Literarischer „Shooting Star” mit 85 Jahren:
Helga Schubert liest in Schwerin
Helga Schubert, literarischer Shootingstar mit 85 Jahren, liest am 19. Dezember in Schwerin aus ihrem neuen Buch „Luft zum Leben“. Der Eintritt ist frei, Anmeldung erbeten.

Schwerin darf sich auf einen besonderen literarischen Abend freuen: Am 19. Dezember 2025 um 19 Uhr ist Helga Schubert, eine der bedeutendsten deutschsprachigen Erzählerinnen der Gegenwart, zu Gast im Saal im Säulengebäude am Markt. In einer öffentlichen Lesung stellt sie ihr neues Buch „Luft zum Leben – Geschichten vom Übergang“ vor. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung wird jedoch erbeten.
Helga Schubert erzählt in ihrem neuen Werk eindringlich von Abschied und Neubeginn, vom Älterwerden, von Erinnerung, Verlust und Zuversicht. Es sind Geschichten, die vom eigenen Leben inspiriert sind und zugleich Zeitgeschichte spiegeln. Schubert schreibt präzise, warmherzig und mit einem feinen, oft überraschenden Humor – selbst in schweren Situationen. Passend dazu sagt sie: „Es gibt keine andere Möglichkeit, als zu vertrauen.“
Mit 85 Jahren Star der Literaturszene
Dass Helga Schubert heute ein literarischer Star ist, gleicht einer späten Sensation. Als „Shooting Star mit 85“ sorgte sie 2020 für großes Aufsehen, als sie mit 80 Jahren zum renommierten Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb eingeladen wurde – und ihn gewann. Seitdem sind ihre Lesungen im gesamten deutschsprachigen Raum meist ausverkauft, zuletzt auch im Literaturhaus Hamburg. Dabei war sie schon zu DDR-Zeiten eine bekannte Autorin, musste jedoch wegen ihrer Regimekritik jahrzehntelang auf breite Anerkennung warten.
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Da ihre Veröffentlichungsmöglichkeiten in der DDR stark eingeschränkt waren, arbeitete Helga Schubert 27 Jahre lang als Psychologin. Diese Zeit bezeichnet sie rückblickend als ihre „große Rettung“, auch weil sie dadurch finanziell unabhängig blieb. Seit vielen Jahren lebt die Autorin zurückgezogen in Nordwestmecklenburg.
Ihre Geschichten sind zutiefst menschlich: nichts ist schwarz oder weiß, vieles absurd, manches schmerzlich – und oft überraschend komisch. Mit lakonischem Witz erzählt sie etwa von einer Hautkrebsuntersuchung, bei der der Arzt von „zwei Tumoren wie in den Alpen“ spricht, worauf sie trocken entgegnet: „Und das in Mecklenburg-Vorpommern.“
In den anderen hineingedacht
Ein zentrales Thema ihres neuen Buches ist auch die Erfahrung von Fürsorge und Verlust. Jahrelang pflegte sie ihren zweiten Ehemann, den Maler und Psychologen Johannes Helm, der im vergangenen Jahr im Alter von 98 Jahren starb. Trotz aller Erschöpfung habe sie diese Aufgabe getragen, weil sie sich immer sagte, sie könne „der andere sein“. Daraus schöpft Schubert bis heute ihre Kraft.
Veranstaltet wird der Abend in Schwerin vom Kreisverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Schwerin. Im Anschluss an die Lesung besteht Gelegenheit zum Gespräch mit der Autorin sowie zum Signieren der Bücher. Anmeldungen zur Lesung sind möglich per E‑Mail an zuversicht2025@gmail.com oder telefonisch unter 0176 / 24850106.
Das Buch „Luft zum Leben – Geschichten vom Übergang“ ist im dtv Verlag erschienen, umfasst 288 Seiten und kostet 24 Euro.



