Nachtservice im Schweriner Busverkehr:
„Halten auf Wunsch“ soll kommen
Hauptausschuss stimmt einstimmig für Prüfauftrag – Nahverkehr Schwerin signalisiert Bereitschaft für ein befristetes Modell ab 20 Uhr.

Der Hauptausschuss der Landeshauptstadt hat den Weg für einen erweiterten Nachtservice im Busverkehr freigemacht. Der Antrag zur Einführung des Angebots „Halten auf Wunsch“ ab 20 Uhr wurde beschlossen – mit einem klaren Votum: 12 Ja-Stimmen, keine Gegenstimme, keine Enthaltung.
Ziel ist es, das Aussteigen zwischen regulären Haltestellen in den Abendstunden flächendeckend zu ermöglichen, sofern es Straßen- und Sicherheitslage zulassen. Zudem sollen Fahrgäste transparent informiert und die Umsetzung regelmäßig ausgewertet werden. Eine jährliche Berichterstattung an die Stadtvertretung ist vorgesehen .
Mehr Sicherheit und Flexibilität am Abend
Mit dem Service soll vor allem das Sicherheitsgefühl von Fahrgästen in den Abendstunden gestärkt werden. Pendlerinnen und Pendler könnten künftig näher an ihrem Ziel aussteigen und längere Fußwege vermeiden.
In der Begründung des Antrags heißt es, die Maßnahme erhöhe Erreichbarkeit und Lebensqualität in Schwerin. Gleichzeitig könne sie die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs fördern, gerade zu Zeiten, in denen der Takt ausgedünnt ist. Auch Umweltaspekte spielen eine Rolle: Mehr Menschen im ÖPNV bedeuten weniger Individualverkehr .
Als Vorbild dient das Modell der Rostocker Straßenbahn AG, bei der ein entsprechender Service bereits existiert.
NVS schlägt einjährige Testphase vor
Anfang der Woche legte der NVS seine Stellungnahme vor. Darin zeigt sich das Unternehmen grundsätzlich offen für das Vorhaben. Man halte es für sinnvoll, das Konzept zunächst für die Dauer eines Jahres zu erproben und anschließend auszuwerten. So könne festgestellt werden, wie häufig das Angebot genutzt werde und welche Auswirkungen es auf den Betriebsablauf habe .
Wichtig sei allerdings, dass die Entscheidung über einen zusätzlichen Halt im Ermessen der Busfahrerinnen und Busfahrer liege. Sie trügen die Verantwortung für die Verkehrssicherheit und müssten im Einzelfall beurteilen, ob ein Halt gefahrlos möglich sei .
Zudem stellt der NVS klar: Das Angebot könne ausschließlich im Busverkehr umgesetzt werden. Bei Straßenbahnen sei ein Halt außerhalb ausgewiesener Haltestellen aus technischen und sicherheitsrelevanten Gründen nicht möglich . Sollte die Stadtvertretung dem Vorschlag folgen, könnte Schwerin schon bald einen flexibleren Abendverkehr erhalten, zunächst auf Probe.




