Aus am Marienplatz:
Schweriner Hauptpost macht dicht – nur die Postbank bleibt
Mit der Schließung der Hauptpost am Marienplatz verliert Schwerin erneut einen zentralen Poststandort. Die Stadt kritisiert den weiteren Rückzug der Deutschen Post aus der Fläche deutlich.

Die Deutsche Post dünnt ihr Filialnetz in Schwerin weiter aus: Zum 16. Juni soll die Hauptpost am Marienplatz 11 schließen. Künftig werden dort keine klassischen Postdienstleistungen mehr angeboten. Lediglich die Postbank bleibt an dem Standort bestehen. Das geht aus einem offiziellen Schreiben der Deutschen Post an den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt hervor.
In der Stadtverwaltung stößt die Entscheidung auf deutliche Kritik. Bernd Nottebaum, stellvertretender Oberbürgermeister, fordert die Post in einem Schreiben dazu auf, die Schließung noch einmal zu überdenken. Die Post gehöre zur öffentlichen Daseinsvorsorge, betont Nottebaum.
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Zwar habe er Verständnis für Modernisierungserfordernisse und notwendige unternehmerische Anpassungen. Die Aufgabe der Hauptpost bedeute jedoch weit mehr als das bloße Einstellen einzelner Leistungen. „Hier wird die Grundversorgung durch den Universaldienstleister abgewickelt und auf private Partner übertragen“, kritisiert Nottebaum.
Die Deutsche Post verweist dagegen auf Alternativen: Kundinnen und Kunden könnten weiterhin alle wichtigen postalischen Dienstleistungen in einer Partnerfiliale in der Lübecker Straße erledigen. Dabei handelt es sich um einen Späti.
Rückzug aus eigenen Filialen
Die angekündigte Schließung reiht sich in eine Entwicklung ein, die in Schwerin bereits seit Jahren zu beobachten ist. Schritt für Schritt hat sich die Deutsche Post aus eigenen Filialen zurückgezogen und diese durch Agenturen in Supermärkten, Schreibwarenläden oder Kiosken ersetzt.
Bereits 2012 endete der Postbetrieb in der historischen Hauptpost in der Mecklenburgstraße 4/6. Der monumentale Bau galt über Jahrzehnte als logistisches Herz Schwerins. Nach dem Auszug der Post stand das Gebäude fast zehn Jahre leer, bevor das Land Mecklenburg-Vorpommern die Immobilie kaufte, um sie für die Landesverwaltung zu sanieren.
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Auch die sogenannte „Alte Post“ am Berliner Platz in Neu Zippendorf verschwand aus dem Stadtbild. Die Postbank- und Postfiliale wurde dort bereits um 2019 geschlossen. Das Gebäude stand danach längere Zeit leer und wurde später zu einem Stadtteil- und Begegnungszentrum umgebaut. Für viele Bewohner des Großen Dreesch bedeutete die Schließung den Verlust ihrer zentralen Post-Anlaufstelle.
Immer mehr Partnerfilialen
In den Stadtteilen setzte sich die Entwicklung ebenfalls fort. In Lankow und der Weststadt wurden frühere Postämter nach und nach durch Partneragenturen in Supermärkten oder Schreibwarenläden ersetzt. Viele dieser Standorte hielten sich allerdings nur wenige Jahre, bevor sie wegen Geschäftsaufgaben der jeweiligen Partner erneut verlegt wurden.
Mit dem Aus der Hauptpost am Marienplatz verliert die Schweriner Innenstadt nun einen weiteren zentralen Standort der Deutschen Post. Kritiker sehen darin nicht nur eine wirtschaftliche Entscheidung, sondern einen weiteren Rückzug aus der öffentlichen Grundversorgung.




