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Hochschulstandort Schwerin Quo vadis?

Vor gut einem Jahr, im Okto­ber 2018, war es eine Podi­ums­diskus­sion auf der dama­li­gen Schw­er­iner Wis­senschaftswoche, die zu ein­er uner­warteten Dynamik führte. Ein­er Dynamik, die Stadt in ihrer Funk­tion als

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  • Veröffentlicht November 13, 2019
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Das inter­es­sant beset­zte Posium der Diskus­sion am gestri­gen Abend in Schw­erin | Foto: pri­vat

Vor gut einem Jahr, im Okto­ber 2018, war es eine Podi­ums­diskus­sion auf der dama­li­gen Schw­er­iner Wis­senschaftswoche, die zu ein­er uner­warteten Dynamik führte. Ein­er Dynamik, die Stadt in ihrer Funk­tion als Hochschul- und Wis­senschafts­stan­dort weit­er zu entwick­eln. Ein bre­ites Bünd­nis ent­stand, und seit dem ist eine ganze Menge geschehen und erre­icht.

In nur 11 Monaten extrem viel erreicht

 

Sieg­bert Eise­nach, Haupts­geschäfts­führer der IHK zu Schw­erin | Foto: IHK zu Schw­erin

Nun, etwa 11 Monate später, sollte eine erneute Abend­ver­anstal­tung der diesjähri­gen Wis­senschaftswoche mit Gastvor­trag und Diskus­sion­srunde sich der Frage näher, wo man im gemein­samen Streben ste­ht. Der Schw­er­iner-IHK Haupt­geschäfts­führer Sieg­bert Eise­nach ver­wies auf eine Vielzahl an kleineren und größeren Experten­run­den, Work­shops, Diskus­sio­nen und auch informellen Gesprächen, die es sei­ther gegeben hat. Neben dem bere­its vorhan­de­nen und zu unter­stützen­den pri­vat­en Hochschu­len­gage­ment sei dabei vor allem auch der Focus auf eine staatliche Hochschul­struk­tur für Schw­erin gelegt wor­den.

Mit zum Beispiel den Bere­ichen „Kun­st­stof­fen­twick­lung und ‑bear­beitung”, Stadt-Umland-Beziehun­gen”, „Wasser­stoff” oder auch „Wirtschaft – Sport – Gesund­heit” habe man denkbare und weit­er zu ver­fol­gende Bere­iche für poten­zielle Stu­di­en­ange­bote her­aus­gear­beit­et. Gemein­sam will man nun nicht zulet­zt auch mit dem Land weit­er ins Detail gehen und der gesamte Prozess so vorantreiben. Klar sei, „die Schw­er­iner Unternehmen und Insti­tu­tio­nen wer­den den Druck eher erhöhen, was weit­ere Hochschul­struk­turen in Schw­erin bet­rifft”, so Eise­nach. Eine klare Ansage, die anschließend auch Wern­er Hinz, Vor­sitzen­der von PRO SCHWERIN e.V. eben­so wie die große Bedeu­tung der Diskus­sion 2018 unter­strich.

Wichtige Erkenntnisse aus Dortmund nutzen

Ste­fan Schreiber, Haupt­geschäfts­führer IHK zu Dort­mund, bei seinem Vor­trag in Schw­erin | Foto: pri­vat

Auch der Gas­tred­ner des Abends, Ste­fan Schreiber, Haupt­geschäfts­führer der IHK zu Dort­mund, sieht das Schw­er­iner Bestreben als nachvol­lziehbar und richtig an. Seine Unter­stützung sagte er für diesen Prozess wieder­holt an diesem Abend zu. Am Beispiel Dort­munds zeigte Schreiber auf, welch große Bedeu­tung Hochschul- und Wis­senschaftsstruk­turen let­z­tendlich für die Entwick­lung in sein­er Stadt hat­ten. Nie­mand habe 1968 bei Grün­dung der Uni­ver­sität dort auch nur erah­nen kön­nen, welch unglaublich pos­i­tive Struk­tur­ef­fek­te diese Entschei­dung bis in die heutige Zeit hinein haben würde.  Zwei bedrohliche Struk­tur­wan­del habe Dort­mund eben durch ein wirk­lich gemein­sames Beken­nt­nis zu Hochschule und Wis­senschaft erfol­gre­ich bewältigt.

