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Steuerbonus in Gefahr:
Handwerk sieht Schwarzarbeit auf dem Vormarsch

Die Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern sprechen sich gegen eine Abschaffung des Handwerkerbonus aus. Sie warnen vor mehr Schwarzarbeit und weniger Investitionen.

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  • Veröffentlicht Juni 9, 2026
Handwerker bei der Außendämmung eines Altbaus in Schwerin – Sanierungsmaßnahmen wie diese werden künftig verstärkt nötig sein.
Sorge vor mehr Schwarzarbeit und weniger Investi­tio­nen. Foto: Sym­bol­bild

 

Die Handw­erk­skam­mern in Meck­len­burg-Vor­pom­mern haben sich gegen eine mögliche Abschaf­fung der Steuer­ermäßi­gung für Handw­erk­er­leis­tun­gen aus­ge­sprochen. Nach ihrer Auf­fas­sung würde ein Weg­fall des soge­nan­nten Handw­erker­bonus sowohl pri­vate Haushalte als auch Handw­erks­be­triebe belas­ten.

Der Handw­erker­bonus ermöglicht es pri­vat­en Haushal­ten, einen Teil der Arbeit­skosten für Renovierungs‑, Erhal­tungs- und Mod­ernisierungs­maß­nah­men steuer­lich gel­tend zu machen. Nach Angaben der Handw­erk­skam­mern han­delt es sich dabei nicht um eine Förderung für Betriebe, son­dern um einen Anreiz für Ver­brauch­er, Handw­erk­sleis­tun­gen legal in Anspruch zu nehmen.

Axel Hochschild, Präsi­dent der Handw­erk­skam­mer Ost­meck­len­burg-Vor­pom­mern, warnte davor, dass eine Abschaf­fung der Regelung Schwarzarbeit begün­sti­gen kön­nte. Dadurch dro­ht­en nicht nur Nachteile für Handw­erks­be­triebe, son­dern auch gerin­gere Steuer- und Sozialver­sicherung­sein­nah­men für den Staat.

Sorge vor mehr Schwarzarbeit und weniger Investitionen

Nach Ein­schätzung der Kam­mern wür­den viele Haushalte notwendi­ge Arbeit­en an Häusern und Woh­nun­gen bei einem Weg­fall des steuer­lichen Vorteils ver­schieben oder auf gün­stigere, nicht offiziell beauf­tragte Ange­bote auswe­ichen. Zugle­ich ver­weisen die Vertreter des Handw­erks auf die wirtschaftliche Lage viel­er Betriebe. Steigende Material‑, Energie- und Per­son­alkosten belasteten die Unternehmen bere­its erhe­blich.

Uwe Lange, Präsi­dent der Handw­erk­skam­mer Schw­erin, sieht die Diskus­sion deshalb kri­tisch. Ger­ade bei Zukun­ft­sauf­gaben wie ener­getis­ch­er Sanierung, mod­ern­er Gebäude­tech­nik oder alters­gerechtem Wohnen seien pri­vate Investi­tio­nen wichtig. Eine Abschaf­fung des Steuer­bonus würde diese nach sein­er Ansicht zusät­zlich erschw­eren.

Die Handw­erk­skam­mern fordern die Bun­destagsab­ge­ord­neten aus Meck­len­burg-Vor­pom­mern sowie die Lan­desregierung auf, sich für den Erhalt der Steuer­ermäßi­gung einzuset­zen.

Der Handw­erker­bonus beste­ht seit 2006. Pri­vate Haushalte kön­nen derzeit 20 Prozent der Arbeit­skosten für bes­timmte Handw­erk­er­leis­tun­gen steuer­lich abset­zen, max­i­mal jedoch 1.200 Euro pro Jahr. Ziel der Regelung ist es, legale Beschäf­ti­gung zu fördern und Schwarzarbeit einzudäm­men.