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100 Jahre Schweriner Straßenbahngeschichte:
Historischer Triebwagen 26 lässt Erinnerungen aufleben

Fast 100 Jahre nach ihrer Fertigung in Wismar ist die historische Schweriner Straßenbahn wieder unterwegs. Nach dem Auftakt Anfang Juni folgen bis Oktober drei weitere kostenlose Jubiläumsfahrten.

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  • Veröffentlicht Juli 9, 2026

 

 

Der historische Triebwagen 26 feiert 100-jähriges Jubiläum. Bei einer Fahrt durch Schwerin waren Vertreter der Stadt, Zeitzeugen und Menschen mit an Bord, die persönliche Erinnerungen mit der Traditionsbahn verbinden.
Der his­torische Trieb­wa­gen 26 feiert 100-jähriges Jubiläum. Bei ein­er Fahrt durch Schw­erin waren Vertreter der Stadt, Zeitzeu­gen und Men­schen mit an Bord, die per­sön­liche Erin­nerun­gen mit der Tra­di­tions­bahn verbinden. Foto: max­press

 


In Kürze:

  • Der Anlass: Der his­torische Trieb­wa­gen 26 feiert 2026 sein 100-jähriges Jubiläum und ist aus diesem Grund wieder auf Schw­erins Schienen unter­wegs.
  • Die Erin­nerun­gen: Bei ein­er Fahrt berichteten Zeitzeu­gen von ihrer Arbeit und per­sön­lichen Erleb­nis­sen im Schw­er­iner Nahverkehr ver­gan­gener Jahrzehnte.
  • Die näch­sten Ter­mine: Nach dem erfol­gre­ichen Auf­takt Anfang Juni sind bis Okto­ber drei weit­ere kosten­lose Jubiläums­fahrten geplant.

 

Fast ein Jahrhun­dert nach sein­er Fer­ti­gung in Wis­mar ist der his­torische Trieb­wa­gen 26 wieder auf Schw­erins Schienen unter­wegs. Anlässlich des bevorste­hen­den 100. Geburt­stags der Tra­di­tions­bahn lädt der Nahverkehr Schw­erin (NVS) in diesem Jahr zu mehreren kosten­losen Son­der­fahrten ein. Bei ein­er Fahrt mit Zeitzeu­gen wur­den jet­zt per­sön­liche Erin­nerun­gen an das Fahrzeug und Ein­blicke in den All­t­ag des Nahverkehrs ver­gan­gener Jahrzehnte geteilt.

Der 1926 gebaute Trieb­wa­gen zählt zu den beson­deren erhal­te­nen Fahrzeu­gen der Schw­er­iner Verkehrs­geschichte. Mit Sitzbänken aus Mahag­o­ni­holz, einem Kas­ten­gerippe aus deutsch­er Eiche und Platz für rund 40 Fahrgäste ver­mit­telt der Wagen noch heute einen Ein­druck vom Straßen­bah­n­fahren früher­er Gen­er­a­tio­nen. Während sein­er lan­gen Geschichte ent­ging das Fahrzeug 1945 nur knapp der Zer­störung des dama­li­gen Depots in der Wall­straße und wurde später aufgear­beit­et.

Zeitzeugen berichten von Erinnerungen an den Nahverkehr

Bei der Fahrt mit der his­torischen Bahn waren unter anderem Schw­erins Ober­bürg­er­meis­ter Sebas­t­ian Ehlers und Stadt­präsi­dentin Mandy Pfeifer dabei. Nach ihrem Zustieg am Marien­platz führte die Strecke unter anderem zum Demm­ler­hof, der eben­so wie der Trieb­wa­gen in diesem Jahr auf eine 100-jährige Geschichte zurück­blickt. Dort trafen zwei Stücke Schw­er­iner Geschichte aufeinan­der.

Begleit­et wurde die Fahrt auch von Men­schen, die den Schw­er­iner Nahverkehr über Jahrzehnte erlebt und mit­gestal­tet haben. Zu ihnen gehörte die 93-jährige Elfriede Buschwes­ki, die in den 1950er-Jahren beim Nahverkehr lernte und später als Schaffner­in arbeit­ete. Sie berichtete von ihrer Zeit im Dienst, von Begeg­nun­gen mit Fahrgästen – und davon, dass sie ihren späteren Mann eben­falls in der Straßen­bahn ken­nen­lernte.

Auch Horst Timm erin­nerte sich an frühere Zeit­en. Der ehe­ma­lige Verkehrspolizist, Teil­sachver­ständi­ge bei Unfällen und spätere Mitar­beit­er der Fahrschule erwarb 1961 selb­st die Fahrerlaub­nis für die Straßen­bahn. Beson­ders im Gedächt­nis geblieben sei ihm das frühere Umkop­peln der Wagen etwa am Güstrow­er Tor oder am Zip­pen­dor­fer Strand. Dabei mussten Trieb- und Bei­wa­gen noch von Hand getren­nt, über Weichen umge­set­zt und wieder ver­bun­den wer­den.

Weitere Jubiläumsfahrten bis Oktober geplant

Bere­its die erste öffentliche Jubiläums­fahrt Anfang Juni stieß nach Angaben des Nahverkehrs Schw­erin auf großes Inter­esse. Mehr als 250 Fahrgäste nutzten dem­nach die Gele­gen­heit, mit dem his­torischen Wagen zwis­chen Bertha-Kling­berg-Platz und Kliniken unter­wegs zu sein.

Weit­ere kosten­lose Fahrten sind für den 29. August, 19. Sep­tem­ber und 10. Okto­ber geplant. Während der Touren informieren Mitar­bei­t­ende über die Geschichte des Fahrzeugs und beant­worten Fra­gen rund um die Entwick­lung des Schw­er­iner Nahverkehrs.

Par­al­lel sam­melt der NVS weit­er­hin Fotos, Erin­nerun­gen und Berichte von Zeitzeug­in­nen und Zeitzeu­gen zur Tra­di­tions­bahn. Ein­sendun­gen sind noch bis zum 31. Juli per E‑Mail an info@nahverkehr-schwerin.de oder per Post an den Nahverkehr Schw­erin, Lud­wigslus­ter Chaussee 72, 19061 Schw­erin möglich. Die Beiträge sollen helfen, per­sön­liche Geschicht­en rund um die his­torische Straßen­bahn zu doku­men­tieren.

 


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