GRÜNE: Mehrwegbecheraktion der Stadt nicht zielführen

Die aktuelle Mehrwegbecherkampagne in Schwerin wird in der Intention zwar von den Grünen unterstützt. Allerdings kritisiert die bündnisgrüne Fraktion, dass die Richtung der Kampagne falsch sei.

Stadtvertreterin Regina Dorfmann wünscht sich eine richtige Mehrwegkampagne
Foto: Bündnis90/Die Grüne Schwerin

Zur Zeit findet in Schwerin eine Mehrwegbecherkampagne unter dem Motto „Einmal ist keinmal. Denk Mehrweg!“ statt. Die Landeshauptstadt Schwerin ruft dazu auf, dem Wegwerfbecher die kalte Schulter zu zeigen und einen Mehrwegbecher zu nutzen. Bestenfalls natürlich den eigens produzierten Porzellanbecher, der ab dem 6. Dezember in der Schweriner Tourist-Info käuflich zu erwerben ist.

Ebenfalls am 6. Dezember findet in der Altstadt eine kleine Marketingaktion der Stadt gemeinsam mit lokalen Händlern statt. In den fünf Teilnehmenden Geschäften, der KostBar, dem Kreativ Kaufhaus, Miss Törtchen, der Mühlenbäckerei und der Bäckerei Zander, gibt es am Aktionstag die Möglichkeit einen der neuen Mehrwegbecher zu gewinnen.

 

 

Schwerin braucht ein richtiges Mehrwegsystem

 

Für die Grünen sehen die Aktion allerdings in die falsche Richtung gehend.  „Endlich bewegt sich die Landeshauptstadt in Sachen Mehrwegbecher – für uns leider nicht in eine zielführende Richtung!“, so die Stadtvertreterin Regina Dorfmann.  Mittlerweile hätten viele Leute einen oder sogar mehrere  Mehrweg- oder Thermokaffeebecher im Schrank – man hat aber nur selten einen dabei, wenn einem die Lust nach Kaffee oder Tee steht. „Das wird sich auch mit dem eigens produzierten Porzellanbecher der Stadt nicht ändern.“, so Dorfmann. Schwerin brauche ein richtiges Mehrwegsystem. 

Die Grünen schlagen deshalb einen Re-Cup vor.  „Hier werden Pfandbecher in teilnehmenden Cafés ausgegeben, die auch in dem Café oder anderen teilnehmenden Geschäften  wieder abgeben werden können. Rostock, Greifswald und Lübeck sind Städte, die dieses System eingeführt haben  – so dass ich meinen Becher sogar dort in teilnehmenden Cafés und Bäckern abgeben könnte. Wir wollen dieses Re-Cup System auch für die Landeshauptstadt!“, fordert Regina Dorfmann.

In Deutschland werden stündlich 320.000 Coffee-to go-Becher verbraucht, ermittelte die Deutsche Umwelthilfe. Pro Jahr sind das fast drei Milliarden Stück Einwegbecher.

Im Schnitt trank jeder Deutsche 162 Liter Kaffee im Jahr 2014, davon etwa 5 Prozent aus Einwegbechern. Die Zahl der Verbraucher, die besonders häufig oder gelegentlich zu Coffee to go-Bechern greift, liegt deutschlandweit inzwischen bei 70 Prozent.

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