ASK fordert Fahrräder für Grundschulkinder

Schwerin, 18.05.2016 (red/sr). Die Aktion Stadt- und Kulturschutz (ASK) möchte Grundschulkindern kostenlos Fahrräder zur Verfügung stellen. Ein entsprechender Antrag wird auf der nächsten Sitzung der Schweriner Stadtvertretung gestellt werden. Die Finanzierung des Projektes bleibt dabei allerdings schwammig.

 

fahrräder

 

Schwerin befindet sich, wie andere Großstädte in Deutschland auch, seit Jahren in der Schuldenfalle. Die Gesamtverschuldung der Stadt ist derart hoch, dass die Zins- und Tilgungsleistungen jeden politischen Gestaltungsspielraum nehmen.  Mit über 200 Millionen Euro Krediten, für die Schuldendienst geleistet werden muss, steht die Stadt derzeit in der Kreide. Raum für Investitionen ist daher leider so gut wie nicht vorhanden.

 

Die Aktion Stadt- und Kulturschutz (ASK) hat nun die Idee, dass die Stadt für einen bestimmten Anteil der neu eingeschulten Grundschüler im kommenden Schuljahr „Stadt-Fahrräder“ kauft. „Viele Kinder in Schwerin verfügen über keine Fahrräder oder aber über Fahrräder, die kaum verkehrstauglich sind und von daher im Straßenverkehr eine Gefahr für Leib und Leben darstellen.“, behaupten die Antragsteller. Diese Kinder würden außer Wohnumfeld und Schule, nicht sehr viel mehr von ihrer Stadt kennen.

 

Woher diese Annahme stammt und ob sie am Ende belegbar ist, darüber kann die ASK leider wenig sagen. Dass sich an der Aktion „Stadtradeln“ der lokalen Agenda 21 im vergangenen Jahr nur sehr wenige Kinder beteiligte, ist für die Initiatoren des Antrags ein Beleg dafür, dass es um die Mobilität der Kinder in der Stadt nicht zum besten steht.  Dem möchte die ASK daher mit ihrem Antrag Abhilfe schaffen.

 

Die auf Kosten der Stadt dann anzuschaffenden Fahrräder, sollen an die Schulen in der Stadt verteilt werden. Diese sollen dann die Stadt-Fahrräder an die Kinder verteilen, die nun stolze Besitzer der Fahrräder wären. Die Verantwortung bleibt aber, nach Vorstellungen der ASK, bei der Schule. Diese sollen auch sicherstellen, dass die Fahrräder nicht verschwinden können. Eine Aufgabe, die sicherlich nicht nur für große Freude bei den Schulleitungen stoßen dürfte.

 

Für die Stadt sehen die Antragsteller zumindest gute Darstellungsmöglichkeit. „Die Gestaltung der Fahrräder als Schul- und Stadtrad mit der Aufschrift ‚Schwerin in Bewegung‘ ist eine gute Werbemöglichkeit für Schwerin als ökologische und soziale Stadt“, heißt es.

 

Finanzierung bleibt schwammig

 

Den Kostenrahmen für so ein Projekt setzt die ASK zwischen 75.000 und 100.000 Euro an. Wie das Geld aus dem Stadtsäckel zusammenkommen kann, darüber bleibt vieles in der Pressemitteilung im Dunkeln. „Durch Mengenrabatte, Unterstützung von Unternehmen und die Beteiligung des Stadt-Marketings, können die Kosten für das Vorhaben minimiert werden.“, schreibt die ASK.

 

„Immerhin habe die Stadt bei Industrieansiedlung, Schienenverlegung, dem Theater oder auch diversen Gutachten bewiesen und gezeigt, dass Gelder aufzubringen sind.“, heißt es weiter. Daher sieht die ASK auch kein Problem darin, dass diese 100.000 Euro für die Stadt-Fahrräder aufzubringen sind. Ob das die anderen Stadtvertreter auch so sehen, das bleibt abzuwarten.

 

 

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