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Im Vorbeigehen Flagge gegen Rassismus zeigen

  (red). Ein Zeichen für eine neue Willkom­men­skul­tur in Schw­erin zu set­zen. Das war gestern das Anliegen des Bünd­niss­es »Schw­erin für alle« in der Meck­len­burg­er Straße. Die Ini­tia­toren ärg­ern sich

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  • Veröffentlicht April 16, 2015
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Bündnisstand 1

 

(red). Ein Zeichen für eine neue Willkom­men­skul­tur in Schw­erin zu set­zen. Das war gestern das Anliegen des Bünd­niss­es »Schw­erin für alle« in der Meck­len­burg­er Straße. Die Ini­tia­toren ärg­ern sich schon lange darüber, dass die Mehrheit in der Gesellschaft immer nur wie auf Knopf­druck reagiert, wenn es um das The­ma Ras­sis­mus und Umgang mit Flüchtlin­gen in unser­er Stadt geht.

 

Am Anfang des Jahres über­schlu­gen sich die Reak­tio­nen, als das islam­feindliche Bünd­nis »MVgi­da« regelmäßige »Abendspaziergänge« in Schw­erin ankündigte. Das Staat­sthe­ater und das Schw­er­iner Schloss schal­teten aus Protest das Licht aus, Min­is­ter­präsi­dent Sel­l­er­ing und weit­ere Landes‑, Kom­mu­nalpoli­tik­er, Gew­erkschaften und Ver­bände nah­men an der ersten Gegenkundge­bung gegen MVgi­da teil. Dieses Engage­ment ist nun in der Folge fast völ­lig zum Erliegen gekom­men und man scheint sich in der Stadt daran gewöh­nt zu haben, dass Men­schen mit frag­würdi­gen The­sen alle zwei Wochen in der Stadt demon­stri­eren. Die Ini­tia­toren des gestri­gen Info­s­tandes wollen sich mit dieser schle­ichen­den Akzep­tanz nicht abfind­en und suchen neue Wege, sich den Parolen von MVgi­da ent­ge­gen­zustellen. »Es wird Zeit, eigene Impulse zu set­zen.«, so Vera Neu­mann, Mitini­tia­torin der Aktion. »Viele Men­schen find­en neben Fam­i­lie und Beruf nicht mehr regelmäs­sig die Zeit, sich an den von MVgi­da geset­zten Ter­mi­nen durch Gegen­demon­stra­tio­nen für eine Willkom­men­skul­tur einzuset­zen. Das ist ver­ständlich. Doch es gibt andere Wege als nur auf die MVgi­da-Aktio­nen zu reagieren.«

 

Eine klare und eindeutige Botschaft

 

So woll­ten die Aktivis­ten gestern die Möglichkeit eröff­nen, sozusagen im »Vorüberge­hen« ein Zeichen zu set­zen. Die Idee: Ein etwa sechs mal sieben Meter großes Stoff­ban­ner, inmit­ten der Fußgänger­zone aus­ge­bre­it­et, lud die Men­schen zum Unterze­ich­nen ein. Auf dem Ban­ner eine klare und ein­deutige Botschaft: »stop racism, refugees wel­come« (Ras­sis­mus stop­pen – Flüchtlinge willkom­men!). Das ist das Mot­to des freien und offe­nen Bünd­niss­es »Schw­erin für alle«. Unter dieser Aus­sagen hat­ten sich daher auch gestern Vertreter der Pro­jek­twerk­statt BuntesQ, des Pro­jek­tes Kom­plex, Attac Schw­erin und Vertreter aus den Parteien Die Linke, Pirat­en und der Aktion Stadt- und Kul­turschutz (ASK) am Info­s­tand in der Meck­len­burgstraße ver­sam­melt, um auch ein­mal die Bun­theit des anti­ras­sis­tis­chen Bünd­niss­es in der Stadt erleb­bar zu machen. »Viele wis­sen nicht wie bunt und vielfältig die Bewe­gung ›Schw­erin für alle‹ ist.«, sagt Oliv­er Pfaff, der die Ini­tia­tive mit ins Leben gerufen hat. »Wir sind keine Chaoten. Wir haben es nur satt, uns von Demon­stra­tio­nen der MVgi­da die Ter­mine dik­tieren zu lassen. Wir wollen eine Aktion starten, um in Schw­erin eine echte Willkom­men­skul­tur zu ermöglichen.«

 

Bündnisstand 4

 

Beson­ders stört die Aktivis­ten des Bünd­niss­es, dass man in der Öffentlichkeit immer wieder so tut, als ob es sich bei ihnen nur um Gewalt­täter han­deln würde. Dieser Vor­wurf wäre eigentlich schon angesichts des Ver­laufs der bish­eri­gen Demon­stra­tio­nen von MVgi­da nicht halt­bar. Trotz­dem möchte das Bünd­nis Gele­gen­heit geben, sich ein eigenes Bild zu machen. »Wir wollen nicht nur informieren, son­dern mit Aktio­nen und Ver­anstal­tun­gen auf unsere Ziele aufmerk­sam machen und den Leuten zeigen, dass wir keine Steineschmeißer sind, son­dern es als men­schlich anse­hen, für Tol­er­anz und gegen Rasiss­mus auch mal laute Worte zu find­en.« meint Vera Neu­mann.

 

Bundesministerin Schwesig unterstützt spontan das Anliegen

 

Torsten »Math­etod­dy« Müller, der sich vor allem durch ehre­namtliche Math­enach­hil­fe für Kinder und Jugendliche in der Stadt einen Namen gemacht hat, unter­stützte die Aktion gestern eben­falls. »Nur auf MVgi­da reagieren wird nie­man­dem helfen. Agieren, sel­ber Impulse set­zen, das ist es«, da ist sich der Ini­tia­tor der Pro­jek­twerk­statt BuntesQ sich­er. So nutzten gestern viele Men­schen die Möglichkeit, auf dem Trans­par­ent durch ihre Unter­schrift ein Zeichen gegen Ras­sis­mus zu set­zen.

 

Bündnisstand 2

 

Die promi­nen­teste Unter­schrift gestern war mit Sicher­heit die von Bun­des­fam­i­lien­min­is­terin Manuela Schwe­sig. Die Bun­desmin­is­terin war zufäl­lig in der Stadt unter­wegs und kam spon­tan mit den Ini­tia­toren ins Gespräch. Sie fand die Aktion so gut, dass sie ihre Unter­schrift nicht ver­weigerte. »Ja natür­lich unter­stütze ich diese Idee«, so Schwe­sig. Neben Manuela Schwe­sig unter­schrieb der ehe­ma­lige Vor­standsvor­sitzende der Sparkasse Meck­len­burg-Schw­erin, Diedrich Bax­mann. Ins­ge­samt 200 Unter­schriften kamen gestern zusam­men.

 

Das die Schaf­fung ein­er Willkom­men­skul­tur das beste Mit­tel gegen angstver­bre­i­t­ende Parolen gegen Flüchtlinge ist, macht auch die Bun­desregierung deut­lich. Anfang dieser Woche kündigte sie ein Pro­gramm an, dass Flüchtlinge vor Ort durch Teil­habe und Bil­dung unter­stützen soll, sich in das örtliche Gemein­we­sen zu inte­gri­eren. Auch in Schw­erin arbeit­en viele Men­schen im Moment daran, Flüchtlin­gen eine Atmo­sphäre des Willkom­mens zu bere­it­en.

 
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