Do, 13. August 2026
Close

IHK analysiert Stimmung unter Unternehmen zu Jahresbeginn

(pm/red) Die IHK zu Schw­erin hat kür­zlich gemein­sam mit den Part­ner­in­sti­tu­tio­nen in Ros­tock und Neubran­den­burg die Stim­mung der Unternehmen in Meck­len­burg-Vor­pom­mern zum Jahres­be­ginn 2015 analysiert. Diese ist dur­chaus unein­heitlich: Auf

Avatar-Foto
  • Veröffentlicht Februar 11, 2015

Konjunkturklima

(pm/red) Die IHK zu Schw­erin hat kür­zlich gemein­sam mit den Part­ner­in­sti­tu­tio­nen in Ros­tock und Neubran­den­burg die Stim­mung der Unternehmen in Meck­len­burg-Vor­pom­mern zum Jahres­be­ginn 2015 analysiert.

Diese ist dur­chaus unein­heitlich: Auf der einen Seite bew­erten die Unternehmen auf­grund guter Ergeb­nisse zum Jahre­sende 2014 ihre aktuelle Geschäft­slage branchenüber­greifend über­wiegend gut oder befriedi­gend. Nur elf Prozent teilen diese Ein­schätzung nicht. Auf der anderen Seite fällt der Blick in die Zukun­ft deut­lich dif­feren­ziert­er aus als in der Vor­jahre­sum­frage. Während Indus­trie und Verkehrs­gewerbe zuver­sichtlich bleiben, sind der Han­del, das Baugewerbe und beson­ders die Dien­stleis­ter sehr zurück-hal­tend.

„Als größtes Kon­junk­tur­risiko schätzen die Unternehmen des Lan­des die Arbeit­skoste­nen­twick­lung im Zuge der Ein­führung des Min­dest­lohns ein. Vier von zehn Unternehmen sehen diesen Risiko­fak­tor mit Sorge“, so Sieg­bert Eise­nach, Haupt­geschäfts­führer der IHK zu Schw­erin, welche seit 1. Feb­ru­ar 2015 die Geschäfts­führung der IHKs in Meck­len­burg-Vor­pom­mern für einen Zeitraum von zwei Jahren ausübt.

Konjunkturklima leicht eingetrübt

Der IHK-Kon­junk­turk­li­maindika­tor, der gle­ichrangig die Ein­schätzun­gen der aktuellen Geschäft­slage und die Prog­nose für die kom­menden zwölf Monate berück­sichtigt, ver­schlechtert sich gegenüber dem Vor­jahr. Nach 123 Punk­ten erre­icht er nur einen Wert von 114 Punk­ten. Zu diesem Ergeb­nis kommt die Kon­junk­turbe­fra­gung der IHKs in Meck­len­burg-Vor­pom­mern zum Jahres­be­ginn 2015, an der sich ca. 650 Unternehmen aus den Branchen Indus­trie, Bauwe­sen, Verkehr, Han­del und Dien­stleis­tun­gen beteiligten.

Das Ver­ar­bei­t­ende Gewerbe ver­meldet erneut gute Geschäfte und sta­bil­isiert damit die gesamte regionale Wirtschaft. Die gesunke­nen Energiepreise ver­ringern unmit­tel­bar die Pro­duk­tion­skosten der Unternehmen. Der Aus­blick hinge­gen ist deut­lich ver­hal­tener als in der Vorum­frage. Die gestiegene Bin­nen­nach­frage in Folge des guten Kon­sumk­li­mas ste­ht der risiko­belasteten Aus­land­snach­frage und den sich ver­schlechtern­den wirtschaft­spoli­tis­chen Rah­menbe­din­gun­gen gegenüber.

Güter aus Meck­len­burg-Vor­pom­mern sind im Aus­land weit­er­hin gefragt. Die erneut gestiegene Nach­frage nach deutschen Gütern im Euro­raum belebt das Aus­lands­geschäft, was dazu führt, dass die Exportwirtschaft auch für die Zukun­ft eine weit­ere Mark­t­bele­bung erwartet.

