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Schwerin investiert im Mueßer Holz:
Hamburger Allee soll erneuert werden

Die Hamburger Allee im Mueßer Holz soll ab 2026 erneuert werden. Geplant sind neue Rad- und Gehwege sowie ein Kreisverkehr. Die Stadt verspricht mehr Sicherheit und eine bessere Verkehrsführung.

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  • Veröffentlicht Oktober 28, 2025
Im kom­menden Jahr soll die Ham­burg­er Allee erneuert wer­den. Foto: Ste­fan Rochow 

Die Ham­burg­er Allee im Stadt­teil Mueßer Holz ste­ht vor ein­er kom­plet­ten Erneuerung. Die Straße, die seit Jahren in einem schlecht­en Zus­tand ist, soll zwis­chen der Plater Straße und der Lomonossow­straße grund­haft saniert und neu gestal­tet wer­den. Wenn alles nach Plan läuft, kön­nten die Bauar­beit­en Mitte 2026 begin­nen.

Straße in schlechtem Zustand

Wer regelmäßig durch das Mueßer Holz fährt, ken­nt das Prob­lem: Risse, Schlaglöch­er und unebene Fahrbah­nen machen die Ham­burg­er Allee schon lange zu ein­er Her­aus­forderung. Nach ein­er Bew­er­tung der Stadt liegt der Straßen­zu­s­tand im unteren Bere­ich der Skala. Auch die Verkehrs­führung entspricht nicht mehr den heuti­gen Anforderun­gen. Viele Bere­iche sind zu eng oder unüber­sichtlich, Rad­wege fehlen teil­weise ganz.

Die Ham­burg­er Allee ist eine der wichtig­sten Straßen im Stadt­teil. Sie verbindet Wohn­häuser, Einkauf­s­möglichkeit­en, soziale Ein­rich­tun­gen und Hal­testellen des Nahverkehrs miteinan­der. Eine Sanierung gilt deshalb nicht nur als notwendig, son­dern auch als wichtiges Sig­nal für die Weit­er­en­twick­lung des gesamten Quartiers.

Ein Projekt mit langer Vorgeschichte

Tat­säch­lich gibt es die Pläne für die Erneuerung schon seit rund zehn Jahren. Bere­its 2015 hat­te die Stadtvertre­tung dem Vorhaben zuges­timmt. Damals musste das Pro­jekt aber gestoppt wer­den, weil die Ham­burg­er Allee während des Aus­baus der Bun­desstraße 321 als Umleitungsstrecke gebraucht wurde. Erst nach­dem diese Arbeit­en abgeschlossen waren, kon­nte die Stadt das The­ma wieder aufnehmen und die alten Pla­nun­gen über­ar­beit­en. Entsprechende Vor­la­gen sind im Moment Gegen­stand der Beratun­gen in den Auss­chüssen der Stadtvertre­tung.

Die ursprünglichen Entwürfe wur­den inzwis­chen an heutige Stan­dards angepasst. Dabei spiel­ten The­men wie Sicher­heit, Kli­maschutz und Bar­ri­ere­frei­heit eine größere Rolle als früher.

Der zu erneuernde Abschnitt der Ham­burg­er Allee ist etwa 800 Meter lang. Er reicht von der Plater Straße bis zur Lomonossow­straße. Die Fahrbahn soll kom­plett erneuert wer­den – inklu­sive des Unter­grunds, der Entwässerung und der Straßen­beleuch­tung. Außer­dem wird der Straßen­raum neu aufgeteilt: Autos bekom­men kün­ftig etwas weniger Platz, Rad­fahrer und Fußgänger dage­gen mehr.

Die neuen Rad­wege sollen bre­it­er und sicher­er wer­den. Geplant sind eigene Rad­streifen, die baulich vom Autoverkehr getren­nt sind. So entste­ht mehr Abstand zwis­chen Autos und Fahrrädern. Rad­fahrende kön­nen dadurch sicher­er über­holen und müssen nicht mehr auf schmale Wege auswe­ichen.

Auch die Gehwege wer­den neu gebaut und teil­weise ver­bre­it­ert. An allen wichti­gen Stellen sind bar­ri­ere­freie Übergänge vorge­se­hen, sodass auch Men­schen mit Rol­la­toren oder Kinder­wa­gen die Straße bequem über­queren kön­nen.

Ein weit­eres Ziel der Stadt ist es, ver­siegelte Flächen zu ver­ringern. Wo möglich, sollen Rand­bere­iche begrünt und Flächen entsiegelt wer­den, damit Regen­wass­er bess­er ver­sick­ern kann und das Straßenum­feld fre­undlich­er wirkt.

Kreisverkehr statt Ampel

Ein zen­traler Punkt der Pla­nung ist der Umbau der Kreuzung Ham­burg­er Allee / Lomonossow­straße. Dort soll die bish­erige Ampelan­lage ver­schwinden. Stattdessen ist ein Kreisverkehr vorge­se­hen.

