geplant. Die Wärme­pla­nung gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zu den Kli­mazie­len bis 2045.

Mehr Platz und Sicherheit für Radfahrer

Auch im Straßen­bau set­zt Schw­erin neue Schw­er­punk­te. Ab 2026 ste­hen weit­ere Straßen­erneuerun­gen an, bei denen die Sicher­heit von Rad­fahrern verbessert wer­den soll. In Neumüh­le begin­nt im Früh­jahr der Aus­bau der Schwal­ben­straße. Ende 2026 fol­gt der Abschnitt der Neumühler/Wittenburger Straße zwis­chen Net­to und Obotriten­ring, wo der bis­lang aufge­malte Rad­weg ein­er sicheren Lösung für alle Verkehrsteil­nehmer weicht. Zudem wird die Meck­len­burgstraße zwis­chen IHK und Platz der Jugend zur Fahrrad­straße umge­baut. Für die Brück­en­verbindung zur Sta­dion­straße sind die För­der­mit­tel bere­its bis spätestens 2028 gesichert.

Berliner Platz soll neue Stadtteilmitte werden

Die Draufsicht auf den zu bebauenden Berliner Platz, Grafik: LHS
Die Drauf­sicht auf den zu bebauen­den Berlin­er Platz. Grafik: LHS

Mit der Über­pla­nung soll dem ein­sti­gen DDR-Vorzeige-Quarti­er am Berlin­er Platz neues Leben einge­haucht wer­den. Plan­er sprechen von der „Neuen Mitte“ (Ideen­skizze unten) für die Stadt­teile Großer Dreesch, Neu Zip­pen­dorf und Mueßer Holz. Dafür wurde in den ver­gan­genen Jahren durch den Abriss alter Wohn­blöcke Platz geschaf­fen. Stand jet­zt begin­nen die bau­vor­bere­i­t­en­den Maß­nah­men im ersten Bauab­schnitt auf dem 14.500 Quadrat­meter großen Grund­stück im Juni 2026. Unter Fed­er­führung der Woh­nungs­ge­sellschaft Schw­erin (WGS) sind etwa 370 neue Woh­nun­gen mit ein­er Wohn­fläche von ins­ge­samt 25.000 Quadrat­metern geplant, darunter auch Sozial­woh­nun­gen. Ab Mitte 2027 sollen die ersten Wohn­häuser im Rohbau ste­hen. Einge­bun­den in das Großpro­jekt ist die neue Beru­fliche Schule der Stadt an der Pankow­er Straße (Foto oben). 77 Mil­lio­nen Euro Gesamt­baukosten sind für das Wohn­quarti­er ver­an­schlagt. Für die Erschließung zeich­net sich das Zen­trale Gebäude­m­an­age­ment (ZGM) ver­ant­wortlich.

Industriepark entwickelt sich

Der neue Auto­bahnzubringer „Schw­erin-Süd“ kommt. Mit vier Mil­lio­nen Euro beteiligt sich Schw­erin daran. Damit wird die Voraus­set­zung für weit­ere Ansiedelun­gen geschaf­fen. 50 Prozent der Gesamt­fläche im Indus­triepark sind schon an Inve­storen verkauft, rund 35 Prozent sind aktuell belegt. Die Stadt befind­et sich mit weit­eren Inter­essen­ten im Gespräch.

Neues Wohnen auf Warnitzer Feld

Projektentwurf des Wohngebietes Warnitzer Feld, Grafik: LHS
Pro­jek­ten­twurf des Wohnge­bi­etes War­nitzer Feld. Grafik: LHS