Rückläufige Investitionsneigung der Unternehmen

Die Investi­tion­spläne der Unternehmen sind in Summe rück­läu­fig. Die wirtschaft­spoli­tis­chen Rah­menbe­din­gun­gen vor allem im Kon­text der Ein­führung des geset­zlichen Min­dest­lohns kön­nen zu ein­er Investi­tion­szurück­hal­tung beitra­gen. Vor­rangig konzen­tri­eren sich die Fir­men bei ihren Investi­tion­sentschei­dun­gen auf den Ersatz ver­al­teter, energie- und damit kosten­in­ten­siv­er Tech­nik sowie auf Ratio­nal­isierung und effek­ti­vere Prozess­gestal­tung. Erweiterungsvorhaben wer­den trotz guter finanzieller Kon­di­tio­nen kaum umge­set­zt.

Der Arbeits­markt bleibt aktuell weit­er robust und nahezu unbeein­druckt von der kon­junk­turellen Entwick­lung. Die im Sal­do sehr pos­i­tiv­en Per­son­alpla­nun­gen aus dem let­zten Jahr haben sich ver­schlechtert. Den­noch pla­nen mehr als acht von zehn Unternehmen, ihre Beschäftigten­zahl zu erhöhen bzw. zu hal­ten. Unsicher­heit über die Auswirkun­gen des Min­dest­lohns sorgt zudem für eine zurück­hal­tende Per­son­alpoli­tik in den primär betrof­fe­nen Branchen. Dadurch wird sich die gute Entwick­lung des Arbeits­mark­tes ver­langsamen.

Inwiefern sich der Min­dest­lohn auf die Beschäf­ti­gungschan­cen Ger­ingqual­i­fiziert­er in Meck­len­burg-Vor­pom­mern auswirkt, ist noch nicht mess­bar. Was bleibt, ist die wach­sende demografis­che Lücke, die sich durch die hohe Anzahl an alters­be­d­ingt auss­chei­den­den Arbeit­nehmern und der gerin­gen Zahl an Schu­la­bgängern ergibt. Hier wirkt die Rente mit 63 nach 45 Arbeit­s­jahren zusät­zlich ver­stärk­end und ver­größert die Lücke nochmals.

Energie- und Rohstoffpreise büßen als Risikofaktor an Bedeutung ein

Infolge der Ein­führung des Min­dest­lohns und der damit ver­bun­de­nen Auswirkun­gen auf die beste­hen­den Lohnge­füge bei einem Teil der Unternehmen des Lan­des stufen die Unternehmen dies­mal die „Arbeit­skosten“ als größten Risiko­fak­tor für die gewerbliche Wirtschaft in Meck­len­burg-Vor­pom­mern ein. Die Rente mit 63 und die bürokratis­che Erfas­sung der Arbeit­szeit­en im Zuge der Min­dest­lohne­in­führung belas­ten und behin­dern die Unternehmen in der weit­eren Entwick­lung und bür­den ihnen zusät­zliche Kosten auf.

In den Nen­nun­gen der „Wirtschaft­spoli­tis­chen Rah­menbe­din­gun­gen“ als zweit­größtem Risiko­fak­tor, gefol­gt vom Hemm­nis „Fachkräfte­man­gel“ ver­fes­tigt sich ein Bild über die anges­pan­nte Sit­u­a­tion der Unternehmen rund um das Per­son­al.

Die „Inland­snach­frage“ hat als Belas­tungs­fak­tor ihre Rel­e­vanz behal­ten. Deut­lich geringer als in der Vorum­frage wird der Risiko­fak­tor „Energie- und Rohstoff­preise“ bew­ertet.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen unter:
www.neubrandenburg.ihk.de
www.rostock.ihk24.de
www.ihkzuschwerin.de

ANZEIGE