Schwerin investiert im Mueßer Holz:
Hamburger Allee soll erneuert werden
Die Hamburger Allee im Mueßer Holz soll ab 2026 erneuert werden. Geplant sind neue Rad- und Gehwege sowie ein Kreisverkehr. Die Stadt verspricht mehr Sicherheit und eine bessere Verkehrsführung.

Die Hamburger Allee im Stadtteil Mueßer Holz steht vor einer kompletten Erneuerung. Die Straße, die seit Jahren in einem schlechten Zustand ist, soll zwischen der Plater Straße und der Lomonossowstraße grundhaft saniert und neu gestaltet werden. Wenn alles nach Plan läuft, könnten die Bauarbeiten Mitte 2026 beginnen.
Straße in schlechtem Zustand
Wer regelmäßig durch das Mueßer Holz fährt, kennt das Problem: Risse, Schlaglöcher und unebene Fahrbahnen machen die Hamburger Allee schon lange zu einer Herausforderung. Nach einer Bewertung der Stadt liegt der Straßenzustand im unteren Bereich der Skala. Auch die Verkehrsführung entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Viele Bereiche sind zu eng oder unübersichtlich, Radwege fehlen teilweise ganz.
Die Hamburger Allee ist eine der wichtigsten Straßen im Stadtteil. Sie verbindet Wohnhäuser, Einkaufsmöglichkeiten, soziale Einrichtungen und Haltestellen des Nahverkehrs miteinander. Eine Sanierung gilt deshalb nicht nur als notwendig, sondern auch als wichtiges Signal für die Weiterentwicklung des gesamten Quartiers.
Ein Projekt mit langer Vorgeschichte
Tatsächlich gibt es die Pläne für die Erneuerung schon seit rund zehn Jahren. Bereits 2015 hatte die Stadtvertretung dem Vorhaben zugestimmt. Damals musste das Projekt aber gestoppt werden, weil die Hamburger Allee während des Ausbaus der Bundesstraße 321 als Umleitungsstrecke gebraucht wurde. Erst nachdem diese Arbeiten abgeschlossen waren, konnte die Stadt das Thema wieder aufnehmen und die alten Planungen überarbeiten. Entsprechende Vorlagen sind im Moment Gegenstand der Beratungen in den Ausschüssen der Stadtvertretung.
Die ursprünglichen Entwürfe wurden inzwischen an heutige Standards angepasst. Dabei spielten Themen wie Sicherheit, Klimaschutz und Barrierefreiheit eine größere Rolle als früher.
Der zu erneuernde Abschnitt der Hamburger Allee ist etwa 800 Meter lang. Er reicht von der Plater Straße bis zur Lomonossowstraße. Die Fahrbahn soll komplett erneuert werden – inklusive des Untergrunds, der Entwässerung und der Straßenbeleuchtung. Außerdem wird der Straßenraum neu aufgeteilt: Autos bekommen künftig etwas weniger Platz, Radfahrer und Fußgänger dagegen mehr.
Die neuen Radwege sollen breiter und sicherer werden. Geplant sind eigene Radstreifen, die baulich vom Autoverkehr getrennt sind. So entsteht mehr Abstand zwischen Autos und Fahrrädern. Radfahrende können dadurch sicherer überholen und müssen nicht mehr auf schmale Wege ausweichen.
Auch die Gehwege werden neu gebaut und teilweise verbreitert. An allen wichtigen Stellen sind barrierefreie Übergänge vorgesehen, sodass auch Menschen mit Rollatoren oder Kinderwagen die Straße bequem überqueren können.
Ein weiteres Ziel der Stadt ist es, versiegelte Flächen zu verringern. Wo möglich, sollen Randbereiche begrünt und Flächen entsiegelt werden, damit Regenwasser besser versickern kann und das Straßenumfeld freundlicher wirkt.
Kreisverkehr statt Ampel
Ein zentraler Punkt der Planung ist der Umbau der Kreuzung Hamburger Allee / Lomonossowstraße. Dort soll die bisherige Ampelanlage verschwinden. Stattdessen ist ein Kreisverkehr vorgesehen.