Eines der ele­mentaren Geheimnisse ver­ri­et Schreiber auch: Ein tat­säch­lich­es Miteinan­der von Poli­tik, Wirtschaft, Wis­senschaft und Ver­wal­tung, das es seit den 1980er Jahren in Fra­gen zu Wis­senschaft und Hochschulen gäbe. Parteipoli­tis­che Inter­essen gelang es nach­haltig bei diesen The­matiken zurück zu stellen. Nicht Klün­gelkreise son­dern trans­par­ent gemein­same Arbeit führten zum Erfolg. Dieser aber, und auch darauf ver­wies Schreiber, braucht Zeit. Jet­zt erst kann die Stadt wirk­lich ern­ten, was ein­st­mals gesät wurde. Was zählt, sei ein gemein­samer Spir­it, bei dem auch Stadt und Region gemein­sam etwas erre­ichen wollen.

Konstruktive aber auch klare Diskussion

Prof. Roland Larek (Hochschule Wis­mar) während der Podi­ums­diskus­sion in Schw­erin | Foto: pri­vat

In der anschließen­den Podi­um­srunde unter­strichen vor allem die aus Schw­erin kom­menden Teil­nehmer eine bre­ite Einigkeit. Den eingeschla­ge­nen Weg möchte man fort­set­zen. Ver­schieden­ste Argu­mente aus intern­er Sicht aber auch mit Blick auf regionale oder gar lan­desweit ziehende Argu­mente kamen zu Wort. Wün­sche, dass die Jugend vor Ort bleiben und vor allem neue Studierende und Wis­senschaftler neue Impulse geben kön­nten sprachen die Teil­nehmer an. Es zeigte sich eine tat­säch­lich durch große Teile der Stadt klar erkennbare Lin­ie, Schw­erin als Wis­senschafts- und Hochschul­stan­dort weit­er zu entwick­eln – und dies gern mit staatlichen Hochschul­struk­turen.

Deut­lich wurde an diesem Abend aber auch, dass eben dieser Prozess außer­halb Schw­erins zumin­d­est kri­tisch betra­chtet wird. Denn schon in seinem ersten State­ment machte der Prorek­tor Forschung an der Hochschule Wis­mar, Prof. Roland Larek, deut­lich, dass man in Wis­mar dur­chaus skep­tisch, ver­wun­dert und auch irri­tiert auf die Entwick­lun­gen in Schw­erin schaue. Er ver­wies dabei auf die schon lange anhal­tenden Kämpfe um Per­son­al- und Finan­zausstat­tung beste­hen­der Hochschulen.  In diesem Zusam­men­hang stellte er dann auch die offen­sichtlich ander­norts disku­tierte Frage, wie in diese Real­itäten eine neue staatliche Hochschule in Schw­erin passen kön­nte.

Etwas Unruhe im Pub­likum und inten­sives Argu­men­tieren der Podi­um­srunde fol­gten. Manch­mal schien der Wis­maran­er Vertreter etwas auf ein­samem Posten zu ste­hen. Schw­erin schien sich einig. Prof. Larek stellte allerd­ings nochmals klar, dass es ihm nicht um eine grund­sät­zliche Ablehnung der Idee gin­ge. Vielmehr fehle ihm noch die Erken­nt­nis, worin ein qual­i­ta­tiv­er oder quan­ti­ta­tiv­er Mehrw­ert ein­er staatlichen Hochschule in Schw­erin für die Hochschul­land­schaft des Lan­des liegen kön­nte. Hier dies war ein Ergeb­nis des Abends, muss von nun an inten­siv­er gear­beit­et und kom­mu­niziert wer­den. Damit gelang es auch in diesem Jahr mit der Podi­ums­diskus­sion neue wichtige Erken­nt­nisse für das Wie des weit­eren Weges zu gewin­nen.

