Sa, 13. Juni 2026
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Aus am Marienplatz:
Schweriner Hauptpost macht dicht – nur die Postbank bleibt

Mit der Schließung der Hauptpost am Marienplatz verliert Schwerin erneut einen zentralen Poststandort. Die Stadt kritisiert den weiteren Rückzug der Deutschen Post aus der Fläche deutlich.

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  • Veröffentlicht Mai 13, 2026
Wo bish­er eine Post­fil­iale ist, wird es in Zukun­ft nur noch die Post­bank geben. Foto: Ste­fan Rochow

 

Die Deutsche Post dün­nt ihr Fil­ial­netz in Schw­erin weit­er aus: Zum 16. Juni soll die Haupt­post am Marien­platz 11 schließen. Kün­ftig wer­den dort keine klas­sis­chen Post­di­en­stleis­tun­gen mehr ange­boten. Lediglich die Post­bank bleibt an dem Stan­dort beste­hen. Das geht aus einem offiziellen Schreiben der Deutschen Post an den Ober­bürg­er­meis­ter der Lan­deshaupt­stadt her­vor.

In der Stadtver­wal­tung stößt die Entschei­dung auf deut­liche Kri­tik. Bernd Not­te­baum, stel­lvertre­tender Ober­bürg­er­meis­ter, fordert die Post in einem Schreiben dazu auf, die Schließung noch ein­mal zu über­denken. Die Post gehöre zur öffentlichen Daseinsvor­sorge, betont Not­te­baum.

 


 

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Zwar habe er Ver­ständ­nis für Mod­ernisierungser­fordernisse und notwendi­ge unternehmerische Anpas­sun­gen. Die Auf­gabe der Haupt­post bedeute jedoch weit mehr als das bloße Ein­stellen einzel­ner Leis­tun­gen. „Hier wird die Grund­ver­sorgung durch den Uni­ver­sal­dien­stleis­ter abgewick­elt und auf pri­vate Part­ner über­tra­gen“, kri­tisiert Not­te­baum.

Die Deutsche Post ver­weist dage­gen auf Alter­na­tiv­en: Kundin­nen und Kun­den kön­nten weit­er­hin alle wichti­gen postal­is­chen Dien­stleis­tun­gen in ein­er Part­ner­fil­iale in der Lübeck­er Straße erledi­gen. Dabei han­delt es sich um einen Späti.

Rückzug aus eigenen Filialen

Die angekündigte Schließung rei­ht sich in eine Entwick­lung ein, die in Schw­erin bere­its seit Jahren zu beobacht­en ist. Schritt für Schritt hat sich die Deutsche Post aus eige­nen Fil­ialen zurück­ge­zo­gen und diese durch Agen­turen in Super­märk­ten, Schreib­waren­lä­den oder Kiosken erset­zt.

Bere­its 2012 endete der Post­be­trieb in der his­torischen Haupt­post in der Meck­len­burgstraße 4/6. Der mon­u­men­tale Bau galt über Jahrzehnte als logis­tis­ches Herz Schw­erins. Nach dem Auszug der Post stand das Gebäude fast zehn Jahre leer, bevor das Land Meck­len­burg-Vor­pom­mern die Immo­bilie kaufte, um sie für die Lan­desver­wal­tung zu sanieren.

 


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Auch die soge­nan­nte „Alte Post“ am Berlin­er Platz in Neu Zip­pen­dorf ver­schwand aus dem Stadt­bild. Die Post­bank- und Post­fil­iale wurde dort bere­its um 2019 geschlossen. Das Gebäude stand danach län­gere Zeit leer und wurde später zu einem Stadt­teil- und Begeg­nungszen­trum umge­baut. Für viele Bewohn­er des Großen Dreesch bedeutete die Schließung den Ver­lust ihrer zen­tralen Post-Anlauf­stelle.

Immer mehr Partnerfilialen

In den Stadt­teilen set­zte sich die Entwick­lung eben­falls fort. In Lankow und der West­stadt wur­den frühere Postämter nach und nach durch Part­ner­a­gen­turen in Super­märk­ten oder Schreib­waren­lä­den erset­zt. Viele dieser Stan­dorte hiel­ten sich allerd­ings nur wenige Jahre, bevor sie wegen Geschäft­sauf­gaben der jew­eili­gen Part­ner erneut ver­legt wur­den.

Mit dem Aus der Haupt­post am Marien­platz ver­liert die Schw­er­iner Innen­stadt nun einen weit­eren zen­tralen Stan­dort der Deutschen Post. Kri­tik­er sehen darin nicht nur eine wirtschaftliche Entschei­dung, son­dern einen weit­eren Rück­zug aus der öffentlichen Grund­ver­sorgung.