Traditionslokal, Ferienhaus, Feuerwehrturm:
Seltene Immobilien aus MV werden versteigert
Vom Schipperhus bis zum Feuerwehrturm: Bei der Frühjahrsauktion in Hamburg kommen außergewöhnliche Immobilien aus Mecklenburg-Vorpommern unter den Hammer: vom Traditionslokal bis zum Ferienhaus.

Foto: Norddeutsche Grundstücksauktionen AG
Bei der Frühjahrs-Auktion der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG (NDGA) am 5. März in Hamburg stehen wieder zahlreiche Immobilien aus Norddeutschland zum Verkauf. Insgesamt werden 32 Objekte aus Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein aufgerufen. Die Summe der Mindestgebote liegt bei rund 1,9 Millionen Euro. Ein Schwerpunkt liegt dabei erneut im Nordosten – und diesmal sind besonders außergewöhnliche Objekte darunter.
Zu den Höhepunkten zählt das Traditionslokal „Schipperhus“ im Ostseebad Dierhagen. Das Restaurant befindet sich in einem um 1750 errichteten Reetdachhaus in Dierhagen-Dorf und gilt als beliebter Treffpunkt für Einheimische und Urlauber. Das Gebäude macht einen gepflegten Eindruck und verfügt über rund 194 Quadratmeter Nutzfläche, eine voll ausgestattete gewerbliche Küche sowie einen Gastraum mit derzeit 38 Sitzplätzen. In den Sommermonaten bietet eine großzügige Außenterrasse Platz für weitere 45 Gäste. Einrichtung und Ausstattung sind Teil der Auktion, ebenso ein Parkplatz auf dem etwa 795 Quadratmeter großen Grundstück. Das Mindestgebot liegt bei 299.000 Euro. Aus der Gemeinde heißt es, man würde eine Wiedereröffnung der Gaststätte ausdrücklich begrüßen.
Traditionslokal und Ferienhaus sucht neue Besitzer
Auf reges Interesse dürfte auch ein erfolgreich betriebenes Ferienobjekt in Mönchgut Thiessow auf Rügen stoßen. Das Appartementhaus „Hoffnung“ mit acht individuell gestalteten Ferienwohnungen steht für ein Mindestgebot von 480.000 Euro im Katalog. Auf dem Hof stehen acht Pkw-Stellplätze zur Verfügung. Zuletzt wurden mit dem Objekt Einnahmen von rund 60.000 Euro pro Jahr erzielt. Errichtet wurde das Gebäude ursprünglich um 1920.
Eine besondere Immobilie ist zudem ein sogenannter „gesicherter Meeting-Point“ in Rostock. Der erst um 2021 errichtete Stahlbetonbau im Gewerbegebiet der Kröpeliner-Tor-Vorstadt am westlichen Ufer der Unterwarnow besticht durch moderne Architektur und ein umfassendes Sicherheitskonzept.
Außergewöhnliche Objekte in Rostock und Ludwigslust
Das freistehende Modulgebäude ist erhöht positioniert und vermittelt bereits äußerlich Exklusivität und Schutz. Das Mindestgebot beträgt 390.000 Euro. Ebenfalls in Rostock, im Ortsteil Seebad Diedrichshagen, kommt ein mehr als 10.000 Quadratmeter großes Grundstück unter den Hammer. Es wird derzeit landwirtschaftlich genutzt, grenzt direkt an den Parkplatz „Strand West Warnemünde“ und ist ab 19.000 Euro zu haben.
Auch Liebhaber außergewöhnlicher Objekte finden bei der Auktion passende Angebote. In Ludwigslust steht ein historischer Feuerwehrschlauchturm aus der Zeit um 1931 zum Verkauf. Der leerstehende Turm verfügt über fünf Geschosse, die über eine steile Holztreppe erreichbar sind, und weist Sanierungsbedarf auf. Mehrere positive Bauvorbescheide für mögliche Nutzungen – von Wohnen über Gewerbe bis hin zu einem Ferienobjekt – liegen bereits vor. Das Mindestgebot liegt bei 50.000 Euro.
Viel Entwicklungspotenzial in der Seenplatte
Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte kommen zudem mehrere Immobilien mit Entwicklungspotenzial zur Versteigerung. Im Hohenmocker Ortsteil Strehlow steht ein stark sanierungsbedürftiges Mehrfamilienhaus aus dem Jahr 1920 mit vier überwiegend vermieteten Wohneinheiten zum Mindestgebot von 15.500 Euro. In Neustrelitz werden gleich zwei denkmalgeschützte Mehrfamilienhäuser angeboten: ein leerstehendes Gebäude aus der Zeit um 1890 mit einem Mindestgebot von 5.000 Euro sowie ein weiteres, ebenfalls sanierungsbedürftiges Haus aus dem Jahr um 1928. Für letzteres liegen bereits Genehmigungen für eine umfassende Sanierung und den Neubau eines zusätzlichen Wohnhauses mit acht Wohneinheiten auf dem Grundstück vor. Das Auktionslimit beträgt hier 49.000 Euro.
Neben diesen Objekten finden sich im Auktionskatalog weitere Einfamilienhäuser, Erholungsimmobilien sowie Wald‑, Acker- und Gartenflächen. Der Katalog ist online abrufbar oder kann postalisch angefordert werden.
Nach Angaben der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG werden ausschließlich Immobilien versteigert, die von den Eigentümern freiwillig eingeliefert wurden. Gebote können vor Ort, telefonisch oder schriftlich abgegeben werden. Voraussetzung ist eine rechtzeitige Registrierung als Bieter.
Die Frühjahrs-Auktion findet am Donnerstag, 5. März 2026, ab 11 Uhr im Haus der Patriotischen Gesellschaft in Hamburg (Trostbrücke 4–6, Reimarus-Saal) statt.



