Mo, 9. Februar 2026
Close

Literarischer „Shooting Star” mit 85 Jahren:
Helga Schubert liest in Schwerin

Helga Schubert, literarischer Shootingstar mit 85 Jahren, liest am 19. Dezember in Schwerin aus ihrem neuen Buch „Luft zum Leben“. Der Eintritt ist frei, Anmeldung erbeten.

Avatar-Foto
  • Veröffentlicht Dezember 13, 2025
Helga Schubert
Hel­ga Schu­bert liest in Schw­erin. Foto: Peter Scher­rer

 

Schw­erin darf sich auf einen beson­deren lit­er­arischen Abend freuen: Am 19. Dezem­ber 2025 um 19 Uhr ist Hel­ga Schu­bert, eine der bedeu­tend­sten deutschsprachi­gen Erzäh­lerin­nen der Gegen­wart, zu Gast im Saal im Säu­lenge­bäude am Markt. In ein­er öffentlichen Lesung stellt sie ihr neues Buch „Luft zum Leben – Geschicht­en vom Über­gang“ vor. Der Ein­tritt ist frei, eine Anmel­dung wird jedoch erbeten.

Hel­ga Schu­bert erzählt in ihrem neuen Werk ein­dringlich von Abschied und Neube­ginn, vom Älter­w­er­den, von Erin­nerung, Ver­lust und Zuver­sicht. Es sind Geschicht­en, die vom eige­nen Leben inspiri­ert sind und zugle­ich Zeit­geschichte spiegeln. Schu­bert schreibt präzise, warmherzig und mit einem feinen, oft über­raschen­den Humor – selb­st in schw­eren Sit­u­a­tio­nen. Passend dazu sagt sie: „Es gibt keine andere Möglichkeit, als zu ver­trauen.“

Mit 85 Jahren Star der Literaturszene

Dass Hel­ga Schu­bert heute ein lit­er­arisch­er Star ist, gle­icht ein­er späten Sen­sa­tion. Als „Shoot­ing Star mit 85“ sorgte sie 2020 für großes Auf­se­hen, als sie mit 80 Jahren zum renom­mierten Inge­borg-Bach­mann-Wet­tbe­werb ein­ge­laden wurde – und ihn gewann. Seit­dem sind ihre Lesun­gen im gesamten deutschsprachi­gen Raum meist ausverkauft, zulet­zt auch im Lit­er­aturhaus Ham­burg. Dabei war sie schon zu DDR-Zeit­en eine bekan­nte Autorin, musste jedoch wegen ihrer Regimekri­tik jahrzehn­te­lang auf bre­ite Anerken­nung warten.

 


Lesen Sie auch:

Zu Besuch bei der Lit­er­atur-Preisträgerin Hel­ga Schu­bert

 


 

Da ihre Veröf­fentlichungsmöglichkeit­en in der DDR stark eingeschränkt waren, arbeit­ete Hel­ga Schu­bert 27 Jahre lang als Psy­cholo­gin. Diese Zeit beze­ich­net sie rück­blick­end als ihre „große Ret­tung“, auch weil sie dadurch finanziell unab­hängig blieb. Seit vie­len Jahren lebt die Autorin zurück­ge­zo­gen in Nord­west­meck­len­burg.

Ihre Geschicht­en sind zutief­st men­schlich: nichts ist schwarz oder weiß, vieles absurd, manch­es schmer­zlich – und oft über­raschend komisch. Mit lakonis­chem Witz erzählt sie etwa von ein­er Hautkreb­sun­ter­suchung, bei der der Arzt von „zwei Tumoren wie in den Alpen“ spricht, worauf sie trock­en ent­geg­net: „Und das in Meck­len­burg-Vor­pom­mern.“

In den anderen hineingedacht

Ein zen­trales The­ma ihres neuen Buch­es ist auch die Erfahrung von Für­sorge und Ver­lust. Jahre­lang pflegte sie ihren zweit­en Ehe­mann, den Maler und Psy­cholo­gen Johannes Helm, der im ver­gan­genen Jahr im Alter von 98 Jahren starb. Trotz aller Erschöp­fung habe sie diese Auf­gabe getra­gen, weil sie sich immer sagte, sie könne „der andere sein“. Daraus schöpft Schu­bert bis heute ihre Kraft.

Ver­anstal­tet wird der Abend in Schw­erin vom Kreisver­band BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Schw­erin. Im Anschluss an die Lesung beste­ht Gele­gen­heit zum Gespräch mit der Autorin sowie zum Sig­nieren der Büch­er. Anmel­dun­gen zur Lesung sind möglich per E‑Mail an zuversicht2025@gmail.com oder tele­fonisch unter 0176 / 24850106.

 


 

Das Buch „Luft zum Leben – Geschicht­en vom Über­gang“ ist im dtv Ver­lag erschienen, umfasst 288 Seit­en und kostet 24 Euro.