Die Stadt verspricht sich davon gleich mehrere Vorteile: Ein Kreisverkehr sorgt für einen ruhigeren Verkehrsfluss, weil Autos nicht mehr lange an roten Ampeln stehen. Außerdem verringert sich das Unfallrisiko, weil die Geschwindigkeit sinkt und alle Verkehrsteilnehmer besser aufeinander achten müssen. Auch für Radfahrer und Fußgänger soll der neue Kreisverkehr übersichtlicher und sicherer werden. Zudem ist ein Kreisverkehr für die Stadt auf lange Sicht günstiger, weil keine Lichtsignalanlage betrieben und gewartet werden muss.
Im Rahmen der Planungen wurden zwei verschiedene Entwürfe untersucht. In einer Variante wäre der Autoverkehr komplett auf eine Straßenseite verlegt worden, während auf der anderen eine sogenannte Fahrradstraße entstehen sollte. Das hätte jedoch große Umbauten an weiteren Kreuzungen nötig gemacht – unter anderem bis nach Neu Zippendorf. Da ein solches Großprojekt derzeit nicht vorgesehen ist, entschied sich die Stadt für eine weiterentwickelte Version der älteren Planung. Diese sieht beidseitige Fahrspuren und sichere Radwege vor und passt besser zum bestehenden Straßennetz.
Finanzierung mit Städtebauförderung
Die Baukosten werden über mehrere Quellen gedeckt. Ein Teil der Finanzierung erfolgt aus dem Programm der Städtebauförderung. Bereits bewilligt sind 1,2 Millionen Euro. Weitere 1,4 Millionen Euro will die Stadt beantragen. Schwerin trägt selbst rund ein Drittel der Gesamtkosten. Die Fördermittel sind an den Zweck gebunden, das Wohnumfeld im Stadtteil zu verbessern und nachhaltige Mobilität zu fördern.
Langfristig sollen sich die Investitionen auch für den Stadthaushalt auszahlen, weil eine komplett erneuerte Straße weniger Wartung und damit geringere Folgekosten verursacht.
Momentan wird das Projekt in den zuständigen Ausschüssen der Stadtvertretung diskutiert. Nach den Beratungen muss die Stadtvertretung den endgültigen Beschluss fassen. Das soll auf der Sitzung am 8. Dezember passieren. Wenn alles planmäßig verläuft, könnten die Bauarbeiten Mitte 2026 beginnen.
Damit Anwohnerinnen und Anwohner weiterhin zu ihren Häusern und Stellplätzen gelangen, soll die Straße in mehreren Abschnitten erneuert werden. Die Verwaltung kündigt an, die Bauabläufe frühzeitig bekannt zu geben und mit den Menschen vor Ort abzustimmen.
Mit der Erneuerung verfolgt die Stadt mehrere Ziele zugleich. Die Hamburger Allee soll sicherer, übersichtlicher und moderner werden. Der Verkehr soll flüssiger laufen, der Radverkehr deutlich attraktiver und komfortabler werden. Gleichzeitig soll das Umfeld grüner und lebenswerter gestaltet werden – ein weiterer Schritt im Rahmen des Stadtumbaus in Mueßer Holz und Neu Zippendorf.
Auch die Umwelt profitiert: Weniger versiegelte Flächen bedeuten, dass Regenwasser besser versickern kann und sich Straßenflächen im Sommer weniger aufheizen. Durch die neuen Radwege soll zudem der Anteil des Radverkehrs im Stadtteil steigen – ein Beitrag zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Mobilität.
Ein wichtiger Baustein für den Stadtteil
Die Erneuerung der Hamburger Allee ist das letzte große Straßenbauprojekt im Quartier Mueßer Holz. Viele angrenzende Straßen wurden bereits saniert, Grünflächen und Spielplätze erneuert. Die Modernisierung der Hauptverkehrsachse gilt daher als wichtiger Abschluss einer Reihe von Maßnahmen, die das Gebiet insgesamt stärken sollen.
Bis zum Baubeginn wird es noch einige Zeit dauern. Doch die Richtung ist klar: Mit der Erneuerung der Hamburger Allee erhält der Osten Schwerins eine modernere, sicherere und freundlichere Hauptstraße. Die Bauarbeiten werden Geduld erfordern, aber am Ende soll eine Straße entstehen, die alle Verkehrsteilnehmer besser berücksichtigt und das Stadtbild insgesamt aufwertet.



