Hans-Joachim Dikow (De Klockschauster) im letzten Gespräch: Nachwuchs für den Beruf des Uhrmachers gewinnen

Als „De Klockenschauster“ ist Hans-Joachim Dikow in Schwerin bekannt. Kurz vor seinem Tod sprach er im Podcast "Man müsste mal..." über seine Zukunftspläne. Leider kam alles ganz anders, und er verstarb bei einem Autounfall.

Foto: (c) Nicole Schuster

Als „De Klockenschauster“ ist Hans-Joachim Dikow in Schwerin bekannt. Als wir miteinander sprachen, wollte der Uhrmacher gerne Nachwuchs für seinen Berufsstand gewinnen. Vielleicht sogar jemanden finden, der sein Nachfolger im Laden in der Münzstraße werden könnte. – Die Aufnahme des Podcast war fertig. Ein paar schöne Fotos machte Nicole Schuster. Die Suche konnte beginnen. Aber es kam alles anders. Achim Dikow und seine Lebensgefährtin versterben in Folge eines Autounfalls.

Ob Groß oder Klein – Er bekam jede Uhr zum Laufen

De Klockenschauster, alias Hans-Joachim Dikow, war nicht nur der Uhrmacher in der Münzstraße. Er war umtriebig in seiner Straße, in Schwerin und in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Dabei ging es oft um Uhren: um kleine, feine Exemplare, die er reparierte, begutachtete, selbst herstellte und verkaufte. Und um die richtig Großen, die Uhren, ganz oben in den Kirchtürmen oder auch die in manchem Rathaus. Ihrer Rettung hatte er sich verschrieben. Er bekam sie alle wieder zum Laufen.

Armbanduhr „Obotrit – Schwerin in M.“ eine eigene Kreation

In diesem Handwerksberuf zu arbeiten, war für Dikow „die blanke Erfüllung“. Er liebte es etwas mit den eigenen Händen zu schaffen und kreativ tätig zu sein. Die Armbanduhr „Obotrit – Schwerin in M.“ ist seine Kreation. Seine eigene Uhrenmarke hat er nach dem mittelalterlichen Slawenstamm in der Region benannt und mit dem historischen Ursprungsnachweis der Handwerker in der mecklenburgischen Residenzstadt „in M.“ versehen.

 

 

Für den Erhalt der Kirchturmuhren organisierte Achim Dikow Benefizkonzerte, er war Mitbegründer des 1. Mecklenburger Uhren-Club e.V., organsierte mit den Freunden öffentliche Uhrenbörsen und auch mal ein Uhren-Dinner mit geladenen Gästen.

Auf der Bank vor seinem kleinen Laden in der Münzstraße hielt es gerne mal einen Klönschnack. Der konnte auch schon mal etwas länger dauern. Und oft stand am Ende wieder eine neue Idee, ein Rat oder auch etwas zum Nachdenken.

Laden war sein zweites Wohnzimmer

Die kreative Nachbarschaft in der Schweriner Münzstraße mit ihren Künstlern und Handwerkern wusste Hans-Joachim Dikow zu schätzen. Sein zweites Wohnzimmer, der Laden, war ein Ort für Uhren und für Kultur, für Konzerte, für Lesungen, Vorträge, Diskussionen – mit tickendem Hintergrund.

All das hat nun ein abruptes Ende genommen. Diese Podcast-Folge verstehen wir als eine Wertschätzung der Arbeit und des Engagements des Klockenschausters Hans-Joachim Dikow. Die Veröffentlichung ist mit seinen Söhnen abgestimmt.

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