Die Stadt ver­spricht sich davon gle­ich mehrere Vorteile: Ein Kreisverkehr sorgt für einen ruhigeren Verkehrs­fluss, weil Autos nicht mehr lange an roten Ampeln ste­hen. Außer­dem ver­ringert sich das Unfall­risiko, weil die Geschwindigkeit sinkt und alle Verkehrsteil­nehmer bess­er aufeinan­der acht­en müssen. Auch für Rad­fahrer und Fußgänger soll der neue Kreisverkehr über­sichtlich­er und sicher­er wer­den. Zudem ist ein Kreisverkehr für die Stadt auf lange Sicht gün­stiger, weil keine Lichtsig­nalan­lage betrieben und gewartet wer­den muss.

Im Rah­men der Pla­nun­gen wur­den zwei ver­schiedene Entwürfe unter­sucht. In ein­er Vari­ante wäre der Autoverkehr kom­plett auf eine Straßen­seite ver­legt wor­den, während auf der anderen eine soge­nan­nte Fahrrad­straße entste­hen sollte. Das hätte jedoch große Umbaut­en an weit­eren Kreuzun­gen nötig gemacht – unter anderem bis nach Neu Zip­pen­dorf. Da ein solch­es Großpro­jekt derzeit nicht vorge­se­hen ist, entsch­ied sich die Stadt für eine weit­er­en­twick­elte Ver­sion der älteren Pla­nung. Diese sieht bei­d­seit­ige Fahrspuren und sichere Rad­wege vor und passt bess­er zum beste­hen­den Straßen­netz.

Finanzierung mit Städtebauförderung

Die Baukosten wer­den über mehrere Quellen gedeckt. Ein Teil der Finanzierung erfol­gt aus dem Pro­gramm der Städte­bauförderung. Bere­its bewil­ligt sind 1,2 Mil­lio­nen Euro. Weit­ere 1,4 Mil­lio­nen Euro will die Stadt beantra­gen. Schw­erin trägt selb­st rund ein Drit­tel der Gesamtkosten. Die För­der­mit­tel sind an den Zweck gebun­den, das Wohnum­feld im Stadt­teil zu verbessern und nach­haltige Mobil­ität zu fördern.

Langfristig sollen sich die Investi­tio­nen auch für den Stadthaushalt auszahlen, weil eine kom­plett erneuerte Straße weniger Wartung und damit gerin­gere Fol­gekosten verur­sacht.

Momen­tan wird das Pro­jekt in den zuständi­gen Auss­chüssen der Stadtvertre­tung disku­tiert. Nach den Beratun­gen muss die Stadtvertre­tung den endgülti­gen Beschluss fassen. Das soll auf der Sitzung am 8. Dezem­ber passieren. Wenn alles plan­mäßig ver­läuft, kön­nten die Bauar­beit­en Mitte 2026 begin­nen.

Damit Anwohner­in­nen und Anwohn­er weit­er­hin zu ihren Häusern und Stellplätzen gelan­gen, soll die Straße in mehreren Abschnit­ten erneuert wer­den. Die Ver­wal­tung kündigt an, die Bauabläufe frühzeit­ig bekan­nt zu geben und mit den Men­schen vor Ort abzus­tim­men.

Mit der Erneuerung ver­fol­gt die Stadt mehrere Ziele zugle­ich. Die Ham­burg­er Allee soll sicher­er, über­sichtlich­er und mod­ern­er wer­den. Der Verkehr soll flüs­siger laufen, der Rad­verkehr deut­lich attrak­tiv­er und kom­fort­abler wer­den. Gle­ichzeit­ig soll das Umfeld grün­er und lebenswert­er gestal­tet wer­den – ein weit­er­er Schritt im Rah­men des Stad­tum­baus in Mueßer Holz und Neu Zip­pen­dorf.

Auch die Umwelt prof­i­tiert: Weniger ver­siegelte Flächen bedeuten, dass Regen­wass­er bess­er ver­sick­ern kann und sich Straßen­flächen im Som­mer weniger aufheizen. Durch die neuen Rad­wege soll zudem der Anteil des Rad­verkehrs im Stadt­teil steigen – ein Beitrag zum Kli­maschutz und zur nach­halti­gen Mobil­ität.

Ein wichtiger Baustein für den Stadtteil

Die Erneuerung der Ham­burg­er Allee ist das let­zte große Straßen­baupro­jekt im Quarti­er Mueßer Holz. Viele angren­zende Straßen wur­den bere­its saniert, Grün­flächen und Spielplätze erneuert. Die Mod­ernisierung der Hauptverkehrsachse gilt daher als wichtiger Abschluss ein­er Rei­he von Maß­nah­men, die das Gebi­et ins­ge­samt stärken sollen.

Bis zum Baube­ginn wird es noch einige Zeit dauern. Doch die Rich­tung ist klar: Mit der Erneuerung der Ham­burg­er Allee erhält der Osten Schw­erins eine mod­ernere, sicherere und fre­undlichere Haupt­straße. Die Bauar­beit­en wer­den Geduld erfordern, aber am Ende soll eine Straße entste­hen, die alle Verkehrsteil­nehmer bess­er berück­sichtigt und das Stadt­bild ins­ge­samt aufw­ertet.