Gemeinsam ist vieles möglich

Allerd­ings, und auch das gehört zur ganzen Sicht auf den Abend, zeigten die anschließen­den Gespräch­srun­den im Rah­men des come togeth­er dann doch, dass ohne Frage eine große Offen­heit auf allen Seit­en beste­ht. Die noch in der Diskus­sion vom Dort­munder Ste­fan Schreiber ange­sproch­ene Notwendigkeit eines gemein­samen Kämpfens um mehr Investi­tio­nen in Bil­dung – dann zugun­sten bei­der Stan­dorte – wurde als richtiger Ansatz gese­hen. Auch wur­den Möglichkeit­en eines eventuellen Miteinan­ders kon­struk­tiv andisku­tiert.

 

Kommentar

Keine Frage, das war dur­chaus eine kleine Stan­dort­de­bat­te. Schw­erin kämpfte für staatliche Hochschul­struk­turen vor Ort und Wis­mar für die dort beste­hen­den. Bei­des nachvol­lziehbar und richtig. Und eben diese Diskus­sion kann die Arbeit nur stärken und verbessern. Denn es kann fest­gestellt wer­den, dass viele Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner quer durch die Stadt­ge­sellschaft wieder gemein­sam für eine Sache ein­treten. Näm­lich für eine pos­i­tive Entwick­lung des Wis­senschafts- und Hochschul­stan­dortes Schw­erin und dies mit ein­er staatlichen Hochschul­struk­tur.

Noch enger und sensibler zusammenarbeiten

Es war aber auch wichtig, eben nicht diplo­ma­tis­che Antworten son­dern echte Gedanken und vor allem auch Sor­gen aus Wis­mar zu hören. Denn nur gemein­sam mit der Hochschule Wis­mar kann und wird das Ansin­nen Schw­erins erfol­gre­ich enden. Aber dafür müssen bei­de Seit­en frühzeit­ig um die Befind­lichkeit­en und eventuellen Sor­gen des anderen wis­sen. Nun gilt es, noch inten­siv­er miteinan­der zu reden und den Gedanke­naus­tausch voranzutreiben. Die Hochschule Wis­mar muss offen­bar noch bess­er mitgenom­men wer­den – inhaltlich wie in Fra­gen der Sen­si­bil­ität.

Das kann ja noch ganz andere Vorteile mit sich brin­gen. Denn was kann Schw­erin Besseres passieren, als auch die Fach­ex­per­tise der Hochschule Wis­mar zukün­ftig noch inten­siv­er nutzen zu kön­nen? Dort sitzen Experten, die sich mit den Reg­u­lar­ien des Lan­des in der Arbeit mit staatlichen Hochschulein­rich­tun­gen bestens ausken­nen. Dort gibt es schon heute Struk­turen, auf die wir auf­bauen kön­nen.

An Dortmund ein Beispiel nehmen: Gemeinsam kämpfen

Eines ist zumin­d­est sich­er: Allein wer­den und wollen wir es nicht schaf­fen. Dort­mund hat es uns vorgemacht. Nicht durch das Vertei­di­gen von Einzelin­ter­essen, son­dern durch das Bün­deln wichtiger gemein­samer Kräfte kommt man zum Erfolg. Nutzen wir diese Erken­nt­nisse. Nehmen wir die Hochschule Wis­mar mit ihrer fach­lichen Exper­tise, ihren inter­es­san­ten Ideen und auch mit all ihrer nachvol­lziehbaren Skep­sis noch bess­er mit. Bauen wir gemein­sames Ver­trauen auf bzw. aus und kämpfen wir gemein­sam für einen starken Wis­senschafts- und Hochschul­stan­dort.