Nach dem ständi­gen Hin und Her zwis­chen dem ehe­ma­li­gen Ober­bürg­er­meis­ter Rico Baden­schi­er und den Frak­tio­nen in der Stadtvertre­tung ste­ht nun fest: Das neue Wohnge­bi­et „War­nitzer Feld“ wird umge­set­zt (Grafik). Noch im ersten Hal­b­jahr soll der B‑Plan offen­gelegt wer­den. Wenn es keine Ein­wände gibt, kön­nte mit der Erschließung zum Jahre­sende begonnen wer­den. Etwa 1.000 Woh­nun­gen sollen nach jet­zigem Stand im Nor­den Schw­erins gebaut wer­den. Ein­fam­i­lien­häuser, Tiny-Häuser, Miet­woh­nun­gen und auch Sozial­woh­nun­gen ste­hen auf dem Plan. Das Vorhaben wird in Zusam­me­nar­beit mit der Lan­des­grun­der­werb­s­ge­sellschaft real­isiert, die bere­its entsprechende Flächen erwor­ben und eine erhe­bliche Summe investiert hat. Früh­estens 2027 rech­nen die Stadt­plan­er mit dem Baus­tart.

Wohnen mit Blick auf den See

So könnte das Wohngebiet in der Brahmsstraße bald aussehen, Grafik: LHS
So kön­nte das Wohnge­bi­et in der Brahmsstraße bald ausse­hen, Grafik: LHS

In der West­stadt, auf dem Gelände der ehe­ma­li­gen Beruf­ss­chule an der Johannes-Brahms-Straße und angren­zen­den SWG-Flächen, wer­den auf dem ins­ge­samt 22.000 Quadrat­metern großen Are­al rund 200 Woh­nun­gen entste­hen. Nach Vorstel­lun­gen der SWG kön­nten vier Wohnge­bäude im östlichen und drei Häuser im west­lichen Teil mit bar­ri­erear­men und bar­ri­ere­freien Woh­nun­gen auf vier Eta­gen plus Staffelgeschoss gebaut wer­den. Auch öffentlich geförderte Woh­nun­gen sind geplant. „Es sollen möglichst alle Gen­er­a­tio­nen und Schicht­en berück­sichtigt wer­den“, sagt Vor­standsvor­sitzen­der Gui­do Müller. Rund 50 Mil­lio­nen Euro investiert die Genossen­schaft dafür. Damit es im Früh­jahr 2027 mit der Erschließung los­ge­hen kann, müssen 2026 die bau­rechtlichen Voraus­set­zun­gen geschaf­fen wer­den.

Machbarkeitsstudie Landesgartenschau

Das grüne Gebiet könnte die Fläche für die Landesgartenschau werden, Grafik: LHS
Das grüne Gebi­et kön­nte die Fläche für die Lan­des­garten­schau wer­den. Grafik: LHS

2026 wird die Stadt in Abstim­mung mit „Pro Schw­erin“ eine soge­nan­nte Mach­barkeitsstudie für die Lan­des­garten­schau erstellen. Zum Som­mer soll dann fest­ste­hen, ob sich Schw­erin für die Durch­führung bewirbt. Die Lan­deshaupt­stadt, die seit 2025 zum Wel­terbe gehört, will sich die Lan­des­garten­schau 2035 sich­ern. Es geht um eine 40 Hek­tar große Fläche am alten Güter­bahn­hof (Foto). Das Gelände – wo heute Schienen vor sich hin­rosten und Gebäude ver­fall­en – soll von Alt­las­ten befre­it und eine „Grüne Lunge“ für Schw­erin wer­den. Ähn­lich wie bei der BUGA 2009 ver­sprechen sich die Ini­tia­toren pos­i­tive touris­tis­che Effek­te sowie die Bele­bung ein­er Brache.

Tourismuskonzept wird angepasst

Mit Auflö­sung der Stadt­mar­ket­ingge­sellschaft und Eingliederung in die Stadtver­wal­tung zum 1. Jan­u­ar wird das „Touris­tis­che Entwick­lungskonzept“ angepasst. Der Wel­terbe-Sta­tus soll stärk­er in den Fokus rück­en und dabei helfen, mehr Langzeit­touris­ten in die Stadt zu lock­en. Hotelka­paz­itäten wer­den erweit­ert, aber auch Ver­anstal­tun­gen neu konzip­iert. Eben­so wird die dig­i­tale Ver­mark­tung einen neuen Stel­len­wert bekom­men. Fest ste­ht aber: Bewährtes soll bleiben.